Oligospermie: Kinderwunsch trotz verminderter Spermienzahl

Die häufigste Ursache für eine Unfruchtbarkeit beim Mann ist eine verminderte Spermienzahl. Die Mediziner sprechen dann von der Oligo(zoo)spermie. Dank moderner medizinischer Methoden kann der Kinderwunsch in der Regel trotzdem wahr werden.


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Wenn es mit der ersehnten Schwangerschaft nicht klappt, sollten sich beide Partner hinsichtlich ihrer Fruchtbarkeit untersuchen lassen. Ist bei der Frau alles in Ordnung, lautet die Ursache für den unerfüllten Kinderwunsch häufig: Oligospermie bzw. Oligozoospermie. So nennen es Mediziner, wenn sich zu wenig Spermienfäden im Samen des Mannes befinden.

Oligospermie: Unfruchtbarkeit beim Mann


© iStock

Oligospermie: Definition und Ursachen


Beim Verdacht auf eine männliche Unfruchtbarkeit kann kann ein Spermiogramm für Klarheit sorgen. Dabei wird unter anderem die Anzahl der Spermien im Ejakulat gemessen. Eine Oligospermie liegt dann vor, wenn die Anzahl der Samenfäden im Ejakulat weniger als 20 Mio./ml beträgt bzw. wenn die Gesamtzahl der Spermien unter 39. Mio liegt. Bei einer Spermiendichte von unter 1 Mio./ml spricht man von einer Kryptozoospermie. Im Extremfall befinden sich gar keine Spermien in der Samenprobe, dann liegt eine Azoospermie vor.

Fünf bis zehn Prozent der Männer sind in leichtem bis schwerem Maße von einer Oligospermie betroffen. Warum die Keimzell-Reifung (Spermatogenese) bei ihnen gestört ist, kann verschiedene Ursachen haben, zum Beispiel angeborene Fehlentwicklungen der Hoden, Hormon-Störungen, Entzündungen und Infektionen der Hoden sowie erworbene Funktionsstörungen der Hoden durch schädigende Umwelteinflüsse, Medikamente, Alkohol, Nikotin oder Drogen. 
Kinderwunsch bei Oligospermie
Um die Spermienanzahl zu normalisieren, muss zunächst die Ursache für die Störung gefunden und – wenn möglich – behoben werden. Dann besteht die Chance, dass sich die Keimzell-Reifung regeneriert. Zudem kann eine gesunde Lebensweise die Spermienqualität verbessern.

In der Regel ist es jedoch effektiver, den Kinderwunsch des betroffenen Paares mit geeigneten medizinischen Maßnahmen zu erfüllen. Da eine Befruchtung der Eizelle auf natürlichem Weg aufgrund der verminderten Spermienzahl erschwert ist, kann zum Beispiel eine Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) den gewünschten Erfolg bringen. Dabei werden aus einer Samenprobe des Mannes einzelne, für die Befruchtung geeignete Samenzellen herausgefiltert und mit einer Nadel direkt in die zuvor entnommene Eizelle der Frau injiziert. Später bekommt die Frau die erfolgreich befruchtete Eizelle wieder eingesetzt.

Selbst bei der Extremform der Oligospermie, der Azoospermie, kann eine künstliche Befruchtung durch TESE bzw. MESA zur Schwangerschaft verhelfen. Bei diesen Methoden wird der Samen direkt aus dem Hoden entnommen.

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