Selbstgemachte Schwangerschaftstests

Glaubt man dem Internet, dann lässt sich mit Zahnpasta und etwas Urin eine Schwangerschaft leicht feststellen. Was ist dran an den selbstgemachten Schwangerschaftstests?


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Selbstgemachte Schwangerschaftstests. Offensichtlich ist das wirklich ein neuer Trend. Denn immer mehr Frauen tauschen sich im Internet darüber aus, wie sie die Tests selber herstellen können - und vor allem mit was. An Experimentierfreude mangelt es den Frauen dabei nicht, das muss man ihnen lassen. Sie mischen ihren Urin mit allem Möglichen und beobachten, was passiert. Derzeit der neueste Szene-Hit: Zahnpasta. Mit der richtigen Zahnpasta und der richtigen Menge an Urin soll sich tatsächlich eine Schwangerschaft feststellen lassen. Hier ein angeblicher Videobeweis.


Man nehme also nur ein bisschen Pipi, einen Klecks weiße Zahnpasta und verrühre das Ganze. Et voilà, wenn die Mischung aufschäumt, dann heißt es „Herzlichen Glückwunsch! Du bist schwanger.“ Zunächst steht da natürlich die Frage im Raum: Warum pinkelt man freiwillig auf Zahnpasta und hält das für eine gute Idee? Doch dann interessiert einen doch: Kann das funktionieren?

Gefaked ist das Video nicht. Die Zahnpasta schäumt wirklich auf. Aber liegt das tatsächlich an dem Schwangerschaftshormon hCG, das auch die industriell gefertigten Tests im Urin nachweisen? Eher nicht. Die Reaktion ist auf die im Urin enthaltene Säure zurückzuführen, die mit dem Calciumcarbonat in der Zahnpasta reagiert. Je nachdem, wie sauer der Urin ist, desto mehr wird es schäumen. Dabei kommt es stark darauf an, was man vor dem Test gegessen hat. So macht eine fleischlastige Ernährung den Urin grundsätzlich sauer. Aber auch Fisch, Käse und Kaffee haben den gleichen Effekt. Wer dieses Schwangerschafts-Experiment also nach dem Morgenkaffee durchführt, der wird ziemlich sicher ein positives Ergebnis erhalten. Zumal Morgenurin ohnehin immer etwas sauer ist.

Wir können die positive Aufregung verstehen, wenn man gerade versucht schwanger zu werden. Da wird manchmal in wenig viel hineininterpretiert und man begibt sich krampfhaft auf Anzeichensuche. Wer schnell Gewissheit haben will, dem empfehlen wir trotzdem den klassischen Schwangerschaftstest aus dem Drogeriemarkt oder der Apotheke. Inzwischen gibt es so gute Produkte, die einem schon in einer sehr frühen Phase der Schwangerschaft ein sicheres Ergebnis liefern. Und ein Bluttest beim Frauenarzt ist auch immer eine Option.

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Weitere DIY-Schwangerschaftstest

Die Zahnpasta-Methode ist aber nur eine von vielen. Das Internet hat noch weitere DIY-Tipps auf Lager. Auf die meisten wären wir wirklich nie gekommen. 

• Schwangerschaftstest mit Backpulver

Auch hier ist das gewünschte Ergebnis Aufschäumen. Allerdings gilt auch bei dieser Methode: Ist der Urin sauer, wird er auch mit dem Backpulver reagieren.

• Schwangerschaftstest mit Zucker
Löst sich der Zucker im Urin nicht auf, dann dürfen Sie sich gratulieren lassen. Verflüssigt sich das Granulat, dann müssen Sie es im nächsten Monat noch einmal probieren.

• Schwangerschaftstest mit Weizen
Hierfür müssen Sie Weizen- und Gerstensamen mit Ihrem Urin tränken. Keimen die Samen, dann sind Sie angeblich schwanger.

• Schwangerschaftstest mit Essig und Thunfisch
Das ist der merkwürdigste Versuchsaufbau, den wir gefunden haben. Dafür soll man etwas Essig mit dem Sud von Dosenthunfisch vermischen. Rührt man Urin unter und das Gemisch verfärbt sich grün(!) dann ist man schwanger. Bei einer gelblich-orangenen Färbung leider nicht.
Schwangerschaftstest mit Fröschen
Zugegeben, diese Methode klingt genauso absurd. Sie ist aber tatsächlich wahr. Früher war der Test mit dem Frosch wirklich absolut gängig. Der sogenannte Froschtest wurde sogar noch bis in die 60er Jahre hinein angewendet.

Dafür wurde einem Frosch (meist ein Knallfroschweibchen) etwas Urin oder Blut einer möglicherweise schwangeren Frau unter die Haut injiziert. Laichte das Froschweibchen innerhalb der nächsten 18 Stunden ab, dann war die Frau tatsächlich schwanger. Das im Urin/Blut vorhandene hCG löst beim Froschweibchen diese Reaktion aus.

Die Tests wurden vorwiegend in Apotheken durchgeführt. Daher bekamen die Frösche, die für den Schwangerschaftstest verwendet wurden, auch den Beinamen "Apothekerfrösche".


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