Social Freezing: Kosten und Nutzen

Was Social Freezing kostet, wer die Kosten zahlt und ob Social Freezing eine echte Alternative für Frauen ist.


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Die „Kinderversicherung“ kostet


Die Kosten für die Prozedur und die Aufbewahrung muss die Patientin selbst tragen. In Deutschland fallen dafür pro Behandlungszyklus 3.000 bis 5.000 Euro an, inklusive aller Medikamente und Eizellentnahme. Um die geforderte Menge an geeigneten Eizellen zu erhalten, sind je nach Alter der Patientin, meist mehrere Behandlungszyklen notwendig. Dazu kommen noch die Kosten für die Konservierung mit etwa 300 Euro und die Lagerung mit jährlich zwischen 250 und 350 Euro. Möchte die Patientin dann auf ihre konservierten Eizellen zurückgreifen, kommen dann die Kosten einer künstlichen Befruchtung dazu.
Echte Alternative oder doch keine perfekte Lösung?

In der Methode des Social Freezing kann man eine Revolution sehen, ähnlich der Erfindung der Antibaby-Pille vor 50 Jahren: Mit der Kryokonservierung von Eizellen könnte sich die Vergänglichkeit der weiblichen Fruchtbarkeit aufhalten lassen. Denn mit über 40 schwanger zu sein und ein gesundes Kind zur Welt zu bringen, stellt rein körperlich kein Problem dar. Überhaupt schwanger zu werden und mit dem zu diesem Zeitpunkt  vorhandenen Erbmaterial gesunde Kinder zur Welt zu bringen, das ist die Herausforderung bei einer Schwangerschaft über 40. Ist der perfekte Weg, Kind und Karriere zu vereinen, also mit Social Freezing gefunden? Die wahre Gleichberechtigung endlich möglich?

Biologische Uhr

Social Freezing - eine perfekte Lösung gegen die biologische Uhr?


© Thinkstock

Zu bedenken gilt, dass das perfekte Timing für die Entnahme und das Einfrieren der Eizellen schwer einzuhalten ist. Denn die Anzahl gesunder und empfängnisfähiger Eizellen nimmt bei jeder Frau ständig ab. Das Alter spielt dabei eine große Rolle. Der ideale Zeitpunkt, bei einer Frau Eizellen für die Vitrifizierung zu entnehmen, liegt um das zwanzigste Lebensjahr. Die notwendige Hormonbehandlung schlägt bei dieser Altersgruppe auch sehr gut an. Doch welche Frau um die zwanzig denkt heute schon an Kinder? Oder gar an einen späteren, eventuell unerfüllten Kinderwunsch und die Familienplanung? Die wenigsten jungen Frauen verfügen über diesen Weitblick, geschweige denn über die finanziellen Mittel, die für eine Kryokonservierung ihrer Eizellen notwendig wären.


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Sieht man Social Freezing als eine Art „Kinderversicherung“, ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering, dass die Gruppe der Frauen, die perfekt für die Methode geeignet wäre, diese Reserve zum Kinderkriegen auch nutzt. Bei älteren Frauen über 30 dagegen ist die Wahrscheinlichkeit wesentlich höher, dass sie ihre eingefrorenen Zellen verwenden, um sich einen späten Kinderwunsch zu erfüllen. Doch bei dieser Gruppe besteht die Gefahr einer wesentlich schwierigeren, langwierigeren und damit auch teureren Prozedur, um an brauchbare Eizellen zu kommen. Und manchmal ist der ganze Aufwand sogar völlig umsonst. Zudem kann sich der medizinische Prozess auch als eine „Hintertür“ mit unerwarteten Folgen erweisen. Im Laufe der Behandlung können sich schwierige Fragen ergeben. Möglicherweise stellt der Arzt fest, die Anzahl der in den Eierstöcken verbliebenen Eizellen ist sehr gering. Ein Einfrieren ist in diesem Fall nicht mehr sinnvoll, eher die sofortige Entscheidung für eine Schwangerschaft.

Tatsächlich gleicht das Social Freezing also einer Art Lebensversicherung: Man hat die Möglichkeit sie abzuschließen, aber in der Hoffnung, sie nie einlösen zu müssen.


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