Diagnose Unfruchtbarkeit: und jetzt?

Viele Fruchtbarkeits-Mythen halten sich hartnäckig, sind aber absolut falsch. Hier beleuchten wir das Thema Unfruchtbarkeit ganz sachlich. Wir erklären, welche Ursachen es gibt, welche Therapie-Möglichkeiten sinnvoll sind und warum Unfruchtbarkeit durchaus "heilbar" ist.


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Ein gemeinsames Kind ist für viele Paare die Krönung einer glücklichen Beziehung. Doch manchmal bleibt der Kinderwunsch lange unerfüllt. Ein böser Gedanke drängt sich in die Partnerschaft: sind wir unfruchtbar? Werden wir nie eigene Kinder bekommen?

Eine Sorge, die viele Paare teilen. Denn etwa jede siebte Partnerschaft bleibt derzeit ungewollt kinderlos – so das Ergebnis einer Studie des Berliner Instituts für Bevölkerung und Entwicklung. Diagnose: Unfruchtbarkeit. Das bedeutet per Definition, dass ein Paar nicht schwanger werden kann, auch wenn es seit über einem Jahr ungeschützten Geschlechtsverkehr hat.

Ursachen für Unfruchtbarkeit


Die Ursachen für Unfruchtbarkeit sind aber ganz verschieden. Überhaupt ist Fruchtbarkeit durchaus beeinflussbar und zwar sowohl zum Positiven als auch zum Negativen. Lust- und Fruchtbarkeitskiller Nr. 1: Stress. Der kann den weiblichen Zyklus und die Spermienqualität beeinträchtigen, auch bei jungen Menschen. Die Wissenschaft geht davon aus, dass einer von 100 Fällen von Unfruchtbarkeit auf Stress zurückzuführen ist. Ein Teufelskreis: unerfüllter Kinderwunsch durch Stress und Stress weil das Wunschbaby so unerreichbar scheint. Gerade Frauen setzten sich beim Thema "Kinderkriegen" selbst unter Druck. Vor allem wenn eine gewisse Grenze überschritten ist - jene Altersgrenze, ab der frau angeblich schon fast zu alt für ein Baby sei. Denn auch wenn wir vor dieser (medizinischen) Wahrheit gerne die Ohren verschließen – je älter wir werden, desto schwerer wird es auch schwanger zu werden.


Unfruchtbarkeit beim Mann und bei der Frau


© Thinkstock
Leider stehen die Chancen einer 35-Jährigen, Nachwuchs zu bekommen, nur noch halb so gut wie für eine 25-Jährige. Und auch bei Männern ab 30 Jahren, verschlechtert sich die Spermienqualität kontinuierlich. Aber man ist ja nur so alt wie man sich fühlt. Oder zumindest können wir uns durch einen gesunden Lebensstil jung halten. Denn auch folgende Umwelt-Faktoren beeinflussen unsere Fruchtbarkeit nachweislich:

- Stress
- seelische Belastungen
- Über- oder Untergewicht
- die falsche Ernährung
- übermäßiger Alkoholkonsum
- Rauchen
- Drogenmissbrauch
- Medikamente

Ein Hauptproblem von Frauen: Diäten und Fastenkuren. Die sind gerade bei jungen Frauen eine besonders häufige Ursache einer vorübergehenden Sterilität. Läuft der Körper wegen langer Diäten nur auf Sparflamme, lässt er schlicht keine anstrengende Schwangerschaft zu oder reagiert mit Zyklusstörungen. Das Positive: Vermeiden wir die schädlichen Faktoren, kann sich unsere Fruchtbarkeit durchaus „erholen“. Und das ist für viele Paare ein großer Trost. Allerdings müssen organische Ursachen von einem Arzt sicher ausgeschlossen werden. Die können zum einen vererbt oder durch vorangegangene Krankheiten verursacht worden sein. Ein Überblick organischer Ursachen für Unfruchtbarkeit:

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Organische Ursachen für Unfruchtbarkeit:


bei der Frau                                                                    beim Mann

geschädigte Eierstöcke und Eileiter                                Fehlbildungen des Hodens
(angeborene) Fehlbildung                                              Hodenhochstand als Kind
Eileiterentzündungen (verklebte Eileiter)                       verklebte Samenwege                
Muskelknoten in der Gebärmutter                                  unterentwickelte Hoden
Tumoren (gutartige und bösartige)                                 Krampfadern am Hoden
Ablagerung von Gebärmutterschleimhaut
Eierstockentzündungen                                                  Hodeninfektionen
                                                                                      Prostataentzündung
                                                                                      Harnröhrenentzündung
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Ursache: Hormonstörungen bei Mann und Frau
Allerdings geht die Unfruchtbarkeit häufiger auf eine hormonelle Störung zurück. Ist der Hormonhauhalt bei der Frau aus dem Gleichgewicht, kann das reichweitende Folgen haben. Der Körper hat plötzlich Probleme, Eizellen heranreifen zu lassen, der Eisprung kann ausbleiben und die Gebärmutterschleimhaut kann sich nicht richtig entwickeln. Dann hat der Embryo keine Chance sich dort einzunisten. Eine Hormonstörung kann außerdem bewirken, dass der Zervixschleim seine Konsistenz so verändern, dass er den Spermien den Weg zur Eizelle extrem erschwert. Ein gewissenhaftes Zyklusmonitoring ist daher besonders wichtig, um die genauen Ursachen der Unfruchtbarkeit bei der Frau herauszufinden.

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Parallel dazu sollte auch der Mann sein Sperma regelmäßig von einem Spezialisten untersuchen lassen. Denn auch die Bildung und die Qualität der Spermien sind hormonell bedingt. Bei einem gesunden Mann sollte ein Milliliter Samenflüssigkeit mindestens 20 Millionen Samenzellen enthalten, von denen etwa knapp ein Drittel normal geformt und mindestens die Hälfte vorwärts beweglich sein sollte. Um das zu untersuchen, wird ein sogenanntes Spermiogramm erstellt.

Unfruchtbarkeit ist also keines Falls nur ein Frauenthema! Ganz im Gegenteil: Ein unerfüllter Kinderwunsch liegt in gleichen Teilen beim Mann und bei der Frau – nämlich bei jeweils einem Drittel. Bei jedem fünften Paar, ist sowohl die Frau als auch der Mann nur eingeschränkt fruchtbar. Einer Therapie muss also eine ganz genaue Diagnose vorangehen und auf jedes Paar individuell abgestimmt sein. Lesen Sie auf der nächsten Seite welche Therapie-Ansätze es gibt und welche für Sie geeignet ist.






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