So lässt sich Unfruchtbarkeit behandeln

So unwirklich es auch klingt, manchmal hilft schon Ruhe, damit sich der Kinderwunsch erfüllt. Leider ist es nicht immer so einfach. Wir informieren Sie über verschiedene Möglichkeiten Unfruchtbarkeit zu behandeln, beziehungsweise ein leibliches Kind zu bekommen.


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Dank der modernen Medizin gibt es inzwischen viele Wege zum Wunschkind. Natürlich muss vor Beginn der Therapie genau abgeklärt worden sein, wo die Ursache der Unfruchtbarkeit liegt: Hormonstörung bei der Frau oder beim Mann, organische Probleme oder sind Stress und seelische Belastung die Auslöser. Deshalb wird der Arzt mit Ihnen ein ausführliches Gespräch führen, in dem er nach Ihrer Krankengeschichte, nach vorangegangenen Fehlgeburten oder Schwangerschaften und Zyklusunregelmäßigkeiten fragt. Aber auch das Sexualleben wird Teil des Gesprächs sein, ebenso wie Ihre Lebensgewohnheiten: Rauchen Sie? Trinken Sie häufig Alkohol? Nehmen Sie regelmäßig Medikamente? Haben Sie privat oder beruflich viel Stress? All diese Faktoren können unsere Fruchtbarkeit beeinflussen. Daran schließen sich natürlich körperliche Untersuchungen an, vor allem der Geschlechtsorgane.

Hat der Arzt eine genaue Diagnose gestellt, bespricht er mit Ihnen die verschiedenen Therapie-Ansätze. Häufig wird die Unfruchtbarkeit durch Hormonstärungen verursacht - bei der Frau aber auch beim Mann. In solchen Fällen werden die Fortpflanzungorgane mit Hormonen stimuliert.

• Hormonelle Stimulation des weiblichen Eierstocks

Bei vielen Frauen, die keine Kinder bekommen können, sind hormonelle Störungen der Grund. Die Therapie zielt in solchen Fällen darauf ab, die Eierstöcke zu stimulieren. Dafür werden hormonähnliche Medikamente verabreicht: Entweder in Form von Tabletten, z.B. mit Clomifen, oder mit Spritzen. Die Hormonbehandlung soll bewirken, dass die Eizellreifung angeregt wird.
Empfolen bei: Hormonstörung der Frau/ schlechte Eizellenreifung

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• Samenübertragung (Insemination)
Bei einer geringe Fruchtbarkeit des männlichen Samens (geringe Anzahl/ kaum bewegliche Spermien) ist die Insermination eine gängige Therapie-Möglichkeit. Dabei wird der Samen des Mannes durch ein spezielles Verfahren aufbereitet, so dass darin mehr fortpflanzungsfähige Spermien schwimmen. Die so gewonnenen Spermien werden mit einer Spritze in die Gebärmutter, den Gebärmutterhals oder den Eileiter eingebracht.
Empfolen bei: Hormonstörung des Mannes/ geringe Spermaqualität
• Künstliche Befruchtung: In-Vitro-Fertilisaton + Mikro-Injektion Bei der In-Vitro-Fertilisation (IVF) findet die Befruchtung nicht im Körper der Frau statt, sondern „künstlich“ im Labor. Der Frau werden dazu befruchtungsfähige Eizellen entfernt und mit dem Samen des Mannes in einem Glasschälchen zusammengebracht. Erst nach der Befruchtung werden bis zu drei befruchtete Eizellen wieder in die Gebärmutter der Frau eingepflanzt.


Künstliche Befruchtung: Eizellen im Reagenzglas


© Thinkstock
Die Mikro-Injektion oder ICSI ist eine Form der In-Vitro-Fertilisation und ist die derzeit am häufigsten angewendete Form der Reproduktionsmedizin in Deutschland. Sie kommt dann zum Einsatz, wenn im Ejakulat des Mannes zu wenig bewegliche Spermien vorhanden sind. Es wird eine einzelne gesunde Samenzelle ausgewählt und mit einer direkt in die entnommene Eizelle injiziert.
Empfolen bei: Eileiterverschluss der Frau, bei Endometriose, bei Antikörpern gegen die Spermien des Partners oder bei sehr stark eingeschränkter Qualität der Samenzellen
• In-Vitro-Maturation Eine sanftere Methode der künstlichen Befruchtung ist die In-Vitro-Maturation. Hierfür kommt nur eine kurze und niedrig dosierte Hormonstimulation zum Einsatz, da die Eizellen unreif aus dem Eierstock entnommen werden. Sie werden erst außerhalb des Körpers unter Zugabe von entsprechenden Hormonen künstlich in den befruchtungsfähigen Zustand gebracht. Anschließend werden Sie mit dem männlichen Samen befruchtet und wieder in die Gebärmutter der Frau eingesetzt.
Empfolen bei: Eileiterverschluss der Frau, bei Endometriose, bei Antikörpern gegen die Spermien des Partners oder bei sehr stark eingeschränkter Qualität der Samenzellen
• Gewinnung von Spermien: TESE und MESA Sind überhaupt keine Samenzellen im Ejakulat des Mannes vorhanden - etwa bei einem Samenleiterverschluss - so können oft noch zeugungsfähige Spermien aus den Hoden (TESE) oder Nebenhoden (MESA) gewonnen werden. Das Kind wird dann auch in vitro – also im Reagenzglas – gezeugt. Das heißt, dass sich auch die Frau zur Eizellgewinnung zunächst einer Hormonbehandlung unterziehen muss.
Empfolen bei: z.B. Samenleiterverschluss

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Wenn keine Spermien im Ejakulat zu finden sind, gilt der Mann als unfruchtbar. TESE und MESA sind zwei Methoden, die helfen können.


Auch wenn der Weg zum leiblichen Wunschkind mühsam wird, es gibt ihn. Und auch wenn es so unwirklich klingen mag, manchmal verschreibt der Arzt nur "Ruhe". Der weibliche Zyklus ist sehr empfindlich und lässt sich durch Stress gerne aus dem Gleichgewicht bringen. Nehmen Sie den Ratschlag also durchaus ernst, es hilft. Unser Sofort-Helfer: Machen Sie gleich jetzt den Test, ob auch Sie vielleicht zu verkrampft sind, um schwanger zu werden. Beantworten Sie die Fragen ehrlich, den nur all zu oft wollen wir uns selbst nicht eingestehen, dass der Stress uns längst über den Kopf gewachsen ist.