Verhütungscomputer zur Bestimmung der (un)fruchtbaren Tage

Zyklus- oder Verhütungscomputer dienen nicht nur der Schwangerschaftsverhütung. Mit ihnen lassen sich ganz einfach die fruchtbaren Tage bestimmen und damit auch die Chancen auf eine Schwangerschaft erhöhen.


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Um die fruchtbaren Tage zu berechnen, können Sie einen persönlichen Zykluskalender führen oder einen Eisprungrechner nutzen. Zugegeben, die Methode mit dem Zykluskalender ist recht aufwendig und muss konsequent durchgehalten werden, um die besten Tage für eine Befruchtung zu bestimmen. Unser Eisprungrechner dagegen berechnet die fruchtbaren Tage ausschließlich anhand des Datums Ihrer letzten Monatsblutung. Frauen, die sich sehnlichst ein Kind wünschen und schon mehrere Übungszyklen hinter sich haben, wollen es aber oft ganz genau wissen. Verhütungs- bzw. Zykluscomputer versprechen da Abhilfe: genaue Ergebnisse für wenig Aufwand. 

Verhütungscomputer im Überblick


© Thinkstock

Es gibt verschiedene Arten von Verhütungscomputern mit unterschiedlichen Berechnungstechniken. Damit Sie den Überblick behalten, stellen wir sie Ihnen vor. 

Hormoncomputer


Hormoncomputer wie Persona zur Verhütung und Clearblue für den Kinderwunsch sind die bekanntesten Verhütungscomputer – allerdings liefern sie im Gegensatz zu den Temperatur- und Sympthothermal-Computern die ungenauesten Ergebnisse.

Anwendung: Am ersten Tag nach der Monatsblutung gibt man dem Gerät an, dass ein neuer Zyklus beginnt. Von jetzt an bestätigt man den Hormoncomputer täglich per Knopfdruck. Er zeigt dann jeweils an, ob heute ein (un)fruchtbarer Tag ist oder ob er für die Angabe ob fruchtbar oder nicht zusätzliche Daten aus einem Hormontest braucht. Für den Hormontest hält die Anwenderin einen Teststreifen in den Morgen-Urin und schiebt ihn zur Auswertung in den Leseschlitz des Gerätes. Jetzt misst der Computer die Konzentration bestimmter Hormone im Urin (E3G: Östron 3 Glucuronid, LH: luteinisierendes Hormon) und schlussfolgert daraus, wann die fruchtbaren Tage beginnen, wann der Eisprung stattfindet und wann die Phase der fruchtbaren Tage in diesem Zyklus endet.

Die Vorteile von Hormoncomputern zur Verhütung liegen auf der Hand: sie greifen nicht in den weiblichen Zyklus ein, sind einfach anzuwenden und haben keine Nebenwirkungen. Dafür bieten sie auch nur eine mittelmäßige Sicherheit, denn Zyklusschwankungen können schnell zu falschen Ergebnissen führen. Für Persona gibt der Hersteller beispielsweile einen Pearl-Index von nur 6,4 an. Zudem müssen die Teststäbchen immer wieder nachgekauft werden, was der Anwenderin neben der Anschaffungskosten auch Folgekosten beschert. Für Frauen mit Kinderwunsch sind Hormoncomputer jedoch eine recht zuverlässige Methode, die fruchtbaren Tage zu bestimmen. 

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Temperaturcomputer

Temperaturcomputer nutzen zum Bestimmen der (un)fruchtbaren Tage die zyklusabhängige Basaltemperatur. Lesen Sie dazu: Temperatur und Zervixschleim: Auswertung

Anwendung: Nachdem ein neuer Zyklus begonnen hat, ermittelt frau morgens direkt nach dem Aufwachen ihre Basaltemperatur. Das geht oral, vaginal oder anal, je nach Gerät. Der Computer speichert die Messdaten, wertet sie aus und zeigt direkt an, ob heute ein fruchtbarer oder unfruchtbarer Tag ist. Zu den Temperaturcomputern gehören zum Beispiel der Lady-Comp und Pearly.

Natürlich kann die Basaltemperatur auch mit einem einfachen Thermometer gemessen und anhand komplexer Wertetabellen selbst ausgewertet werden. Temperaturcomputer bieten jedoch den Vorteil, dass die Messdaten gespeichert und direkt ausgewertet werden. Die Anwendung ist damit auch für Ungeübte sehr einfach und schnell. Zur Schwangerschaftsverhütung empfehlen Experten jedoch die Kombination mit anderen Verhütungsmethoden, um auf Nummer sicher zu gehen. 
Symptothermal-Computer
Symptothermal-Computer werten neben der Basaltemperatur auch andere Fruchtbarkeitsmerkmale, wie die Hormonkonzentration im Urin oder die Beschaffenheit des Zervixschleims, aus und liefern so sehr sichere Ergebnisse. Der Pearl-Index für Symptothermal-Computer liegt bei 1 - 3. Zu den Symptothermal-Computern gehört zum Beispiel der Cyclotest 2 plus.

Anwendung: Wie bei den anderen beiden Varianten signalisiert die Anwenderin dem Gerät am ersten Tag nach der Menstruation, dass ein neuer Zyklus beginnt. Ab dem darauffolgenden Tag misst sie morgens nach dem Aufwachen ihre Basaltemperatur mit dem Temperaturfühler. Anhand dessen kann das Gerät bereits feststellen, ob heute ein fruchtbarer oder unfruchtbarer Tag ist. Im Gegensatz zum Temperaturcomputer gibt es aber zusätzlich noch die Möglichkeit, Daten zur Konsistenz des Zervixschleims, Beobachtungen zu Veränderungen am Muttermund oder Hormontestergebnisse einzutragen. Eine Kombination aus diesen Werten und der Basaltemperatur erlaubt es dem Gerät, die fruchtbaren Tage noch exakter zu bestimmen.

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Vorteile der Messung mit Symtothermal-Computern sind zum einen die einfache Handhabung, das schnelle Messergebnis und die hohe Sicherheit der Ergebnisse – sowohl zur Verhütung als auch zur Erfüllung des Kinderwunsches. Nachteilig auf die Sicherheit der Messergebnisse wirken sich jedoch unregelmäßige Schlafenszeiten (zum Beispiel bedingt durch Schichtarbeit), Zyklusschwankungen und Medikamente, die die Basaltemperatur beeinflussen können, aus. 
Sind Zyklus- bzw. Verhütungscomputer ein Muss?

Nein, denn sie funktionieren nach dem gleichen Prinzip wie die Methoden der Natürlichen Familienplanung (NFP). Das Einzige, was Ihnen die Geräte abnehmen, ist die Auswertung und Speicherung der Daten. Mit ein bisschen Übung und Routine können Sie Ihre Fruchtbarkeitsmerkmale aber auch selbst dokumentieren und auswerten – und sparen sich das Geld für die Anschaffung und Unterhaltung der nicht ganz günstigen Computer.



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