Voraussetzungen und Ablauf der Insemination

Hier erfahren Sie mehr über die Voraussetzungen und den Ablauf der Insemination.


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Was sind die Voraussetzungen?


Die Grundlage für eine künstliche Befruchtung durch Insemination sind gesunde Eileiter. Mit Ultraschall oder einer Bauchhöhlenspiegelung wird die Durchgängigkeit der Eileiter vor Beginn der Behandlung bei der Patientin geprüft.

Die Befruchtung kann zwar theoretisch im natürlichen Zyklus zum Zeitpunkt des Eisprungs erfolgen, in der Praxis hat sich dies aber als wenig erfolgversprechend erwiesen. Daher wird in vielen Fällen die Reifung der Eizellen durch Gabe eines Hormonpräparates stimuliert. Mit der Hormonbehandlung wird die Reifung mehrerer Eizellen begünstigt. Dadurch steigt zwar die Chance einer erfolgreichen Befruchtung, es erhöht jedoch auch die Wahrscheinlichkeit einer Mehrlingsschwangerschaft auf zwanzig Prozent.

Gespräch Insemination


© Thinkstock
Ablauf der Insemination

Der Samen für die Insemination wird durch Masturbation gewonnen. Die Spermien werden aufgefangen und mit einem speziellen Verfahren aufbereitet. Dabei wird das Ejakulat so  „gewaschen“, dass nur noch qualitativ hochwertige und besonders bewegliche Samenfäden in einer Lösung übrig bleiben. Bei der Aufbereitung können zudem bestimmte Spermien als Überträger von Erbkrankheiten aussortiert werden.

Dann wird das Sperma durch den Gebärmutterhals langsam in die Gebärmutter eingespritzt. Normalerweise ist die Behandlung schmerzfrei und wird ambulant beim Gynäkologen durchgeführt. Nach dem Eingriff bleibt die Frau noch kurz liegen, damit sich die Spermien richtig verteilen können. Angewendet werden in der Praxis vier verschiedene Arten der Insemination. Nach welcher Methode die künstliche Befruchtung durchgeführt wird, entscheidet der behandelnde Arzt individuell zusammen mit dem Paar je nach Erfolgsaussichten:

1) Kappeninsemination:
Das aufbereitete, verflüssigte Ejakulat wird in eine spezielle Kappe gefüllt, die mit Unterdruck am Gebärmutterhals befestigt wird. Die Verflüssigung dient dabei der zusätzlichen Beweglichkeit der Spermien. Die Samenfäden wandern von dort selbstständig über die Gebärmutter zum Eileiter. Nach ein paar Stunden löst sich der Unterdruck und die Kappe fällt von selbst ab. Diese Methode ist die einfachste Form der Insemination, die aber heute nur noch selten angewandt wird.

2) Intrazervikale Insemination (ICI):
Bei dieser Methode haben die Spermien einen deutlich kürzeren Weg zurückzulegen. Das ebenfalls verflüssigte Ejakulat wird dabei mit einer Spritze direkt in den Gebärmutterhals platziert. Bei normaler Spermienqualität und einem definitivem Eisprung sind die Erfolgsaussichten bei dieser Art der Insemination recht gut.

3) Intrauterine Insemination (IUI)
Die Spermien werden mit einem Katheter in die Gebärmutterhöhle injiziert. Bei dieser Methode werden Gebärmutter und Eizellenproduktion im Vorfeld hormonell stimuliert und der Eisprung wird mit Medikamenten, beispielsweise durch die Einnahme von Humanem Choriongonadotropin (hCG) künstlich herbeigeführt. Etwa 36 Stunden nach Verabreichung des ovulationsauslösenden Hormons wird bei der Frau die Insemination durchgeführt.

4) Intratubare Insemination (ITI)
Im Gegensatz zur IUI wird hier das aufbereitete Ejakulat unter Ultraschallkontrolle direkt in den Eileiter platziert. So verringert sich der Weg, den die Spermien zur Befruchtung der Eizelle zurücklegen müssen, noch einmal deutlich. Jedoch gibt es keine Studien, die dieser  Methode größere Erfolgschancen bescheinigen. Allgemein gilt diese Variante als etwas unangenehmer, da das Vorschieben des Katheters bis in den Eileiter als schmerzhaft empfunden werden kann.

Nach etwa vierzehn Tagen kann mit Hilfe eines Schwangerschaftstests festgestellt werden, ob eine Befruchtung stattgefunden. Tritt während dieser Zeit eine normale Regelblutung auf, war die Behandlung nicht erfolgreich.