Zervixschleim: Das Sekret beobachten

Der Zervixschleim verändert sich während des weiblichen Zyklus‘ von dünnflüssig bis zäh. Wer ihn Tag für Tag genau beobachtet, bekommt hilfreiche Hinweise auf die fruchtbaren Tage. Wir erklären, wie Sie den Zervixschleim richtig beobachten und deuten.


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Was ist der Zervixschleim?


Der Zervixschleim zeigt sich an einigen Tagen Ihres Zyklus in Ihrem Slip: Mal ist es ein kleiner eingetrockneter Fleck, der kaum zu sehen ist, mal ist es ein feuchter, leicht schleimiger Ausfluss. Für die ein oder andere mag das leicht befremdlich klingen. Aber: Der Zervixschleim ist etwas völlig Natürliches und zudem noch äußerst hilfreich, wenn Sie wissen wollen, wann Sie am leichtesten schwanger werden können.


© iStock

Die wichtigen Funktionen des Zervixschleims
Der Zervixschleim hat die Aufgabe in Form eines Schleimpfropfens den Gebärmutterhals zu verschließen und ihn vor Krankheitserregern und – in der unfruchtbaren Zyklusphase – vor Spermien zu schützen. Wenn sich im Lauf des Zyklus‘ der Östrogenspiegel ändert, ändert sich damit auch die Beschaffenheit des Zervixschleims. In der nicht fruchtbaren Phase hält er die Spermien vor dem Eindringen in die Gebärmutter ab, da ist er zäh und fest. In den Tagen vor dem Eisprung wird der Schleim dünnflüssiger, die Menge nimmt zu, jetzt können die Spermien schneller vorankommen. Ganz nebenbei schützt der alkalische Schleim die empfindlichen Spermien vor dem sauren Milieu in der Scheide. Der Zervixschleim zeigt also nicht nur an, wann Sie am fruchtbarsten sind – sondern er sorgt auch für optimale Bedingungen für die Befruchtung der Eizelle.
Das australische Ärzte-Paar Evelyn und John Billings hat in den 1950er Jahren die Beschaffenheit des Zervixschleims erstmals wissenschaftlich untersucht. Seither heißt diese natürlich Methode der Familienplanung und Verhütung "Billings-Methode".

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Wer regelmäßig den Zervixschleim beobachtet, wird schnell sehen, wie er sich verändert und bekommt damit wertvolle Hinweise auf die fruchtbaren Tage.
Entnahme des Zervixschleims
Der Zervixschleim lässt sich bei den meisten Frauen problemlos mit dem Finger am Scheideneingang abnehmen. Dazu wischt man mit dem Finger über den Scheideneingang. In manchen Fällen und an einigen Tagen im Zyklus kann es vorkommen, dass der Schleim sich eher direkt am Muttermund abnehmen lässt. Wenn äußerlich kein Schleim zu finden ist: Mit leicht geöffneten Beinen in die Hocke gehen und den Zeigefinger einführen. Der Muttermund liegt einige Zentimeter vom Eingang der Scheide entfernt und lässt sich als kleine Halbkugel tasten. Durch leichten Druck lässt sich der Zervixschleim am besten entnehmen. Am Anfang kostet das vielleicht ein bisschen Überwindung, aber nach ein paar Tagen wird die Beobachtung des Zervixschleims zu etwas ganz Alltäglichem.
Den Zervixschleim richtig deuten
Direkt nach der Menstruation
, also zu Beginn des Zyklus, fühlt sich die Scheide oft eher trocken oder nur leicht feucht an, es ist noch so gut wie kein Schleim festzustellen. Wenn Schleim zu finden ist, ist er zähflüssig und eher cremefarben.

Zur Mitte des Zyklus hin, verändert sich der Zervixschleim, der vom Muttermund in Richtung Scheideneingang wandert. Er wird von trüb, klumpig und zähflüssig zu glasig, wässrig und elastisch, ähnlich rohem Eiweiß.

Um den Eisprung herum wird der Schleim immer durchsichtiger, elastischer und flüssiger, er wird Fäden ziehen, wenn die zwei Finger auseinander gehen. Jetzt steigt auch die Schleimmenge deutlich an. Manche Frauen fühlen sich richtig feucht.

Um die Qualität zu bestimmen, sollte er zwischen zwei Fingern gefühlt, angeschaut und die Konsistenz untersucht werden. Zur verlässlichen Kategorisierung der Schleimqualität ist das Vergeben von Symbolen für die jeweilige Qualität sinnvoll.
Verhütung oder Kinderwunsch?
Für die richtige Einschätzung des eigenen Zyklus ist es wichtig, den Schleim täglich zu kontrollieren, zu bestimmen, auszuwerten und die Ergebnisse dann auf einem Zyklusblatt zu notieren. Mit diesen Symbolen können Sie die Beschaffenheit des Schleims eindeutig festhalten:
 
t = trocken
ø = kaum sichtbarer Schleim (zu Beginn des Zyklus)
f = feucht (bei fortschreitendem Zyklus)
S für dicklichen, weißen und zähflüssigen Schleim
S+ für nassen, elastischen, eiweißartigen Schleim (um den Eisprung herum)


Das t oder ø stehen dabei für die "schlechte" Schleimqualität und damit eher für unfruchtbare Phasen, das S oder S+ stehen für "gute" Schleimqualität in der fruchtbaren Phase. Für Frauen mit Kinderwunsch sind daher die Phasen von f bis S+ interessant. Frauen, die mit dieser Methode verhüten wollen, sollten hier auf Sex verzichten oder anders verhüten, beziehungsweise auf die Phasen mit t oder ø warten.

➤➤Weiterlesen: Wie Sie Ihre persönliche Zervixschleimbeobachtung richtig auswerten und wie sie sich mit der Temperaturmessmethode optimal kombinieren lässt. 

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