Zu alt zum schwanger werden? Marissas und Bernds Geschichte

Marissa und Bernd haben sich Zeit gelassen mit dem Kinderkriegen. Zu viel Zeit? Plötzlich hörte Marissa die biologische Uhr ticken. Doch es gab ein Happy End.


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Marissa und Bernd: Mit Insemination nachgeholfen


Auch Marissa* und Bernd Ortega hatten es sich einfacher vorgestellt, Eltern zu werden. „Irgendwann klappt's bei Ihnen bestimmt“, hatten die Ärzte gesagt, als das Paar nach zwei Jahren vergeblichen Probierens in eine Kinderwunsch-Praxis kam. Nur für irgendwann seien sie langsam zu alt, hieß es weiter. Da war Marissa 37 und Bernd 40.

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Marissa fiel in ein Loch. „Ich machte mir Vorwürfe, dass ich so lange gewartet hatte. Bald war ich auf jede schwangere Frau neidisch.“  Und als Bernd anfing zu überlegen, wie ein Leben ohne Kinder aussähe, reagierte sie wütend. „Ich dachte, wenn wir nicht fest genug daran glauben, klappt es nie“, sagt sie. „Dabei hatte er völlig Recht. Der Wunsch, ein Kind zu haben, bestimmte damals unser ganzes Leben. Gesund war das nicht.“

Schwanger werden klappt nicht bei allen Frauen ohne Probleme

Der Weg zum Wunschkind ist mitunter kompliziert. Mehr als 200.000 Paare suchen nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums jedes Jahr Hilfe, damit es endlich klappt mit der Schwangerschaft. Obwohl, statistisch gesehen, nur zwischen sechs und neun Prozent aller Frauen trotz Kinderwunsch nicht schwanger werden, wartet inzwischen jede dritte Frau länger als ein Jahr auf die Wunschschwangerschaft.

Je älter die Frau oder der Mann, desto schwieriger wird es

Das liegt u.a. daran, dass viele Paare erst an die Familiengründung denken, wenn ihr Körper eigentlich schon nicht mehr auf eine Schwangerschaft eingestellt ist. Biologisch gesehen sei es für Frauen am besten, vor dem 25. Lebensjahr Kinder zu bekommen, so Gynäkologe Heribert Kentenich. Je älter die Frau, desto größer die Chance, dass Entzündungen einen Eileiter verkleben lassen oder sich Myome in der Gebärmutter einnisten.

Medizinische Möglichkeiten um schwanger zu werden
  • 1 / 5
    Zyklusmonitoring

    Mithilfe von Ultraschall und Hormonbestimmung wird der genaue Zeitpunkt des Eisprungs festgestellt.

  • 2 / 5
    Hormonbehandlung

    Geringe Störungen im Eireifungsprozess oder im hormonellen Ablauf lassen sich oft mit Hormongaben beheben.

  • 3 / 5
    Insemination (Samenübertragung)

    Bei der Insemination werden extra aufbereitete Samenzellen zur empfängnisfähigen Zeit mit einem dünnen Katheter durch den Muttermund direkt in die Gebärmutterhöhle gespült.

  • 4 / 5
    IVF (In-Vitro-Fertilisation)

    Nach einer Hormonbehandlung werden der Frau Eizellen aus dem Eierstock entnommen und mit dem gespendeten Samen des Mannes in eine Petrischale gegeben. Entwickeln sich daraus mehrzellige Embryonen, werden maximal drei davon in die Gebärmutter eingesetzt.

  • 5 / 5
    ICSI (Intrazyto - plasmatische Spermieninjektion)

    Eine Samenzelle wird mit einer speziellen Technik direkt in eine Eizelle eingeführt und dann wie bei der IVF Embryonen in die Gebärmutter transferiert.


Aber das heißt natürlich nicht, dass Frauen jenseits der 25 nicht mehr schwanger werden können. Sondern nur, dass es, rein biologisch gesehen, mit zunehmenden Alter aufgrund der Abnahme der Fruchtbarkeit der Eltern schwieriger wird. Dass auch die Qualität der männlichen Spermien mit der Zeit nicht besser wird, wissen die Wenigsten. Dabei liegt es in weit mehr als einem Drittel aller Fälle am Mann, wenn's nicht klappt. Viele bleiben zwar grundsätzlich zeugungsfähig, aber ab 30 wird die „Trefferquote“ geringer.


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Sie gehört zu den am häufigsten angewendeten Formen der künstlichen Befruchtung. Voraussetzungen, rechtliche Bestimmungen und Kosten.


Insemination: Mit künstlicher Befruchtung nachgeholfen

Marissa und Bernd half schließlich eine Insemination. Dabei wird der Samen des Partners mit einem Schlauch direkt zur Eizelle in die Gebärmutter gespült. Es hat sechs Behandlungen gebraucht, bis es endlich mit dem schwanger werden klappte. "Es war unser letzter Versuch“, sagt Marissa. Und Luca, der so entstandene Sohn, blieb auch so nicht lange allein. Seine beiden Schwestern Luise und Henriette wurden einfach so gezeugt, ruck, zuck hintereinander. „Es war, als hätte mein Körper endlich kapiert, wie das geht mit dem schwanger werden“, sagt Marissa.

Es gibt viele solche Geschichten, dass es dann plötzlich doch noch auf natürlichem Wege klappt. „Zufall“, sagt Heribert Kentenich. „Solange es Spermien gibt, Eizellen und eine gesunde Gebärmutter, klappt es auch. Die Frage ist nur, wann.“

* Die Namen aller genannten Personen sind geändert


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