
Immer mehr Kindergärten betreuen Kinder unter 3 Jahren - für Eltern die Chance, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Was es dabei zu beachten gibt
Einen gesetzlichen Anspruch auf einen Kindergartenplatz haben Kinder erst ab dem Alter von 3 Jahren. Dennoch ist die Nachfrage nach Kindergarten-Plätzen und Kita-Plätzen für unter dreijährige Kinder sehr hoch. Viele Eltern finden für ihr Baby keinen Platz in einer öffentlich geförderten Betreuungseinrichtung.
Das könnte sich allerdings bald ändern: Laut Tagesbetreuungsausbaugesetz, das 2005 in Kraft getreten ist, soll die Zahl der Betreuungsplätze für Kinder unter 3 Jahren von derzeit 191.000 bis zum Jahr 2010 auf 420.000 steigen. Für immerhin 20 % der betroffenen Babys wäre dann gesorgt - und ihre Mütter hätten wieder bessere Aussichten, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen.
Schon jetzt nehmen immer mehr Kitas auch Kinder unter 3 Jahren auf und bieten damit Alternativen zu privat organisierten, oft mit hohen Betreuungskosten verbundenen und zeitlich begrenzten Betreuungsformen wie
Mit Krippenplätzen überdurchschnittlich gut versorgt sind übrigens die Stadtstaaten Hamburg und Berlin sowie die neuen Bundesländer. In Sachsen-Anhalt z.B. stehen für knapp 50 % der Kinder im Alter von 1 bis 3 Jahren Plätze in der öffentlichen Tagespflege zur Verfügung. Dennoch ist die Betreuung der Babys in Kitas, im Kindergarten und Krippen für viele Eltern zunächst mit Unsicherheit und Bedenken verknüpft. Die wollen wir im Folgenden aufgreifen - und ausräumen.
Die 1. Frage lautet natürlich: Welche Kinder haben überhaupt Chancen auf Betreuung in einer öffentlich geförderten Einrichtung?
„In den meisten Kitas entscheiden soziale Gründe über die Aufnahme eines Kindes“, sagt Kerstin Kohler-Gern, Leiterin der evangelischen Kindertagesstätte Immergrün in Freiburg. Der Nachwuchs allein erziehender, berufstätiger oder sich in der Ausbildung befindlicher Mütter hat in der Regel Vorrang. Auch eine schwierige Familiensituation kann die Aufnahme eines Kindes in Krippe oder Kita beschleunigen.
Apropos Krippe: Die Betreuung von unter Dreijährigen in eigens für diese Altersgruppe eingerichteten Kindergärten ist ein Auslaufmodell. Und zwar deshalb, weil die Vorteile altersgemischter Gruppen, in denen Kinder zwischen 1 und 6 im gemeinsamen Spiel soziales Verhalten lernen - etwa das Teilen oder die gegenseitige Rücksichtnahme -, bei weitem überwiegen.
Welche öffentlichen Einrichtungen Kinder unter 3 Jahren betreuen, ist bei Familienberatungsstellen und Jugendämtern zu erfahren.

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