
Liebe Eltern,
in der Ausgabe 4/2010 von spielen und lernen haben wir Sie mit Hase Emil und den Eierwärmer-Küken Trudi & Lilli bekannt gemacht.
Hier finden Sie die Schablonen als Download:
Schablone Hase (PDF) Schablone Küken (PDF)
Und hier haben wir für Sie ausführliche Hilfestellungen zum Basteln von Emil und Trudi & Lilli zusammengestellt. Viel Erfolg!
Allgemeine Einführung zum Nadel- oder Trockenfilzen
Beim Nadel- oder Trockenfilzen wird nur mithilfe einer speziellen Filznadel, an deren Spitze kleine Widerhaken sitzen, gefilzt. Heißes Wasser, Seifenlauge und Reibung wie beim Nassfilzen werden dabei nicht benötigt. Ohne großen Materialaufwand und nahezu überall lässt es sich daher wunderbar Nadelfilzen.
Zum Nadelfilzen eignet sich fast jede Filzwolle. Besonders gut und leicht lassen sich die kurzfaserigen Wollqualitäten verarbeiten. Denn die kürzeren und nicht gekämmten Fasern verfilzen beim Nadelfilzen wesentlich schneller. Besonders geeignet ist daher Filzwolle im Vlies, grobe Bergschafwolle, so genannte Märchenwolle und Filzwolle, die speziell zum Nadelfilzen angeboten wird. Die Farbpalette reicht von den reinen ungefärbten Naturtönen wie Braun, Grau, Schwarz und Weiß in unterschiedlichen Nuancen und Melierungen, über schöne pflanzengefärbte Töne bis zu der gesamten Farbpalette eingefärbter Wolle.
Die Filznadeln gibt es mit unterschiedlich tiefen Widerhaken. Gängig sind hier drei Stärken, die grobe, die mittlere und die feine. Für die Häschen empfiehlt sich eine mittlere oder feine Nadel. Besonders wichtig ist bei allen Nadeln, dass sie immer senkrecht eingestochen werden. Daher wird immer das Filzmodell auf der Unterlage gedreht, um eine optimale Stechposition zu haben. So verbiegt sich die Nadel nicht und die Gefahr sich zu stechen, ist wesentlich geringer.
Als Unterlage können einfache Schaumstoffreste (mindestens 4 cm dick und 10 x 10 cm groß), ein Autoschwamm oder natürlich die speziell angebotenen Filzunterlagen aus Schaumstoff oder die so genannten Filzmatten verwendet werden.
Nadelfilzen mit Kindern:
Einfache Formen lassen sich mit Kindern ab ca. 5 Jahren gut filzen. Eine Einführung in den Umgang mit der Nadel sollte durch einen Erwachsenen erfolgen. Am besten übt man am Anfang ein wenig zusammen. Auch sollten die Kinder keine zu festen Stechbewegungen ausführen, sondern kontrolliert und gleichmäßig arbeiten. Das klappt aber meistens recht schnell und gut.
Zum ersten Ausprobieren können auch größere Ausstechformen (für Plätzchen) auf die Unterlage gesetzt werden (hier wären Frühlingsmotive schön, wie Schmetterlinge, Eier oder Hasen). Diese werden mit Filzwolle gefüllt und dann wird innerhalb der Form gefilzt. So erlernen die Kinder die Handhabung der Filznadeln auf eine sichere Art und haben schnell schöne Erfolge.
Das Formen beim Nadelfilzen:
Nun geht es mit dem Formenfilzen los. Um die Filzwolle mit der Nadel in die gewünschte Form zu filzen, die Wolle in den Händen vorab in die Grundform der Hasenschablone vorformen. Nun die vorbereitete Form auf die Filzunterlage legen und ringsum fixieren. Dazu immer wieder mit der Filznadel senkrecht einstechen und die Wolle mit Stechbewegungen von oben nach unten filzen. Die grobe Hasenform auf der Unterlage immer wieder wenden. Dadurch lösen sich die Wollfasern, die sich in der Unterlage verhakt haben und es kann weiter senkrecht eingestochen werden. Vergleichen Sie beim Filzen immer wieder die entstehende Form mit den Schablonenumrissen, so kann die Filzfigur gleich angepasst werden.
Feinere Formen lassen sich durch vermehrtes Einstechen erarbeiten. Um Vertiefungen und Einkerbungen zu erhalten, an der vorgesehnen Stelle (beispielsweise zum Herausarbeiten der Vertiefung zwischen den angedeuteten Beinen) solange gezielt und wiederholt einstechen, bis sich die Fasern ausreichend verdichtet und dadurch zusammengezogen haben.
Soll zusätzliches Volumen – oder dickere Stellen – entstehen, Wolle in der gewünschten Menge auflegen und wie gewohnt auffilzen. Zusätzliches Volumen durch Auflegen lässt sich beliebig aufbauen, während Vertiefungen nur bis zu einem gewissen Grad möglich sind.
Um schöne Konturen (bspw. an den Ohrenkanten des Hasens) zu erhalten, die Wollfasern vom Rand der Figuren wiederholt auf die Oberfläche hochlegen und oberhalb der Kanten entlang fest filzen. Dann die Kanten von allen Seiten schön in Form filzen.
Um Teile miteinander zu verbinden, bleiben an den jeweiligen Teilen (bspw. den Ohren oder den Armen) einige Wollfasern unbearbeitet stehen. Diese Stellen sind in der Schablone durch lange gestrichelte Büschel markiert. Die Ansatzfasern werden dann flächig auf die Ansatzstelle aufgelegt und dort festgefilzt. Reicht diese Verbindung nicht aus, zusätzlich noch etwas Wolle in der entsprechenden Farbe eng um die Ansatzstelle legen und ebenfalls anfilzen bis eine gleichmäßige Oberfläche entstanden ist.
Zum Auffilzen feiner Linien aus der farbigen Filzwolle einige dünne Fasern herausziehen und diese zwischen den Fingern zu dünnen Strängchen vorformen und dann mit der feinen Nadel und vorsichtigen, nicht zu tiefen Stichen auffilzen.
Farbige Flächen aus der Wolle zupfen, in der gewünschten Form (bspw. den Fleck um das Auge) flächig auf die Filzfigur auflegen und mit vielen gleichmäßigen, aber ebenfalls nicht zu tiefen Stichen fest filzen.
So, und nun viel Spaß beim Filzen von Emil und einer ganzen Hasenfamilie!
Das Sticken auf Filz ist besonders angenehm und leicht. Denn der Filz liegt schön stabil in der Hand, verzieht sich nicht und ergibt ein tolles Stickbild. So macht das Sticken auch absoluten Stickneulingen und Kindern viel Spaß.
Das Sticktwist gibt es in vielen schönen leuchtenden Farben und kleinen Strängchen.
Zu Beginn jeder Stickerei wird der Faden vernäht, indem einige Male vor und zurück gestochen wird. Damit die Vernähstiche nicht auf der anderen Seite zu sehen sind, beim Besticken mit Filz nicht ganz durch den Filz durch stechen. Oder einfach einen Knoten in den Fadenanfang machen und den Faden durchziehen bis der Knoten auf der Rückseite als „Sicherung“ festhält. Das Verknoten empfiehlt sich beim Sticken mit Kindern.
… ist ein besonders einfacher, aber sehr hübscher Stich, der auch etwas ungleichmäßiger von Kinderhand gestickt, sehr reizvoll aussieht. Zudem lässt sich mit diesem Stich schnell arbeiten, gut etwas Zusammennähen oder auch einfach nur Verzieren.
Der Vorstich wird von rechts nach links gestickt. Auf der gedachten oder aufgezeichneten Linie ausstechen und einige Millimeter später wieder einstechen. Nun ist die Nadel auf der Rückseite. Dann nach dem ungefähr gleichem Abstand von hinten nach vorne wieder ausstechen. Mit dieser gleichmäßigen Auf- und Ab-Bewegung die ganze Linie nachsticken.
Saumstich:
Mit dem Saumstich werden Stoff- oder hier die Filzschnittkanten umstickt. Auch dieser Stich ist ganz leicht und wirkt sehr dekorativ.
Beim Saumstich einige Millimeter unterhalb der Schnittkante von der Rückseite des Stoffes nach vorne durchstechen. Nun die Nadel mit dem Faden über die Kante nach hinten führen und seitlich versetzt, aber auf gleicher Höhe wieder durch den Stoff nach vorne ausstechen. So weiter arbeiten bis die Kante in der gewünschten Länge gesäumt ist.
Spannstich:
Der Spannstich ist ein Stich, der in beliebiger Länge und Richtung gestickt werden kann. Hier werden Linien oder Konturen durch einzelne oder mehrere dicht nebeneinander gesetzte Stiche betont.
So geht der Spannstich:
Einzelne Linien aufzeichnen oder durch zwei Punkte markieren. Nun am Beginn der Linie – oder am ersten Punkt ausstechen und am Ende der Linie – oder am zweiten Punkt wieder einstechen. Den Faden noch leicht anziehen und fertig ist der Spannstich.
Text + Zeichnungen: Ute Krämer

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