Fehler in den Hausaufgaben nicht direkt korrigieren


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Fehler in den Hausaufgaben nicht direkt korrigieren

Die Grundschullehrerin Ingrid Leinemann (61) aus Karlsruhe über selbstständig arbeitende Kinder und hilfreiche Eltern: familie&co: In der Grundschule werden die Weichen für erfolgreiches und selbstständiges Lernen gestellt. Worauf sollten Eltern von Anfang an achten, damit es mit den Hausaufgaben klappt?
Ingrid Leinemann: Zunächst muss das Drumherum stimmen. Dazu gehört ein ruhiger Arbeitsplatz und ein Zeitplan, der die Pflichten und Freuden des Kindes in Einklang bringt. Im Idealfall bilden Schulkind und Elternteil ein Team, das sich zu Beginn der Hausaufgaben über die Reihenfolge der anstehenden Arbeiten und die dafür benötigte Zeit einigt – einschließlich Pausen. Wie sollten sich Eltern verhalten, während das Kind seine Hausaufgaben macht?
Wichtig ist, dass der Schüler allein mit der Arbeit beginnt. Nach einiger Zeit können sich die Eltern nach dem Fortgang erkundigen. Ansonsten sollten sie das Kind in Ruhe arbeiten lassen. Und wenn das Kind Hilfe bei den Schulaufgaben braucht?
Dann spielen Eltern natürlich Feuerwehr. Das heißt, sie helfen nur, wenn das Kind wirklich nicht mehr weiterkommt. Ein Tipp zum selbstständigen Weiterarbeiten – mehr nicht! Zusätzliche Hilfen sollten immer mit der Lehrerin abgesprochen werden. Wie verhalten sich Eltern richtig, wenn sie Fehler entdecken?
Stellt sich heraus, dass etwas falsch geschrieben oder gerechnet ist, sollten Eltern das Kind bitten, selbst nach dem Fehler zu suchen. Dabei sind verdeckte Hinweise erlaubt, zum Beispiel auf die entsprechende Zeile, nicht aber direkte Korrekturen. Wie lange dürfen Schüler an ihren Hausaufgaben sitzen?
Am Anfang etwa eine halbe Stunde, ab Klasse 3 und 4 bis zu einer Stunde, danach zwei und mehr Stunden.