Interview mit Schulexperte Prof. Peter Struck


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Interview mit Schulexperte Prof. Peter Struck


über das Image von Privatschulen, ihre Vorzüge und Besonderheiten Ist das Vertrauen gerechtfertigt, das viele Eltern privaten Schulen entgegenbringen?
Prof. Peter Struck: Ja, denn von den über 3000 deutschen Privatschulen sind etwa 2000 besonders gut in dem Sinne, dass sie die PISA-Standards erfüllen. Das ist ein hoher Anteil, denn von den etwa 40000 staatlichen Schulen sind nur 2000 besonders gut. Merkmale einer guten Schule sind eine starke Schulleiterpersönlichkeit, ein Konsens im Lehrerkollegium, ein besonderer Schwerpunkt, eine enge Zusammenarbeit zwischen Eltern- und Lehrerschaft, eine heruntergespielte Bedeutung der Noten, eine individuelle Förderung der Kinder, längere Grundschulzeiten, jahrgangsübergreifende Klassen und der Ganztagsbetrieb. Aber: Auch viele staatliche Schulen sind inzwischen auf einem guten Weg. Entscheidend ist somit die Beantwortung der Frage: Welche Schule passt am besten zu meinem Kind? Für welchen Typ Kinder empfiehlt sich der Besuch einer Privatschule und welche sind weniger oder gar nicht geeignet?
Privatschulen sind gut für sensible, emotionsstarke und musisch begabte Kinder, für Schüler mit Ausfallerscheinungen oder Besonderheiten wie Hochbegabung, Legasthenie, Rechenschwäche, Talent in Musik oder Sport sowie für solche, die sich einer bestimmten Weltanschauung oder Religion verbunden fühlen. Für robustere Naturen und zur Trägheit neigende Kinder sind wohl staatliche Schulen günstiger. Wie sieht die Elternarbeit an Privatschulen aus?
Schüler an Privatschulen haben meist sehr engagierte Eltern, und das wird von den Schulen auch erwartet. Dabei erstreckt sich der Einsatz der Eltern sowohl auf die praktische Unterstützung des Unterrichts und die Organisation der vielfältigen, von der Schule angebotenen Freizeitaktivitäten als auch auf die programmatische Weiterentwicklung des Schulprofils. Von Privatschuleltern wird in der Regel also mehr Interesse am Schulgeschehen, ein höheres finanzielles Engagement und eine umfangreichere Unterstützung der Schulgemeinschaft erwartet. Erinnern wir uns: Viele Privatschulen verdanken ihre Existenz der Initiative von Eltern.