Kinder einer Gruppe müssen sich gut verstehen


(0)

Melden Sie sich in unserer Community an, um Beiträge zu Ihren Favoriten hinzuzufügen.

Jetzt anmelden

Kinder einer Gruppe müssen sich gut verstehen

Besonders entlastend findet sie es, dass sie sich nicht mehr - wie früher üblich - dauernd mit ihrem Sohn in die Wolle kriegt: „Als Mutter ist man an seinem Kind einfach zu nah dran, um Probleme, wie sie bei den Hausaufgaben entstehen, ruhig und gelassen zu regeln. Gleichaltrige sind lockerer im Umgang miteinander und akzeptieren es viel besser, wenn einer dem anderen etwas erklärt.“ Ihre anfängliche Skepsis hat sich verflüchtigt: „Natürlich flachsen die beiden zwischendurch auch mal rum oder rufen einen Freund an. Kurze Zeit später aber sind sie wieder bei der Sache.“

Sylvia Trebitschs Erfahrung deckt sich mit Beobachtungen von Pädagogen: „80 Prozent aller Schülerinnen und Schüler eignen sich für die Arbeit in Partnerschaften oder Lerngruppen. Wichtig ist, dass die Kinder gut zueinander passen, sich also entweder mögen, aus der Nachbarschaft sind oder aus einer Klasse kommen“, sagt Peter Struck. Unterschiedliche Begabungen und Kenntnisstände der Kinder hält der Lernexperte indes eher für einen Vorteil. Einschränkungen machen Lerntrainer wie Dirk Konnertz beim Alter und der Gruppengröße. So sollten die Kinder frühestens im zweiten Schuljahr mit der Partnerarbeit beginnen und erst nach der 6. oder 7. Klasse in größeren Gruppen lernen. „Zur Arbeit in einem mehrköpfigen Team gehört ein hohes Maß an Verantwortung für sich selbst und die Gruppe“, weiß Birgit Koß aus ihrer Tätigkeit als Kindercoach in Berlin. „Sonst ist Team nur eine Abkürzung für ,Toll, ein anderer macht's'.“ Lernen im Doppelpack hält die Beraterin für eine gute Möglichkeit, die allseits geforderten sozialen Kompetenzen, Team- und Kooperationsfähigkeiten einzuüben. Ohne Regeln geht es nicht Was beim gemeinsamen Lernen - unabhängig davon, ob paarweise oder in Gruppen gearbeitet wird - in jedem Fall geregelt sein muss, sind die Rahmenbedingungen. Dazu gehören:
  • Die Anzahl der Teilnehmer (max. 5), der Ort sowie die Häufigkeit und Dauer der Treffen sind genau festgelegt.
  • Alle Teilnehmer verpflichten sich zur Einhaltung des gemeinsam vereinbarten Ziels (Erledigung von Hausaufgaben und Referaten, Vorbereitung auf Klassenarbeiten und Prüfungen etc.) und zur gegenseitigen Unterstützung.
  • Die Eltern sind mit dem gemeinsamen Lernen einverstanden und tragen zum Gelingen der Treffen bei (z.B. durch Bereitstellung eines ausreichend großen Arbeitsplatzes, von Essen und Getränken, eines Lexikons oder Laptops, Spielen).
  • Ein Elternteil ist während der Zusammenkünfte erreichbar und überprüft die Hausaufgaben (bei jüngeren Kindern).