Nachteilsausgleich

In einigen Bundesländern kann Ihrem Kind in der Schule ein Nachteilsausgleich gewährt werden. Was genau das ist und welche Vor- und Nachteile eine solche Maßnahme haben kann, erfahren Sie hier.


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Was ist ein Nachteilsausgleich?


Ein Nachteilsausgleich soll einem Kind mit Legasthenie entgegenkommen und ihm dabei helfen, seinen Leistungen entsprechend und unabhängig von den Lese- und Rechtschreibproblemen bewertet zu werden. Dafür stehen Kindern besondere Fördermaßnahmen oder Sonderstellungen in der Schule:

•    Nur freiwillig vorlesen und an die Tafel müssen
•    Mehr Zeit bei Tests
•    Rechtschreibung  und Leseleistung werden nicht bewertet
•    Vorlesen der Aufgabenstellungen
•    Feste Hausaufgabenzeit: Kind muss nur liefern, was es in der Zeit schafft
Wer bekommt einen Nachteilsausgleich?

Nachteilsausgleich bei Legasthenie



Wann ein Nachteilsausgleich erlassen wird, ist nicht gesetzlich geregelt sondern ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich.

In einigen Bundesländern wird zur Gewährung eines Nachteilsausgleichs eine sogenannte multiaxiale Diagnostik verlangt. Das heißt, es werden Gutachten zu klinisch-psychiatrischen Symptomen, zum Entwicklungsstand, zur Intelligenz, zur körperlichen Symptomatik und aktuelle psychosoziale Umstände gefordert. Diese müssen dann einem Schulpsychologen vorgelegt werden, der dann darüber entscheidet, ob dem Kind ein Nachteilsausgleich gewährt wird.

Selbst wenn Ihnen kein Nachteilsausgleich gewährt wird, haben die Lehrer Ihres Kindes Spielräume bei der Bewertung und Leistungsüberprüfung. Sprechen Sie mit Ihnen darüber!
Nachteilausgleich - Pro und Contra 
Ein Nachteilsausgleich kann für Kind und Eltern eine Erleichterung sein, da der Druck von den Schultern des Kindes genommen wird. Ob man einen Nachteilsausgleich beantragt, sollte dennoch sorgsam abgewägt werden, denn er kann auch Nachteile mit sich bringen:

Vorteile:

•    Keine frustrierenden schlechten Noten mehr
•    Kind kann mit seinen anderen Begabungen glänzen
•    Mehr Ruhe und Sicherheit und weniger Angst vor der Schule
•    Hilft vielleicht, eine weiterführende Schule zu erreichen, die dem eigentlichen
     Intelligenzniveau entsprechend ist
•    Kann individuell gestaltet werden und damit zusätzlich fördern und motivieren

Nachteile:

•    Anmerkung zum Nachteilsausgleich stehen im Zeugnis (kann auf spätere
     Karrierechancen und Versicherungsmöglichkeiten Einfluss haben)
•    Kind fühlt sich durch besondere Stellung "behindert" oder "krank"
•    Hänseleien und Ausgrenzungen
•    Keine Motivation mehr zum Lernen da Leistungen nicht bewertet werden
•    Bei Schulwechsel muss immer wieder ein neues Gutachten eingereicht werden


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