Schul-AG als bewertungsfreie Zeit

Die Schul-AG als bewertungsfreie Zeit: so nehmen Schüler das Angebot wahr. Die AGs bieten ihnen einen Raum, um Neues zu lernen ganz ohne den üblichen Noten-Druck. Individuelle Fähigkeiten können auf diese Weise also viel besser gefördert werden.


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Aber nicht nur dass Schul-AGs aus Sicht der Bildung ein sinnvolles Nachmittagsprogramm für Schüler sind, das Angebot scheint auch bei den jungen Schülern sehr gut anzukommen. Kein Wunder, stehen die Kleinen doch lieber am Herd statt an der Tafel, formen lieber aus Ton Schälchen, stricken ihrer Puppe einen Pulli oder schnitzen Figuren, statt wie angenagelt auf dem Stuhl zu sitzen und dem Lehrervortrag zu lauschen. Auch dass die unter Anleitung von Fachleuten erworbenen Fertigkeiten bei den Mitschülern mehr Eindruck hinterlassen als jedes Kraftmeier-Gehabe auf dem Schulhof, trägt zur Beliebtheit der Schul-AGs bei.


Individuelle Interessen fördern in der Schul-AG

Begeisterung wecken für Wissenschaft und Forschung. In der Schul-AG geht das ganz ohne Leistungsdruck.



Die spielerische Förderung der Kreativität und handwerklich-künstlerischer Begabungen macht den Kindern zudem einfach viel Spaß und motiviert sie, ihre Talente auszuschöpfen - gerade weil sie, anders als im normalen Unterricht, nicht nur passiv zuhören, sondern selbst tätig werden können. Das Schönste aber ist, dass die Kurse sogenannte bewertungsfreie Zeit sind. Hier dreht sich endlich einmal nicht alles um Leistung und Noten. „Da gehen die Schüler oft viel hilfsbereiter und freundlicher miteinander um. Deshalb stärken diese Kurse auch die soziale Kompetenz“, sagt Ulrich Hecker vom Grundschulvcerband (GSV).

Auch Eltern schätzen das Angebot der Schul-AG


Auch Eltern schätzen die Arbeitsgemeinschaften. So ist es für sie doch viel angenehmer zu sehen, dass ihre Schützlinge gut gelaunt und motiviert zur Schule gehen und schon morgens am Frühstückstisch vom Inlineskatingkurs am Nachmittag schwärmen. Bei vielen Schulmuffeln, die von der staubtrockenen Theorie und dem Notendruck genervt sind, bewirken die Zusatzangebote der Schulen kleine Wunder.

Doch noch lange kann nicht jede Schule mit einem großen Angebot aufwarten. Umfang und Intensität der Angebote unterscheiden sich von Grundschule zu Grundschule: Sie reichen vom Ausflug zur Stadterkundung über Kochen und Backen, Kettenbasteln, Tanzen, Keyboard-Unterricht bis hin zum Zirkus- und Jonglier-Kurs. Manchmal ist das Angebot so groß, dass die Wahl schwerfällt: „Die Schüler sollten aber auf jeden Fall eine selbstständige Entscheidung treffen und die Eltern höchstens als Berater fungieren“, rät Hecker. Eine selbstverantwortliche Entscheidung ist vor allem deshalb gefragt, weil die einmal getroffene Wahl, an einem bestimmten Kurs teilzunehmen, im laufenden Schuljahr meist nicht zurückgenommen werden kann.

Schulrektor Michael Rieger beruhigt: „Auch wenn eine Arbeitsgemeinschaft nach einiger Zeit nicht mehr erste Wahl ist - kein Kurs ist verschwendete Zeit. Überall gibt es etwas zu lernen, das man an anderer Stelle anwenden kann. Und zum Spaß gehört eben auch das Durchhalten.“