Die 24. Woche schwanger: von Baby-Boxern und Bauchgrabschern

In dieser Folge des Schwangerschaftstagebuchs muss endlich ein Geburtsvorbereitungskurs her. Außerdem: "MiMiMi" oder auch "Schlafen in der Schwangerschaft ist schwer".


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24. SSW: Hallo, Baby-Boxer


In meinem Bauch ging es langsam zu wie in einem Boxring: Es wurde getreten und gestrampelt, was das Zeug hielt. Und: Es kamen immer mehr Wehwehchen dazu. Die Hosen gingen nur noch schwer zu, das Herumdrehen von der einen auf die andere Bettseite wurde anstrengender, Schuhe binden wurde zur nervlichen Zerreißprobe, und die Emotionen fuhren Achterbahn. Ich konnte mir nur ausmalen, wie sich das die nächsten Monate noch entwickeln würde.

Babybauch SSW 24


© privat
Es war natürlich schön, das Ganze so intensiv zu spüren und an den Aktivitäten der kleinen Maus teilhaben zu dürfen. Mal sah man eine kleine Beule (ein Füßchen) an der Bauchdecke entlangstreifen oder treten, mal wölbte sich der komplette Bauch, wenn sie sich drehte. Man konnte einfach stundenlang dabei zusehen.

Zu meinem Übel ging es eigentlich immer genau dann so richtig los, wenn ich gerade ins Bett gehen und schlafen wollte. Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit, bis ich endlich die Augen zumachen konnte. Also lag ich oft noch ziemliche lange wach und grübelte vor mich hin, bis ich auch endlich zu meiner wohlverdienten Ruhe kam.
Du, wie kommt das Baby da rein?
Mittlerweile konnten nun auch Außenstehende am Geschehen teilhaben. Was die meisten natürlich dazu bewegte, in eine Art Trance-ähnlichen Zustand zu verfallen und stundenlang auf meinen Bauch zu starren. Es gab aber nicht nur die pausenlosen Starrer, nein, es gab auch die Grabscher :-) Ich habe schon oft gehört, dass Frauen in der Schwangerschaft sehr bedacht darauf sind, nicht angefasst zu werden. Dass sie es als einen enormen Eingriff in ihre Privatsphäre sehen und sehr sensibel bzw. gereizt darauf reagieren. Kann ich natürlich verstehen. Sowas sollte man generell nicht einfach machen, sondern vorher fragen. Jeder ist da anders. Ich fand es nicht schlimm und so durfte jeder Interessent auch mal anfassen, wenn er lieb fragte. Mich freute es eher, wenn jemand an dem Wunder teilhaben wollte und ganz interessiert die Hand auf den Bauch legte. Ich hatte hier überhaupt keine Berührungsängste und freute mich darüber, mein Glück teilen zu können. Ich machte lediglich einmal die Erfahrung, dass jemand ungefragt direkt hinlangte und euphorisch in die Menge schrie "Ohhh, du bist ja schwanger". Da kam ich mir auch etwas überrumpelt vor und ging sofort in die Defensive. 

Ganz besonders süß fand ich es aber, wenn Kinder den Bauch anfassen wollten und die üblichen Fragen hierzu stellten. Zum Beispiel: "Wie ist das Baby da rein gekommen?" Herrlich! Meine Antwort darauf: "Das erklärt dir dann mal die Mama oder der Papa!"
MiMiMi - Schlafprobleme und die Folgen

Die Tritte und Bewegungen waren nicht der einzige Grund, warum das Schlafen unruhiger wurde. Nachts plagten mich erneut Wadenkrämpfe. Ein Zeichen dafür, dass ich es mit dem Trinken etwas schleifen ließ. Auch völlig untypisch für mich war, dass ich neuerdings relativ früh wach wurde und dann nicht mehr einschlafen konnte. Erst nicht einschlafen können und dann zu unmöglichen Zeiten hellwach werden. Hurra! Und mit früh meine ich wirklich früh! Zwischen fünf und sechs Uhr morgens ist für mich ein Unding. Ich weiß, ich weiß... das wird sich ohnehin zukünftig ändern. Aber es musste ja jetzt nicht schon sein.

Durch diese Umstände war ich tagsüber natürlich nicht so wirklich fit. Der Schlafmangel machte sich durch Müdigkeit und emotionale Instabilität bemerkbar. Sprich - ich bekam tagsüber nicht wirklich die Augen auf, und nach der Arbeit weinte ich viel, ohne wirklich einen Grund zu haben. Da kam dann wieder alles zusammen. Müdigkeit, Stress, Hormone. Eine unglaublich tolle Mischung.

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Geburtsvorbereitungskurs in letzter Minute

In der 24. Schwangerschaftswoche kümmerte ich mich auch endlich um einen Vorbereitungskurs. Ich war, wie so oft, etwas spät dran. Leider schiebe ich Dinge gerne mal vor mir her, das wurde auch in der Schwangerschaft nicht besser. Ich kam häufig einfach nicht in die Gänge und war oft zu müde, um mich um irgendetwas zu kümmern. Ich nannte mich selbst gerne das kleine, runde, unmotivierte Wrack. Schwups war wieder eine Woche mehr um, in der ich nichts geschafft hatte. Ich durfte mir schon die ganze Zeit anhören, dass ich viel zu spät sei und ich mit Sicherheit keinen Kurs mehr finden würde.

Nur zu gerne antwortete ich darauf mit rollenden Augen und einem müden Lächeln. Es würde ganz sicher noch etliche Kurse angeboten werden, dachte ich für mich. Ich war ja gerade mal etwas über Halbzeit. Ich steckte es einfach in die Kategorie "Panikmache" und kümmerte mich, wie gesagt, erst in der 24. SSW um einen Kurs bzw. eine Hebamme. Öhm ja, weit gefehlt. Schnell stellte ich fest, dass man sich hier wirklich sputen muss und doch etwas früher darum kümmern sollte. Ich hatte lediglich Glück und fand eine ganz tolle Hebamme über das Internet. Hier kann man gezielt nach Hebammen aus der Umgebung suchen. Ich stieß auf ihre schöne Homepage und mein Bauchgefühl sagte mir sofort: „DIE MUSS ES WERDEN !!!“ Ich hatte direkt ein positives Gefühl bei ihr. Was sie letztendlich auch wurde. Aber auch sie mahnte mich und meinte, dass ich recht spät sei und wirklich nur Glück hatte, dass sie noch Termine frei hat. Hebammen wären schon sehr lange im Voraus ausgebucht, ebenso die Kurse. Auch hier hatte ich doppelt Glück. Sie hatte ebenfalls noch ein Plätzchen in ihrem Vorbereitungskurs frei. Also: gerade nochmal gut gegangen.

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Im Endeffekt bin ich wirklich froh und dankbar, dass alles noch so kurzfristig geklappt hat. Ich muss ja ernsthaft gestehen, dass ich mir selbst nicht so einen Stress gemacht habe, weil ich der Meinung war, im schlimmsten Fall keinen Kurs zu benötigen. Im Nachhinein kann ich jedoch sagen, dass mir der Kurs unglaublich viel gegeben hat. Denn es ist eben nicht so, wie so oft behauptet und belächelt, dass man im Kreis sitzt und gemeinsam hechelt. Das ist Unsinn. Was genau wir im Vorbereitungskurs gelernt haben? Darüber werde ich in den nächsten Wochen berichten.

Was das Bauch-Anstarren und -Anfassen betrifft: War euch das unangenehm oder habt ihr das locker gesehen? Ich bin neugierig auf eure Erfahrungen und Kommentare!

Alle Folgen meines Schwangerschaftstagebuchs findet ihr auf der Themenseite "Schwangerschaftstagebuch" hier bei familie.de.

Eure Daniela




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