Die 29. Woche schwanger: Willkommen beim Geburtsvorbereitungskurs

Beim Geburtsvorbereitungskurs gewinnt Daniela viele neue Erkenntnisse: Was in die Kliniktasche muss, warum man den Mann bei der Planung nicht vergessen darf und dass es eine "perfekte" Schwangerschaft gar nicht gibt.


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SSW 29: Geburtsvorbereitungskurs mit Keksen


Wie die Woche zuvor bereits angekündigt, startete in der 29. Schwangerschaftswoche mein Geburtsvorbereitungskurs. Darauf wartete ich nun schon die ganze Zeit. Mittwochabend war es endlich soweit. Von der Arbeit aus düste ich direkt zum Kurs. Dieser fand in den Privaträumen meiner Hebamme statt. Mitzubringen waren lockere Kleidung, dicke Socken und eine kleine Decke. Wir sollten es schließlich gemütlich haben. Insgesamt waren wir zu fünft - alle Ende zwanzig, Anfang dreißig.

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Wie man es aus Film und Fernsehen kennt, saßen auch wir im Kreis auf dem Boden. Unsere Hebamme stellte uns netterweise Kekse, Schokolade und Tee in die Mitte. Hier durften wir uns nach Herzenslust bedienen - was ich auch tat. Ich fühlte mich direkt wohl. Begonnen hatte alles mit einer kleinen Vorstellungsrunde. Wir sollten ein bisschen was über uns, unseren bisherigen Schwangerschaftsverlauf, unsere Erwartungen und Ängste erzählen. Während wir uns nacheinander vorstellten, fiel mir auf, dass ich die einzige UNVERHEIRATETE Schwangere war. Bei jedem blitzte ein Ring am Finger, nur nicht bei mir. Das musste Zuhause angesprochen werden, dachte ich mir spaßeshalber. War ja wieder klar, dass ich aus dem Raster falle. Generell hätte ich mich gleich so vorstellen sollen:

"Hallo hier bin ich, Daniela. :-) Nein, ich bin nicht verheiratet, das Baby war auch nicht geplant, ich trinke jeden Tag mindestens eine Tasse Kaffee und streite mich auch während der Schwangerschaft öfter mal mit meinem Partner. Bisher habe ich keine Ratgeber gelesen, ich leide ziemlich oft an hormonellen Hochs und Tiefs und wenn ich kleine Hundebabys sehe, fange ich an zu weinen.

PS: Im Moment habe ich übermäßiges Verlangen nach Kuchen und Keksen. Sollte die vor meiner Nase platzierte Schüssel also nicht sofort verschwinden, esse ich sie komplett leer! Das ist mein Ernst.“


Was ich natürlich nicht tat. Witzig wäre es aber schon irgendwie gewesen. Ich entsprach einfach nicht meinem eigenen Bild der perfekten Schwangeren, der perfekten Kleinfamilie. Ich ging naiver Weise davon aus, dass es bei allen anderen viel harmonischer und geregelter zugeht. Alles wunderbar und rosarot. Schließlich waren deren Babys ja "geplant" und alle waren "verheiratet." Nach den ersten Erzählungen war aber klar, dass das nicht der Fall war. Alle hatten im Grunde ihre Päckchen und Lasten zu tragen. Es gab Probleme mit der Schwangerschaft, mit dem Partner, oder Probleme finanzieller Natur. Jede Einzelne plagten andere Ängste und sie fühlten sich teilweise, wie auch ich mich oft, ziemlich alleine. Von diesem belastenden Gefühl hatte ich ja bereits zu Beginn meiner Schwangerschaft berichtet. Zwar hatte ich mich auch in meinem Aquagymnastikkurs mit anderen Schwangeren unterhalten, solche "ernsteren" Themen wurden aber nie angesprochen. Für mich war es daher beruhigend zu erfahren, dass ich nicht die Einzige bin, bei der nicht immer nur heiter Sonnenschein herrscht. Keiner brauchte irgendeine Fassade aufrecht zu erhalten, und konnte einfach erzählen wie es ihm wirklich geht. Man hatte endlich das Gefühl, verstanden zu werden. Das tat unglaublich gut. Auch aus diesem Grund war ich sehr froh darüber, den Kurs belegt zu haben.
Was wollte ich gerade?

Nachdem wir alle ein bisschen von uns erzählt hatten, kamen wir anschließend zum eigentlichen Thema des Abends. Gott sei Dank bekamen wir hierfür Themenzettel ausgeteilt und besprachen diese gemeinsam. Zettel!!! Eine tolle Sache, wie ich fand. Mein Hirn konnte also weiterhin auf Standby bleiben. Dieses war nämlich schon seit Wochen nicht mehr aufnahmefähig. Geschweige denn, dass ich mir noch irgendetwas merken konnte. Keine Chance. Ich war daher ziemlich froh über jedes Stückchen Papier, welches ich mit nach Hause nehmen durfte.

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Hab ich schon? Muss ich noch? Woran es liegt, dass Mütter nach der Geburt vergesslich werden.


Teilweise dachten meine Mitmenschen schon, dass ich sie auf den Arm nehmen wollte mit meiner Vergesslichkeit. Wie oft stand ich vor irgendwelchen Schränken und wusste plötzlich nicht mehr, was ich eigentlich holen wollte. Wie oft verlor ich in Gesprächen den Faden und wusste nicht mehr, worum es überhaupt ging. Wie oft suchte ich verzweifelt nach Dingen, die ich gerade noch in den Händen hielt und im nächsten Moment auf nimmer Wiedersehen verlegte. Es war eine Katastrophe! Wie gesagt, Zettel und alles war gut.
Kreißsaal- und Kliniktasche. Und den Mann nicht vergessen.
Im ersten Thema ging es um die Inhalte der Kliniktaschen. Oha, dachte ich direkt. Die habe ich noch gar nicht in Angriff genommen. Ständig wurde ich darauf angesprochen, ob ich diese denn schon fertig und griffbereit Zuhause stehen hätte. Es könnte schließlich alles schneller kommen als man denkt. Wieder einmal befürchtete ich, die Einzige zu sein, die noch total unorganisiert war. Doch es gab Entwarnung. Keiner aus dem Kurs hatte eine fertig gepackte Tasche Zuhause stehen. Teilweise waren die anderen ja sogar einige Wochen weiter als ich. Das beruhigte mich. Also nix da, von wegen im siebten Monat schon alles fertig haben müssen. Unsere Hebamme meinte generell, dass wir uns ab jetzt keinen Stress mehr machen müssten. Der Kurs sei schließlich dafür da, uns auf die Geburt und die Zeit danach vorzubereiten. Drum heißt es ja auch "Vorbereitungskurs.". Sollten keine unerwarteten Komplikationen auftreten, waren wir mit allem noch gut in der Zeit.

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Die Kliniktasche zur Geburt sollten Sie um die 30. SSW herum packen. Unsere Checklisten helfen dabei.


Gemeinsam gingen wir die einzelnen Inhalte durch. Als erstes besprachen wir die "Kreißsaaltasche", danach die "Kliniktasche fürs Wochenbett". Es waren wirklich sehr nützliche Tipps dabei. Allem voran der Lippenpflegestift. Daran hätte ich nie gedacht. Ergibt aber Sinn! Nach drei Stunden Hecheln und Pusten ist es sicherlich sehr hilfreich, einen zur Hand zu haben. Das trocknet die Lippen schon ziemlich aus. Also rein in die Tasche! Auch dass die Männer versorgt werden müssen, hatte ich nicht auf dem Schirm! Für sie sollte man an etwas zu essen und zu trinken denken. Sie bekommen standardmäßig nämlich leider NICHTS im Krankenhaus. Müsliriegel können hier eine schnelle Abhilfe schaffen. Natürlich auch für die werdende Mami ein toller Energielieferant. Eine Geburt kann sich schließlich ganz schön in die Länge ziehen. Geburtswehen PLUS hungriger Mann: Das sollte daher vermieden werden!

Schaut einfach mal selbst. Hier findet ihr eine Klinikkoffer-Checkliste mit allem, was in die einzelnen Taschen gehört.

Alle Folgen meines Schwangerschaftstagebuchs findet ihr auf der Themenseite "Schwangerschaftstagebuch" hier bei familie.de. Und natürlich freue ich mich über jeden einzelnen Kommentar, ob direkt hier oder bei Facebook!

Eure Daniela






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