Die 31. Woche schwanger: Übungswehen & CTG

Von Übungswehen bis Wehenschreiber (CTG) - diesmal gibt es eine Menge "erste" Male für Daniela.


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SSW 31: Schwanger sein macht Spaß!


Mittlerweile hatte ich 4,2 Kilo zugenommen. Was ich persönlich gar nicht viel fand. Meine Hebamme ermutigte mich sogar, ein wenig mehr Sahne und Käse zu mir zu nehmen. Ich dürfe ruhig ein bisschen zulegen. Das ließ ich mir nicht zweimal sagen. Wann bekommt man schon mal so einen Freifahrtschein mit auf den Weg gegeben?! Besten Gewissens schlemmte ich mich fortan durch den Kühlschrank. So macht schwanger sein Spaß!

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Die ersten Übungswehen

Seit einigen Tagen bemerkte ich immer mal wieder ein leichtes Ziehen im Unterleib. Was das war, konnte ich mir schon denken. Von der Zeit her war es absolut passend. Ich hatte die ersten Übungswehen. Kein Grund zur Sorge! Sie taten nicht weh. Es war lediglich ein kleiner Druck, begleitet von einem Ziehen. Das Ganze hielt ca. zwei bis drei Minuten an und kam in unregelmäßigen Abständen wieder. Völlig egal welche Tageszeit. Sie kamen und gingen. Teilweise hatte ich sie zwei Tage lang gar nicht und plötzlich hatte ich sie über den ganzen Tag verteilt mehrmals. Die Vorwehen machten mir bewusst, dass es nun wirklich dem Ende zuging.

Auch wenn es noch ein paar Wochen bis dahin sein sollten. Vorfreude und Aufregung machten sich unweigerlich in mir breit. Mein Körper stellte sich langsam aber sicher auf die Geburt ein. Höchste Zeit also, sich auch psychisch mit dem Thema Geburt auseinander zu setzen. Bisher konnte ich dies relativ gut verdrängen. Ich wollte gar nicht so viel darüber nachdenken, sonst würde ich vielleicht noch einen Rückzieher machen. (Spaß am Rande) Natürlich gab es kein Zurück mehr! Die kleine Dame musste irgendwann da raus. In spätesten neun bis zehn Wochen würde ich somit die wohl schlimmsten Schmerzen meines Lebens ertragen müssen. Das war ein Fakt.

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Grausige Vorstellung. Man hört ja immer allerhand Geschichten. Jeder hat ja plötzlich irgendeine Geburts-Horrorstory parat, die er noch schnell einer Erstgebärenden mit auf den Weg geben möchte. Kurz vor Entbindungstermin kommt das natürlich ganz besonders toll an. Ich wollte sowas gar nicht hören, sonst kriege ich es wirklich noch mit der Angst zu tun. Natürlich werden wir "die Geburt" noch ausführlich im Vorbereitungskurs besprechen. Spätestens dann muss auch ich mich mit den harten Fakten auseinandersetzen. Bis dahin sollte es aber noch einen kleinen Moment dauern. Aktuell ging es bei uns im Kurs um Wehen. 

Daher wusste ich auch sofort, was es mit den plötzlich auftretenden Kontraktionen auf sich hatte. Der Kurs zahlte sich also schon aus. Wir besprachen, welche Arten es von Wehen gab, in welchen Phasen diese auftreten und welche Mittel es gab, um sie einzuleiten. Wusstet ihr zum Beispiel, dass Leinsamen wehenfördernd sind?! Nicht nur das, sie beschleunigen angeblich sogar die Geburt und helfen noch dazu bei Verstopfungen. Also Mädels, ab der 36. Schwangerschaftswoche täglich einen Esslöffel Leinsamen pro Tag! Am Besten in Joghurt oder Müsli eingebunden. Dabei bitte viel TRINKEN, sonst passiert genau das Gegenteil. Noch mehr wehenfördernde Maßnahmen findet ihr übrigens hier:
Das erste Mal am CTG
In dieser Woche stand der nächste Frauenarzttermin an. Ganz zu meiner Überraschung wurde ich das erste Mal an ein CTG (Wehenschreiber) angestöpselt. Damit hatte ich noch gar nicht gerechnet. Hierfür kam ich in einen extra Raum, in welchem eine Liege auf mich wartete. Diese nahm ich dankend an und machte es mir auf ihr gemütlich. Anschließend wurde ein Band um meinen Bauch gelegt und ein Gel aufgetragen.

CTG


© privat
Zwischen das Band wurde einmal ein Kardiogramm (misst die Herzfrequenz des Babys) und ein Tokogramm (misst die Wehen) geklemmt. Erst hörte man nichts, dann ein Rauschen und kurz danach hörte man die Herztöne des Babys. Ein unglaubliches Gefühl. Die Herzschläge füllten den ganzen Raum aus. Es war wie Musik in meinen Ohren. Hört sich irgendwie romantisch an … und ehrlich gesagt, war es das auch!!! Es machte mich wirklich sprachlos, das erste Mal mein eigenes Baby zu hören. Wie in Trance lag ich auf meiner Liege und lauschte gespannt den Herztönen. Ich lauschte und lauschte und plötzlich war alles still. Die kleine Dame drehte sich einfach weg und schon konnte man keine Töne mehr hören. Aus die Maus, Ruhe war. Sofort betätigte ich die Notfallklingel (eine umfunktionierte Fahrradklingel), welche direkt neben mir auf einem Tisch lag. Die Arzthelferin kam rein und verschob das Kardiogramm ein wenig. Das war‘s. Sofort konnte man wieder alles hören. Sie schaute kurz auf den Zettel, der im Schneckentempo aus dem Gerät stotterte, und schnaufte. Sie schaute mich an und meinte, dass das Fräulein schlafen würde. Sie könne kaum Bewegungen erkennen. Also konnten wir nochmal von vorne beginnen. Wohlgemerkt lag ich schon über zehn Minuten da.

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Was sie dann tat, irritierte mich ein wenig. Sie nahm einfach meinen Bauch und schüttelte ihn. Ja, ihr habt richtig gehört!!! Ich war total perplex. Sie nahm ihn einfach wie ein überdimensional großes Überraschungsei in beide Hände und schüttelteeee?! Nicht irgendwie dezent mal hin und her bewegt. NEIN!!! Es wurde so geschüttelt, dass ich befürchtete, das Baby würde gleich hier zur Welt kommen. Für sie eine alltägliche Sache, für mich etwas erschreckend und gewöhnungsbedürftig. Uns schüttelt man nicht einfach mal so! Ich machte sofort klar, dass ich verstanden hätte, worum es hier ging und von nun an selbst Sorge dafür tragen würde, dass sie wach bleibt. Die Arzthelferin schaute mich an, lächelte kurz und drohte mir mit weiteren Maßnahmen, falls ich es nicht hinkriegen würde, sie bei Laune zu halten. Wir bräuchten schließlich sichtbare Bewegungen auf dem Zettel. Was sie mit "weiteren Maßnahmen" meinte, wollte ich gar nicht erst wissen. Für mich war das alles befremdlich genug. Die letzten Monate war ich ausschließlich damit beschäftigt, behutsam mit meinem Bauch umzugehen und ihn vor allem zu schützen.

Plötzlich langte da einfach jemand hin und schüttelt unsanft an ihm herum. So nicht! Ich bewegte mich also immer mal ein bisschen, tippte meinen Bauch an und redete auf die Dame ein. Ende vom Lied war, sie blieb wach und ich schlief ein. Nach ca. 25 Minuten war alles vorbei. Ich wurde entstöpselt und anschließend untersucht. Vom Ablauf her ist es ja immer das Gleiche. Es wurde Urin, Blut und Gewicht kontrolliert. Der Blutdruck wurde gemessen und ich durfte auf den Untersuchungsstuhl. Hier war alles im grünen Bereich. Auch das CTG war absolut in Ordnung. Wie so ein CTG-Zettel aussieht und was man darauf erkennen kann, seht ihr hier:


© privat

Alles im grünen Bereich, außer beim Auto

Dieses Mal gab es auch endlich mal wieder ein Bild mit auf den Heimweg. Das freute mich natürlich sehr. Seit Ewigkeiten hatte ich die kleine Maus nicht mehr gesehen. Mit ihr war auch alles in Ordnung. Sie lag in der richtigen Position, alles hatte sich altersgerecht entwickelt und die Werte waren top. Kein Grund zur Beunruhigung. Das freute mich natürlich sehr. Glücklich und zufrieden (evtl. mit einem leichten Schütteltrauma) verließ ich die Praxis. Von nun an wurden die Untersuchungsintervalle bzw. Termine beim Frauenarzt immer kürzer. Genau genommen musste ich nun jede Woche zur Kontrolle hin. Was ich als ziemlich lästig empfand. Das ständige Gepiekse und auf dem Stuhl liegen war nicht unbedingt meine Lieblingsbeschäftigung.

ungeborenes Baby in der 31 SSW


© privat
Kaum daheim angekommen, wurde die Freude etwas getrübt. Wie es so kommen musste, ging natürlich genau JETZT unser Auto kaputt und musste bis auf Weiteres in die Werkstatt. Wie lange alles dauern würde, konnte uns keiner sagen. Wir hofften natürlich nur, dass es bis zur Geburt wieder einsatzbereit sein würde. Sowas hatte uns jetzt gerade noch gefehlt. Ärgerlich, aber leider nicht zu ändern. Zur Not würde ich mich von der Feuerwehr ins Krankenhaus fahren lassen oder laufen! *höhö* Hoffen wir einfach mal das Beste!

Ach ja, etwas gab es noch. Ende der Woche wurde unser Wickeltisch geliefert. Das freute mich natürlich sehr. Schließlich warteten wir nun schon seit Wochen darauf. Wieder wurde alles ein Stück realer. Wenn alles mal aufgebaut an seinem Platz steht, wird man auf einmal ganz sentimental. Mir ging es zumindest so. Auch das Bett stand bereits aufgebaut im Schlafzimmer. Ich konnte nicht aufhören hinzustarren und mir ausmalen, wie es wohl sein wird, wenn plötzlich die kleine Dame in diesem Bett liegt. Nun ging es nur noch an die Feinarbeiten. Alles musste eingeräumt und bestückt werden. Die restliche Ausstattung hatte ich ja bereits vor Wochen gekauft. Darauf freute ich mich besonders. Sowas macht immer Spaß. Das Himmelchen aufbauen, das Bett mit Nestchen auskleiden, die ersten Neugeborenen-Strampler ins Regal räumen, Wickelauflage platzieren und, und, und... Ich werde zur richtigen Mama *wuhuuu*

Alle Folgen meines Schwangerschaftstagebuchs findet ihr auf der Themenseite "Schwangerschaftstagebuch" hier bei familie.de. Und natürlich freue ich mich über jeden einzelnen Kommentar, ob direkt hier oder bei Facebook!
Eure Daniela



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