Die 32. Woche schwanger: Stress, Papierkram und böse Schlaglöcher

Wer hätte gedacht, dass ein Baby soviel Bürokratie mit sich bringt. Daniela bestimmt nicht...


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SSW 32: Ein Monster namens Bürokratie


Meine Woche war diesmal ziemlich stressig. Von wegen in Ruhe schwanger sein und sich entspannen. Ich war die komplette Woche unterwegs. Ständig stand irgendetwas anderes auf dem Zeitplan. Zwar hatte ich bereits vieles erledigt und lag mit sämtlichen Babyvorbereitungen gut in der Zeit, doch auch mir stand noch eine große Hürde bevor: DIE BÜROKRATIE! Meint - Elternzeitanträge, Elterngeldanträge, Arbeitgeberanträge, Kindergeldanträge ... Anträge, Anträge, Anträge... HILFEEEE. Dann kommt noch Papierkram für die Krankenkasse dazu, die Vaterschaftsanerkennung muss geklärt werden (wir sind ja nicht verheiratet) und vieles mehr. Seitenweise muss die Zettelwirtschaft ausgefüllt, kopiert, beglaubigt und alle möglichen zeitlichen Fristen eingehalten werden. Mal ist es einigermaßen verständlich, mal versteht man nur noch Bahnhof. Viele von euch werden es schon kennen, einigen von euch steht es noch bevor ... denjenigen möchte ich mein Beileid aussprechen.

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Es ist der Horror. Ein riesiger Berg aus Zetteln, Anträgen und Bescheinigungen. Ich liebe solche Aufgaben. Das raubte mir wirklich den letzten Nerv. Die Stimmung kippte die Woche über ziemlich bei uns zu Hause. Letztendlich blieb der ganze Kram nämlich an mir hängen. Stunde für Stunde kämpfte ich mich durch den bürokratischen Urwald, suchte auf sämtlichen Internetseiten nach Antworten, telefonierte mich durch Hotlines durch, sammelte benötigte Unterlagen zusammen und versuchte besten Gewissens die Bögen auszufüllen. Ergebnis: Ich schmiss nach ein paar Tagen alles in die Ecke und verschob das Ganze auf nächste Woche. Ich hatte genug.

Schwangerschaftstagebuch SSW 32


© Thinkstock

Das Baby drückt ...
Die Woche über klapperte ich einen Termin nach dem anderen ab. Ich war pausenlos unterwegs. Es ist ja nicht so, als hätte ich den ganzen Tag über nichts zu tun. Ich arbeitete ja noch Vollzeit. Was aber auch nicht mehr lange der Fall sein wird. Noch drei Wochen, dann beginnt mein Mutterschutz. Bis dahin gibt es aber noch jede Menge zu tun. Wie gesagt, ich hatte viel Kleinkram zu erledigen und musste viel für die Anträge in die Wege leiten. Die ganze Rennerei sollte dabei nicht ohne Folgen bleiben. Der Stress machte sich plötzlich durch Kreislaufprobleme bemerkbar. Mir wurde immer mal wieder schwindelig, teilweise sogar schwarz vor Augen und übel. Das war kein gutes Zeichen. Auch das viele Laufen zollte seinen Tribut. Ich hatte plötzlich ziemliche Schmerzen beim Gehen. Höchste Zeit also, einen Gang runter zu schalten. Die Schmerzen waren zum Glück weniger auf den Stress zurückzuführen, sondern vielmehr auf das Gewicht des Babys, welches langsam aber sicher auf das Becken drückte. Ein unangenehmes Gefühl, was längeres Laufen unmöglich machte. Auch im Auto bekam ich plötzlich Schmerzen, sobald wir über Schlaglöcher oder Hubbel fuhren. Bei uns in der Umgebung ein generelles Straßenproblem. Wir haben hier mehr Löcher in der Straße als so mancher Käse. Autofahren war demnach also kein Zuckerschlecken mehr. Ich saß immer wieder ganz verkrampft in meinem Sitz und versuchte durch Mithüpfen die Löcher auszugleichen, über die wir drüber fuhren. Das sah natürlich alles etwas merkwürdig aus, ging aber leider nicht anders. Ich hätte in dieser Woche einfach die Decke über den Kopf ziehen und im Bett liegen bleiben sollen. Was natürlich nicht machbar war, aber wünschenswert. Also humpelte ich weiter von einem Termin zum anderen und tat, was ich tun musste. Versuchte aber zwischendrin immer mal ein kleines Ruhepäuschen einzulegen.
Symphysenschmerzen - aua!

In dieser Woche besuchte mich meine Hebamme Zuhause. Sie schaute, ob mit dem Baby und mir alles in Ordnung war. Sie tastete meinen Bauch ab, maß den Umfang (aktuell war ich bei 92cm) und kontrollierte mein Gewicht. Natürlich konnte ich mich mit sämtlichen Fragen an sie wenden und bekam hier die richtigen Antworten. Endlich mal keine stundenlange Sucherei in Ratgebern oder Internet. Ich sprach sie auf die Schmerzen im Becken an und sie bestätigte mir auch noch einmal, dass das auf das Gewicht des Babys zurückzuführen sei, welches nun von innen drückte. Auch Symphysenschmerzen genannt. Für dieses Problem gibt es u.a. einen so genannten Symphysengürtel, welcher das Becken entlastet und dadurch die Schmerzen lindert. Eine tolle Sache, wie ich finde. Wenn es gar nicht mehr geht, sollte man sich Ruhe gönnen und einfach mal hinlegen. Was übrigens auch am Arbeitsplatz möglich ist. Schwangere haben ja sämtliche Rechte und einen Sonderstatus. Wenn ihr also Pausen und Ruhe braucht, könnt ihr dies problemlos einfordern. Ohnehin wird hier kaum jemand etwas sagen. Keiner legt sich mit einer Schwangeren an! :-) Das einfach mal am Rande erwähnt.

Ich versuchte es erstmal ohne Gürtel. Den Ratschlag, mir ein wenig mehr Ruhe zu gönnen, nahm ich aber an und setzte ihn um. Man mutet sich doch relativ schnell zu viel zu. Der Kopf funktioniert (fast) wie vorher, der Körper leider nicht. Auf diesen sollte man aber in der Schwangerschaft ganz besonders achten und ihn schonen. Auch ich musste mir das immer wieder hinter die Ohren schreiben.

Meine Hebamme hatte noch eine kleine Überraschung für mich. Ein Gerät, mit dem man sich die Herztöne des Babys anhören konnte. Zwar hatte ich die Erfahrung ja bereits am CTG machen können, freute mich aber wie ein Schneekönig über die Möglichkeit, es nun von Zuhause aus hören zu können. Davon konnte man ohnehin nicht genug bekommen. Das brachte ein wenig Licht in diese stressige, dunkle Woche.

Alle Folgen meines Schwangerschaftstagebuchs findet ihr auf der Themenseite "Schwangerschaftstagebuch" hier bei familie.de. Und natürlich freue ich mich über jeden einzelnen Kommentar, ob direkt hier oder bei Facebook!

Eure Daniela



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