Die 34. Woche schwanger: Männer beim Geburtsvorbereitungskus

In dieser Tagebuchfolge heißt es endlich "Bye Bye Arbeit, hallo Mutterschutz". Außerdem gibt es Antwort auf die Frage: Müssen Männer beim Vorbereitungskurs wirklich hecheln?


(0)

Melden Sie sich in unserer Community an, um Beiträge zu Ihren Favoriten hinzuzufügen.

Jetzt anmelden

34. SSW - Tschüss Arbeit!


Unglaublich, aber wahr. Ich muss nicht mehr arbeiten gehen :-) Ich habe meine letzte Arbeitswoche hinter mich gebracht. Wie ihr ja alle wisst, beginnt sechs Wochen vor Entbindungstermin der Mutterschutz. Es wurde auch langsam Zeit. Zwar gehe ich immer gerne arbeiten und weiß ehrlich gesagt auch noch gar nicht, was ich mit so viel Freizeit anstellen soll, aber die letzten Wochen auf der Arbeit wurden zunehmend anstrengender. Oft machten mir die Müdigkeit und das stundenlange Sitzen sehr zu schaffen. Mittlerweile fingen nämlich auch meine Beine an, Wasser anzusammeln. Was extrem unangenehm und schmerzhaft war.


© Thinkstock
Zwar machte ich immer wieder kleinere Pausen und vertrat mir ab und an die Beine, das half aber immer nur für einen kurzen Moment. Alles in allem wurde es endlich Zeit für eine Auszeit. Auch die Übungswehen waren teilweise ziemlich kräftezehrend, wenn sie ausgerechnet während der Arbeitszeit einsetzten.

Ich arbeitete also meine letzten Projekte ab, räumte meine Schublade aus, schrieb eine Rundmail an unsere Kunden und verabschiedete mich von allen in den Mutterschutz. Wie man das halt so macht. Von meinen Kollegen und meinem Chef bekam ich sogar noch ein Geschenkchen mit auf den Weg :-) Darüber freute ich mich natürlich sehr. Eine Babyüberwachungskamera, die via Smartphone gesteuert wird. Nicht schlecht, oder?! Um zu schauen, ob das Ganze auch problemlos funktioniert, werde ich die Kamera vorab an meinem Freund testen. Wenn ich aus dem Haus gehe, stelle ich die Kamera einfach heimlich im Wohnzimmer auf. Jede Bewegung und jedes Geräusch wird dann aufgezeichnet und mir als Video auf mein Smartphone geschickt. Haha! Das wird ein Spaß! ;-) Die letzten zwei Tage zogen sich aber dennoch hin. Wie das immer so ist, wenn man sich auf etwas freut. Obwohl man nicht wirklich von Freude sprechen konnte. Natürlich war der Gedanke, endlich mal wieder mehr Zeit für sich zu haben und ausspannen zu können, verlockend, dennoch wurde somit die letzte Phase eingeläutet. Hier wurde es mir dann doch etwas anders. Ein mulmiges Gefühl. Es machte sich mehr und mehr Angst vor der Geburt in mir breit. Was mit Sicherheit normal ist. Es ist einfach etwas, was man noch nie miterlebt hat. Das große Ungewisse. Aber gut. Lassen wir es jetzt mal auf uns zukommen! Mit positiver Grundeinstellung trat ich somit meinen Mutterschutz an.
Gemeinsam hecheln? Mitnichten
Am Wochenende fand unser Partnervorbereitungskurs statt. Auf diesen war ich ja schon sehr lange gespannt. Es ist ja schließlich schon etwas anderes, wenn plötzlich die Herren der Schöpfung dabei sind. Die Begeisterung "meines" Herrn der Schöpfung hielt sich aber ziemlich in Grenzen. Ich glaube, dass es da vielen Männern ähnlich geht. Er wusste überhaupt nicht, was ihn erwartet. Er hatte die Befürchtung, zwangsläufig mit Dingen konfrontiert zu werden, die er in der Form vorher vielleicht gar nicht wissen wollte. Aber da musste er jetzt durch. Ich wollte auch so vieles nicht wissen. Mich hat aber auch keiner gefragt. Außerdem ist es ja nicht so, als würden wir live bei einer Geburt im Krankenhaus dabei sein und das Ganze am lebenden Beispiel besprechen. Ich weiß auch nicht, was Männer manchmal für Vorstellungen haben. Alles halb so wild. Ohnehin hatte er keine Wahl, er musste schließlich mit :-) Mitgefangen – mitgehangen.

Der Partnerkurs fand in den Räumen meiner Hebamme statt, in denen wir unsere wöchentlichen Kurse haben. Kreisförmig waren Isomatten und Kissen aufgebaut. Ein dicker Pluspunkt, der die Situation blitzschnell entschärfte und alle Männer direkt positiv stimmte, war eine Flasche Bier, die zur Begrüßung auf ihrem Platz stand. Da war die Freude natürlich groß und das Eis direkt gebrochen. Für die Frauen lag ein Schwangerschaftstee bereit. Das war eine liebe Geste meiner Hebamme, wie ich fand. Auch psychologisch gesehen ein sehr intelligenter Schachtzug von ihr. Jeder brachte zudem ein paar Snacks mit und drapierte diese in der Mitte.

 Das könnte Sie interessieren: Geburtsvorbereitungskurs: Das müssen Sie wissen

Ein Geburtsvorbereitungskurs ist für Fast-Muttis sehr wichtig. Lesen Sie hier, was sie dabei unbedingt beachten sollten.


Das Ganze wirkte plötzlich eher wie ein gemütlicher Brunch, bei dem nebenbei ein wenig übers Kinderkriegen gesprochen wurde. Die Männer fühlten sich wohl und hatten sogar ein Lächeln statt Schweißperlen im Gesicht. In den vier Stunden ging es in der Hauptsache darum, wie uns die Männer während der verschiedenen Geburtsphasen unterstützen können. Was sie tun müssen, was sie tun können und was sie besser sein lassen sollten. Hat die Frau Durst, bekommt sie etwas zu trinken. Braucht die Frau eine Massage, wird sie massiert. Will sie Schokolade, bekommt sie Schokolade. Will sie neue Schuhe oder Diamanten, bekommt sie auch diese! Ende aus. Frau ist Chefin, Königin und Prinzessin zugleich. Alles wird gemacht, damit es ihr gut geht. Das ist jetzt natürlich etwas überzogen, aber im Grunde ist ja klar, worum es geht. Der Mann wird einfach darauf vorbereitet, wie eine Geburt im Normalfall verläuft und was er als Partner tun kann. Es wird allgemein besprochen und gezeigt, wie der Mann die Frau vor, während und nach der Geburt unterstützen kann. Sei es durch Massagen mit einem Igelball, als eine lebendig gewordene Trinkerinnerungshilfe oder als mentale Stütze.

Eines sollte der Mann jedoch niemals...n i e m a l s ...NIEMALS tun! Kommentare wie: "Jetzt stell dich nicht so an.", "So weh kann das doch gar nicht tun.", "Kannst du vielleicht ein bisschen leiser sein." von sich geben. Das könnte unter Umständen verheerende Folgen für den Mann haben. So richtig verheerend!!! Soll es alles schon gegeben haben. Diesen Rat legte unsere Hebamme den Männern ganz besonders ans Herz. Summa Summarum verging der Kurs wie um Flug. Aus den anfänglich so männlichen Männern, wurden fromme und vor allem interessierte Lämmchen. Sie machten keine Witze mehr, hinterfragten alles interessiert und wurden in vier Stunden zu theoretischen Geburtsexperten hochgezogen. Stolz wie Oskar und mit einer Menge kleiner Aufgaben im Gepäck, machten wir uns nachmittags wieder auf den Heimweg. Ich werde berichten, was vom Vorbereitungskurs hängen geblieben ist, wenn der Tag X kommt. Auch für uns Frauen war es ein gutes Gefühl, das ganze Thema endlich mit dem Partner teilen zu können. Bisher prasselten die Unmengen an Informationen ja größtenteils nur auf uns nieder. Zwar besprach man das ein oder andere natürlich abends mit dem Partner, aber spätestens bei Themen wie "Plazentakügelchen" oder "Schleimpfropf" ist Schluss. Da machen die männlichen Ohren plötzlich zu und gehen auch nicht mehr auf.


Alle Folgen meines Schwangerschaftstagebuchs findet ihr auf der Themenseite "Schwangerschaftstagebuch" hier bei familie.de. Und natürlich freue ich mich über jeden einzelnen Kommentar, ob direkt hier oder bei Facebook!
Eure Daniela



mehr zum Thema
Schwangerschaftstagebuch Babybauch Schwangerschaftswochen Schwangerschaftsbeschwerden
Artikel kommentieren
Login