Die 35. Woche schwanger: rund und inkontinent?!?

In dieser Tagebuchfolge ist alles drin! Von akuten Putzanfällen, Nabelsuch-Aktionen bis hin zu gemeinen Anschlägen der Blase auf die geistige Gesundheit. Aber: Daniela nimmt es mit Humor!


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35. SSW - wilde Nestvorbereitung fürs Küken


So, die erste Woche Mutterschutz war rum. Fazit: herrlich. Was ich die ganze Woche so getrieben habe? Ganz klar: Geschlafen, geschlafen und nochmals geschlafen! Ich fühlte mich wieder wie ein richtiger Mensch! Ich hatte so einiges an Schlaf nach zu holen und setzte das als allererstes in die Tat um. Plus: Ganz in Ruhe frühstücken, spazieren gehen, genüsslich Mittagessen kochen, Serien gucken, Nachmittags-Nickerchen machen ... Das Leben wie es sein sollte!

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Das Baby hat kaum noch Platz sich zu bewegen. Dafür tritt es umso heftiger: Das können Sie spüren und sogar sehen.


Das machte ich die ersten zwei Tage lang. Danach fing es aber auch schon wieder an, mich innerlich zu kribbeln. Ich musste irgendetwas tun. Energiegeladen wie ich war, kam, was kommen musste – das große „klar Schiff machen“. Ich räumte, ich wurschtelte und ich putzte im ganz großen Stil. Jede Ecke, jede Spalte, jeder noch so kleine Fleck in der Wohnung wurde bearbeitet. Eine Art wilde Nestvorbereitung für das kleine Küken. Man hört ja immer wieder davon, dass Schwangere in den letzten Wochen plötzlich einen Rappel bekommen und putztechnisch durchdrehen. Es werden dann im dicksten Winter die Fenster geputzt, der Mülleimer von innen geschrubbt oder Teppiche gekämmt. Das war bei mir anscheinend der Fall. Hätte mich mein Freund nicht aufgehalten, hätte ich wahrscheinlich die komplette Wohnung neu gestrichen oder Wände eingerissen. Ich war so voller Tatendrang, ich hätte ein ganzes Haus bauen können. Nach diesem Extrem war ich dann aber wieder fix und alle und musste mich ausruhen. Ganz fertig wurde ich mit meiner Wohnungsattacke aber nicht: Überall fanden sich danach kleine Sortierberge, an die mit System und Bedacht rangegangen werden musste. Das würde Stunden in Anspruch nehmen. Aber das hatte plötzlich wieder gaaanz lange Zeit. Ich war viel zu fertig. Da saßen wir nun in meinem fabrizierten Chaos. Berge hier, Kisten da, ausgeräumte Schränke überall. Zum Glück habe ich ja noch ganze fünf Wochen Zeit, um alles wieder in Ordnung zu bringen. Mein Freund nahm es relativ gelassen, er musste die Schwangerschaft über Schlimmeres ertragen. Außerdem kennt er meine explosionsartigen Ausbrüche, alles verändern zu wollen, nur zu gut. Tiefentspannt lud er mich auf eine Runde Eis ein. Meine neueste und sensibelste Schwachstelle, was ungehemmte Schwangerschaftsgelüste anging. Ich konnte nicht genug davon bekommen. Für Eis und Kuchen hätte ich töten können. Also gönnten wir uns fast jeden Tag das ein oder andere Kügelchen Eis beim obligatorischen Frischluftspaziergang.
Aktuellstes Körperthema derzeit: Wo ist mein Nabel?
Mittlerweile hatte ich eine ziemlich stattliche Kugel. Dementsprechend verabschiedete sich mein Nabel langsam aber sicher ins Nirwana. Er lag im Moment auf einer Ebene mit der Bauchhaut. Nur noch ein undefinierbares Strichlöchelchendingens war vorhanden. Ich weiß auch nicht warum, aber die Nabelsache beschäftigte mich. Ich hatte Bilder von Nabeln gesehen, die in der Schwangerschaft komplett rauskamen. Ohne jemandem zu nahe treten zu wollen, ich fand die Vorstellung erschreckend. Mein Nabel sollte bitte da bleiben, wo er die letzten 29 Jahre war. Jeden Morgen war das Erste was ich tat, den Bauchnabel checken. Finger rein und prüfen, ob er noch da ist. Wenn das so weiter geht, ploppt er am Ende noch raus. Ich kann es fühlen. Hilfeeeeee! Ich weiß, ich weiß … habe ich keine anderen Probleme? Doch, auch, aber ich hatte nun mal sehr viel Zeit in der letzte Woche, um über genau solche Dinge nach zu denken.

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Rund und inkontinent? Juhu!

Zwei Probleme, was mir immer mehr zu schaffen machte, waren Rückenschmerzen und Wassereinlagerungen in den Beinen. Längeres Sitzen war problematisch. Längeres Laufen ebenso. Also versuchte ich so oft wie nur möglich, die Beine hochzulegen. Nachts legte ich die Beine auf ein paar Kissen, damit diese erhöht liegen und sich nichts staute. Tagsüber versuchte ich langes Sitzen zu vermeiden. Nasenbluten gehörte nach wie vor zu meinen täglichen Lastern, genau wie die Toilettenrennerei. Bis zu 14 Mal am Tag zählte ich mittlerweile. Ich glaube aber, dass es da noch schlimmere Fälle gibt. Es war jedoch jedes Mal ein erleichterndes Gefühl, es bis zur nächsten Toilette geschafft zu haben. Denn es konnte auch anders kommen!!! An dieser Stelle viele liebe Grüße an meinen desaströsen Beckenboden*. Ich möchte mich herzlichst für die vielen peinlichen Momente der letzten Wochen bedanken! 

Mädels, Hand aufs Herz und Fakten auf den Tisch! Ein Thema, das man nicht verschweigen sollte. Denn es ist leider etwas, das fast jede Schwangere irgendwann mitmacht. Tröstet euch, ihr seid nicht alleine. Mich hat es auch erwischt: Ich bin rund und inkontinent. Wenn es heißt „jetzt“, dann ist „sofort“ gemeint. Nicht „gleich“, nicht „später“, sondern: „SOFORT!“ Es gab letzte Woche eine Situation, da sagte die Blase „Jetzt“, ich sagte „Kann grad nicht, muss an der Kasse bezahlen“ und der Beckenboden sagte „Nö, nicht mit mir!“. Da war es passiert! Ich stand tatsächlich an der Supermarktkasse und habe mir in die Hose gemacht. Dank schwarzer Hose und langem Mantel fiel es nicht weiter auf. Ich schämte mich trotz allem in Grund und Boden. Bitte lächeln - Sie werden gerade von der versteckten Kamera gefilmt! Was ein Horror kann ich euch sagen. Mir war kurzzeitig nach Heulen zu Mute, dann musste ich selbst kurz über mich lachen, dann wollte ich wieder heulen. Schlussendlich ließ ich mir nichts anmerken und düste auf dem schnellsten Weg nach Hause. Ein paar Tage später, ich kam wieder aus dem Supermarkt (die Kasse hatte ich diesmal trocken verlassen), bahnte sich das nächste Drama an. Ich lief mit zwei großen Tüten in der Hand nach Hause und musste - na ratet mal - niesen!!! Den Rest könnt ihr euch ja denken. Ich war fassungslos. Sollte das jetzt immer so gehen, sobald ich das Haus verlasse? Unglaublich! Peinlich berührt, lief ich wieder gaaaaanz schnell nach Hause. Was ein Theater, kann ich euch sagen. Mein Freund amüsierte sich köstlich darüber. Ich hingegen fand die ganze Angelegenheit gar nicht witzig. Als Strafe dafür, musst er für mich loslaufen und „Einlagen“ besorgen. Ihr wisst, wovon ich spreche. Da verging auch ihm der Spaß. Die wurden von jetzt an konsequent getragen!

Eine ebenfalls schwangere Freundin tröstete mich mit ihrer Geschichte. Sie erzählte mir, dass sie vor kurzem Besuch hatte und sie alle bei sich auf der Couch saßen. Plötzlich musste sie stark husten und Schwupps, da war es auch ihr passiert. Nun, so hatten wir wenigstens beide was zu erzählen. Schlussendlich blieb uns nichts anderes übrig, als einfach darüber zu lachen. In diesem Sinne, ihr lieben Schwangeren da draußen, nehmt es mit Humor und macht das Beste draus! Ihr seid nicht alleine!

Alle Folgen meines Schwangerschaftstagebuchs findet ihr auf der Themenseite "Schwangerschaftstagebuch" hier bei familie.de. Und natürlich freue ich mich über jeden einzelnen Kommentar, ob direkt hier oder bei Facebook!

Eure Daniela


*So funktioniert der Beckenboden:





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