Die 39. Woche schwanger: Der Countdown beginnt

Geduld ist nicht Danielas Stärke. Was für den Endspurt nicht optimal ist, denn jetzt beginnt das große Warten aufs Baby.


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39. SSW: Warten auf das Baby


Irgendwie blieb die Zeit stehen. Es tat sich gar nichts bei mir. Ich war nur noch am Warten. Kein Anzeichen dafür, dass irgendwas passieren könnte. Dabei war ich so fest davon überzeugt, dass das Baby früher kommen würde. Bauchgefühl versagt. Es blieb mir also nichts anderes übrig, als zu versuchen, ein klitzekleines bisschen nachzuhelfen und abzuwarten.

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Meine Hebamme war diese Woche da und meinte während der Akupunktur, dass ich nun schon richtig Wasser in den Beinen hätte und diese unbedingt öfter hochlegen sollte. Wenn man die Finger in die Waden drückte, konnte man richtige Abdrücke sehen, die erst langsam wieder verschwanden. Was man ebenfalls sehen konnte war, dass ich in den letzten Wochen/Tagen nochmal ordentlich an Gewicht zulegte. Mein Gesicht glich mittlerweile einem Pfannkuchen. Es reichte jetzt wirklich. Umso näher das "Ende" rückte, umso leidlicher und ungeduldiger wurde ich. Ich hatte richtig schlechte Laune.

Warten auf die Geburt


© Thinkstock
Unter anderem stand letzte Woche ein kleines Konzert meines Freundes auf dem Plan, zu welchem ich in meinem „Zustand“ leider nicht mehr mitgehen konnte. Das frustrierte mich noch mehr. Das lange Stehen hätte ich so aber einfach nicht mehr hinbekommen. Dazu wären noch die Lautstärke und der Qualm gekommen...keine gute Mischung. Also gingen alle anderen hin und ich blieb alleine Zuhause. Mir war einfach nur noch nach Heulen zu Mute. Die Warterei machte mich wirklich fertig.
Zwischen Nestbau, Frustration und Vorfreude

Naja ... und was macht man in solch einer Situation? Richtig!....Putzen! :-) Zwar wurde die letzten Wochen schon hunderte Male alles babyrein gemacht, aber es konnte ja nicht schaden, nach weiteren Fusseln in der Wohnung zu suchen. Irgendwie war ich, was das anging, die letzten Wochen wie im Wahn. Nestbautrieb extrem! Nach dem alles gewischt und entfusselt wurde, wurde ein (hoffentlich) letztes Mal das Babybettchen richtig positioniert, die Matratze aufgeklopft, sämtliche Babyhygieneartikel sortiert, Erstlingsstrampler durchgezählt und die Kliniktasche zum vierzigsten Mal gecheckt. Warten gehört einfach überhaupt nicht zu meinen Stärken. Als ich mit allem fertig war, schmiss ich mich aufs Bett, also unser Bett - versteht  sich. Ich lag einfach nur da und blickte auf das kleine Bettchen, die aufgebaute Wickelkommode, mit allen noch verpackten Utensilien obendrauf und das gebastelte Mobile, was unter dem Babyhimmel baumelte. Alles war fertig und wartete nur darauf, mit Leben und Liebe gefüllt zu werden. Mein Bauch fing an zu kribbeln. Der angestaute Frust verwandelte sich plötzlich wieder in Vorfreude und Ungeduld. Ich wurde ganz sentimental. Das sind einfach die Momente, in denen man wieder zu sich kommt und realisiert, dass bald alles anders sein wird. Es ist ein beängstigendes, aber auch unglaublich schönes Gefühl. Die Tage rennen sonst ja nur an einem vorbei. So schnell, dass man sich gar keine Zeit für genau diese schönen Momente nimmt.
Die Sache mit dem Pfefferminztee

Irgendwann fiel mir trotzdem die Decke auf den Kopf. Sentimentale Momente hin oder her :-) Nachdem nun jedes Eckchen und jedes Winkelchen entstaubt war, musste ich einfach etwas unternehmen. Ich schnappte mir eine Freundin und ging mit ihr, ganz in der Nähe, etwas trinken. Eine willkommene Abwechslung. Ich konnte ja kaum noch Laufen vor lauter Schmerzen in den Beinen und in der Hüfte. Also war es ganz praktisch, dass die Bar nicht weit entfernt war. Zwar war es im Endeffekt nur Tee den ich trank, aber immerhin...ich war draußen. Das tat gut. Um weiter nachzuhelfen, bestellte ich mir einen frischen Pfefferminztee, soll ja angeblich auch wehenfördernd sein. Der Kellner brachte mir den Tee, starrte auf meinen Bauch und riss mir das Glas wieder aus der Hand. Verwirrt blickte ich den Kellner an?! Ein großes Fragezeichen bildete sich über meinem Kopf. Ich wäre ja schwanger!!! Um Gottes Willen, JA! - antwortete ich. Er klärte mich direkt darüber auf, dass man als Schwangere keinen Pfefferminztee trinken dürfe. Das war mir ja total neu ...

Zufällig saß eine andere schwangere Dame am Nachbartisch, die zehn Minuten vorher auch nach Tee fragte. Als der Kellner u.a. Pfefferminztee anbot, war sie schockiert. Es wäre ein Unding, dass er als Kellner nicht wüsste, dass Pfefferminztee Wehen auslösen kann. Sie dürfe das auf keinen Fall trinken. Sowas sollte er als Kellner doch wissen. Er machte sich anscheinend ziemliche Vorwürfe deswegen und versuchte seinen Fehler direkt bei mir zu korrigieren.

Also klärte ich ihn erstmal über meine Situation auf. Die ja eine ganz andere war. Er dürfte mir das Zeug gleich literweise bringen, ganz ohne schlechtes Gewissen. Während die andere Dame schätzungsweise im sechsten Monat war, war ich kurz vorm Platzen. Also alles kein Problem. Ich glaube ehrlich gesagt auch nicht, dass eine Tasse Pfefferminztee gleich solche Auswirkungen hat. Ihr dürft mich gerne korrigieren, falls ich falsch liege. Sichtlich erleichtert stellte er den Tee wieder hin und schnackte noch einen Moment mit uns. Ich fand die Reaktion der Dame ziemlich übertrieben und hatte kein Verständnis dafür, dass sie ihn so anschnaubte. Manchmal nehmen sich Leute einfach selbst etwas zu ernst. Unglaublich.

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Siehe da, ich hatte an diesem Abend insgesamt zwei Gläser frischen Minztee getrunken und es hatte sich rein gar nichts getan. NICHTS, NADA...alles noch drin, keine Wehen. Im Endeffekt musste auch ich einsehen, dass die Natur nun mal macht, was sie will. Die kleine Dame kommt, wann sie kommen mag und nicht wann ich es will. Wir warten also weiter ab.

Tut mir an dieser Stelle bitte einen Gefallen und greift nicht zu irgendwelchen selbstgebrauten Wehencocktails, von denen sie alle erzählen! Auch mir wurde ans Herz gelegt, so etwas doch mal auszuprobieren. So ein Schwachsinn! Mit so etwas tut ihr euch keinen Gefallen. Im schlimmsten Fall kann das sogar ziemlich nach hinten losgehen. Von daher: FINGER WEG von irgendwelchen Experimenten in diese Richtung. Auch wenn es am Ende wirklich hart ist. HALTET DURCH! :-)

Alle Folgen meines Schwangerschaftstagebuchs findet ihr auf der Themenseite "Schwangerschaftstagebuch" hier bei familie.de. Und natürlich freue ich mich über jeden einzelnen Kommentar, ob direkt hier oder bei Facebook!
Eure Daniela



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