Anzeichen für die Geburt: Wann geht es endlich los?

Es reicht jetzt! Das denken sich viele Schwangere am Ende der 40. Schwangerschaftswoche. Der große Bauch ist beschwerlich und die Geburt wird geradezu herbei gesehnt. Welche Anzeichen gibt es dafür, dass die Entbindung kurz bevor steht? Ein Überblick. 


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Anzeichen für die Geburt: Geburtswehen



Anzeichen Geburt


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Die eigentliche Geburt beginnt natürlich erst mit den echten Wehen. Die Unterscheidung zwischen echten Geburtswehen und  Übungs- oder Senkwehen fällt vielen Schwangeren gerade beim ersten Kind nicht leicht.

So erkennen Sie die Geburtswehen

➤ Echte Wehen lassen sich in ihrer Schmerzintensität und Dauer nicht beeinflussen. Das heißt, es ist egal, ob Sie die Position wechseln und herumlaufen, sitzen oder stehen - der Schmerz bleibt gleich. Bewährt hat sich zur Unterscheidung der Badewannen-Test: Lassen die Wehen im warmen Wasser nach, sind es keine echten Wehen. Wird der Schmerz hingegen noch stärker, dann handelt es sich sehr wahrscheinlich wirklich um Geburtswehen.

➤ Die Gebärmutterkontraktionen werden stärker, dauern länger an und die Zeitabstände verkürzen sich. Wobei auch Geburtswehen am Anfang unregelmäßig und nicht sehr schmerzhaft sein können - das unterscheidet sich individuell von Frau zu Frau.

➤ Die Schmerzen strahlen über den gesamten Bauch- und Rückenbereich aus und sind nicht nur ausschließlich im Unterleib.

Geburtswehen können sich ganz unterschiedlich anfühlen. Es können krampfartige Schmerzen sein, die Regelschmerzen ähneln und in den Rücken oder Beine ausstrahlen. Sie können sich aber auch wie ein Gürtel anfühlen, der während der Wehe enger und in den Wehenpausen wieder lockerer wird. Letztendlich nimmt jede Schwangere die Wehen anders wahr - je nach individueller Schmerzempfindlichkeit.

> Mehr Infos zu den verschiedenen Wehenarten in der Schwangerschaft und während der Geburt finden Sie hier: Wehen

Anzeichen für die Geburt: Schleimpfropf geht ab (Zeichnen)
In der Schwangerschaft ist der Schleimpfropf ein natürlicher Schutz des Körpers vor Keimen. Er verschließt den Muttermund und erschwert es Krankheitserregern, in die Gebärmutter aufzusteigen. Wenn sich kurz vor der Geburt der Muttermund öffnet, löst sich der Schleimpfropf und geht ab.

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Dieses sogenannte Zeichnen kann bereits zehn bis zwölf Tage vor Beginn der Wehen auftreten, meist geht der Pfropf aber erst ein bis zwei Tage vor dem Einsetzen der Geburtswehen ab. Und: Nicht jede Schwangere bemerkt den Abgang des Schleimes - verlassen Sie sich also nicht auf das Zeichnen, vielleicht tritt es bei Ihnen gar nicht auf.

Wie Sie das Zeichnen erkennen:
Der Pfropf hat, wie der Name schon sagt, eine schleimige Konsistenz und ist in der Regel mit ein wenig Blut vermischt. Handlungsbedarf besteht nicht, wenn der Schleimpfropf abgeht, Sie müssen weder ins Krankenhaus noch Ihre Hebamme verständigen. Sie sollten sich lediglich darauf einstellen, dass es jetzt nicht mehr allzu lange dauern wird, bis sich das Baby auf den Weg macht.
Anzeichen für die Geburt: Blasensprung
Ein sicheres Anzeichen für die bevorstehende Geburt ist der Blasensprung, das heißt, die Fruchtblase reißt ein und das Fruchtwasser tritt aus. Keine Angst, das tut nicht weh. Je nachdem, wo die Fruchtblase einreißt, kommt das Fruchtwasser als Schwall oder läuft nur langsam aus der Scheide. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn die Fruchtblase weit oben reißt -  dann dichtet der Kopf des Babys nach unten wie ein Korken ab. Das Fruchtwasser ist normalerweise klar  - es kann aber auch (gerade, wenn Sie weit über dem errechneten Geburtstermin sind) grünlich, gelblich oder bräunlich verfärbt sein.

Bei den meisten Schwangeren kommt es in der Eröffnungsphase der Geburt zum Blasensprung. Nämlich dann, wenn der Muttermund sich weitet und bereits Wehen vorhanden sind. Es kann aber auch sein, dass das Fruchtwasser vor dem Einsetzen der Wehen abgeht, das bezeichnet man als vorzeitigen Blasensprung.

Ob vorzeitig oder mit Wehen - in jedem Fall sollten Sie jetzt Ihre Hebamme, Klinik, Geburtshaus etc. informieren, denn jetzt geht die Geburt wirklich los. Kam es zu einem Blasensprung ohne begleitende Wehen, sollten die Herztöne überwacht werden. Der natürliche Schutz durch das Fruchtwasser fehlt jetzt und somit steigt das Risiko einer Infektion.

> Wie haben andere Mütter die Geburt erlebt? Lesen Sie ihre Erfahrungen: Geburtsberichte

Kann-Anzeichen für die Geburt
Neben den eindeutigen Anzeichen wie Blasensprung, echten Wehen und Zeichnen gibt es weitere unspezifische Anzeichen für die anstehende Geburt. Allerdings sind diese nicht wirklich zuverlässig und beruhen auf Erfahrungen von einzelnen Schwangeren. Dazu gehören zum Beispiel starke Rückenschmerzen, Übelkeit und Durchfall und Muskelzittern.

Anzeichen Geburt


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Wenn Sie diese Anzeichen bei sich wahrnehmen, verbuchen Sie diese am besten unter „Okay, es kann sein, dass es bald los geht.“ - aber machen Sie sich nicht verrückt und horchen Sie nicht die ganze Zeit in sich hinein. Am besten Abwarten und eine Tasse Tee trinken – das Baby kommt dann, wenn es bereit ist. Auch wenn dies ein schwacher Trost für alle wartenden Schwangeren ist.
Wann muss ich ins Krankenhaus/Geburtshaus?
Gerade beim ersten Kind sind viele Schwangere unsicher, wann es wirklich soweit ist. Schließlich will man keinen „Fehlalarm“ auslösen und unverrichteter Dinge wieder heim geschickt werden. Machen Sie sich keine Sorgen, dafür sind Geburtshelfer da – und Sie wären nicht die erste oder letzte werdende Mama, die mehr als eine Fahrt ins Krankenhaus antritt. Wenn Sie echte Wehen haben, und seien Sie auch noch so unregelmäßig, sind Sie genau da, wo Sie hingehören - im Krankenhaus oder Geburtshaus.

Genauso große Angst haben manche Frauen davor, nicht rechtzeitig im Krankenhaus zu sein. Schließlich hört sich ein Wehenabstand von fünf Minuten nicht gerade nach viel Zeit an. Und man will das Baby ja nicht im Auto bekommen. Auch hier gilt: keine Panik! Die wenigsten Geburten sind Sturzgeburten. Das erste Kind lässt sich gern Zeit, es dauert oft noch lange nach dem Einsetzen der Wehen bis zur tatsächlichen Geburt es Babys. Aber: Es wird Ihnen auch niemand böse sein, wenn Sie nicht warten, bis die Wehen alle fünf Minuten kommen, bevor Sie in die Klinik fahren.

Bei allen Unsicherheiten wird Ihnen Ihre Hebamme mit Rat und Tat zur Seite stehen – sei es bei der Frage, ob es wirklich der Geburtsbeginn ist oder wann es Zeit für Klinik/Geburtshaus ist. Scheuen Sie sich nicht, Sie anzurufen!

Faustregeln - Wann ins Krankenhaus/Geburtshaus?


➤ Die Wehen kommen in einem Abstand von fünf bis sieben Minuten
➤ Die Kontraktionen dauern länger als 20 Sekunden und werden schmerzhafter
➤ Blasensprung (unabhängig davon, ob Wehen vorhanden sind)







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