Autofahren in der Schwangerschaft: Der Gurt ist Pflicht

Auch mit dickem Babybauch ist es natürlich erlaubt, sich hinter das Steuer zu setzen. Doch das sollten Sie beim Autofahren in der Schwangerschaft unbedingt beachten - zu Ihrer Sicherheit und der des Babys.


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Autofahren in der Schwangerschaft: Das müssen Sie wiessen


© Thinkstock
Ein Alltag ohne Auto ist fast undenkbar: Großeinkauf im Supermarkt, mal schnell ein paar Erledigungen machen oder die Kinder zum Sport fahren. Mit Auto sind solche Dinge weitaus leichter zu erledigen. Auch als Schwangere will man auf diesen Luxus natürlich nicht verzichten. Oder gerade dann – gegen Ende der Schwangerschaft sind lange Strecken zu Fuß einfach nicht mehr zu bewältigen. Doch manche Frauen haben Angst, sich mit dicker Baby-Kugel hinter das Steuer zu setzen. Was, wenn ein Unfall passiert? Ist mein Baby dann sicher?

Das Wichtigste: Der Gurt ist Pflicht, auch für Schwangere! Schnallen Sie sich immer an, auch wenn sich der Gurt für den Baby-Bauch vielleicht unkomfortabel anfühlt. „Alles andere wäre mehr als fahrlässig“, sagt die Polizeihauptkommissarin Ellen Haase aus Gütersloh. Auch die Angst, der Gurt könnte im Falle eines Aufpralls das Ungeborene schwer verletzen, ist unbegründet. Im Gegenteil: Mehrere Studien beweisen, dass das Risiko für Mutter und Kind weitaus höher ist, wenn der Gurt nicht angelegt wird. In diesem Fall prallt der Bauch ungebremst gegen das Lenkrad. Richtig angelegt, geht vom Gurt keine direkte Gefahr für das Ungeborene aus.

Gurt richtig anlegen


Nutzen Sie unbedingt Dreipunktgurte – ein reiner Beckengurt ist für Schwangere nicht geeignet. Achten Sie darauf, dass der Gurt stramm angelegt ist und unbedingt unter und nicht auf dem Bauch liegt. So kann bei einem Aufprall der direkte Druck auf die Gebärmutter vermieden werden. Damit Sie sicher gehen können, dass der Gurt auch nicht verrutscht, gibt es spezielle Sitzkissen für Schwangere. Diese werden am Fahrersitz befestigt. Durch eine Schlaufe zwischen den Beinen wird der Beckengurt hindurchgeführt – der Gurt kann so nicht auf den Bauch rutschen. Der ADAC empfiehlt zum Beispiel den "BeSafe Schwanger" von HTS Hans Torgersen og sønn AS. Ebenfalls sollten Sie gerade beim Autofahren in der Schwangerschaft darauf achten, dass die Rückenlehne recht steil und die Kopfstütze auf Ihre Körpergröße eingestellt ist.

Autofahren in der Schwangerschaft: den Gurt richtig anlegen

Autofahren in der Schwangerschaft: So legen Sie den Gurt richtig an


© Thinkstock/ vision net ag
Auch der Airbag sollte eingeschaltet bleiben. Haase: „Airbags stellen bei richtigem Anschnallen keine Gefahr für Schwangere dar, im Gegenteil, ein Aufprall auf das Lenkrad dürfte weit schwerwiegender sein.“ Wichtig ist jedoch, dass der richtige Abstand zum Airbag eingehalten wird, etwa 25 cm. Die Abstände können aber je nach Auto variieren – am besten schlagen Sie das in der Fahrzeugbedienungsanleitung nach.

Und falls doch etwas passiert: Gehen Sie auch nach der kleinsten Kollision zum Arzt – unabhängig davon, ob Sie sich gut fühlen. Denn nur mit einem Ultraschall kann eine vorzeitige Plazentaablösung ausgeschlossen werden. Auch den Mutterpass und die wichtigsten Telefonnummern sollten Sie beim Autofahren stets dabei haben.
Für längere Reisen beachten

Gegen Ende der Schwangerschaft sollten Sie längere Autofahrten soweit es geht vermeiden. Für den Fall, dass Sie doch mehrere Stunden im Auto sitzen müssen, sollten Sie Folgendes beachten:

• Machen Sie regelmäßige Pausen: etwa alle zwei Stunden
• Machen Sie Beingymnastik um die Durchblutung in den Beinen zu fördern
  – das geht auch im Stau
• Tragen Sie ggf. Kompressionsstrümpfe
• Achten Sie darauf, genügend zu trinken
• Steigen Sie nicht ins Auto, wenn Sie sich müde, erschöpft oder schlecht fühlen

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