Das Alles-oder-Nichts-Prinzip

Sie wussten noch nicht, dass Sie schwanger sind und haben in den ersten Tagen der Schwangerschaft Alkohol getrunken, geraucht oder Medikamente genommen? Ihr Frauenarzt wird Sie mit dem Alles-oder-Nichts-Prinzip beruhigen. Wir erklären Ihnen, was es mit dieser Regel auf sich hat.


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Vor allem bei einer nicht geplanten Schwangerschaft passiert es immer wieder: Ein paar Gin Tonics auf der Party, die gewohnte Zigarette nach dem Essen oder die Schmerztabletten bei der Migräne-Attacke. Nach dem positiven Schwangerschaftstest kommen dann schnell das Erschrecken und die Sorgen über den ungesunden Lebensstil in der Frühschwangerschaft. Hoffentlich habe ich meinem Kind nicht ungewollt und unwissentlich geschadet!


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Die gute Nachricht lautet: In den ersten Tagen nach der Zeugung können Sie Ihrem Kind keinen gesundheitlichen Schaden zufügen. Die Natur schützt den Embryo vor eventuellen Schädigungen durch das sogenannte Alles-oder-Nichts-Prinzip. Das bedeutet: Entweder ist die Schädigung so stark, dass der Embryo abgeht. Oder die Schädigung ist nur leicht und eventuell geschädigte Zellen können durch funktionsfähige Zellen ersetzt werden.

Wie funktioniert das Alles-oder-Nichts-Prinzip?


Wenn Sie in den ersten 14 Tagen nach der Zeugung rauchen, Alkohol trinken oder Medikamente einnehmen, fügt das Ihrem Kind keinen Schaden zu. Wird eine Eizelle in der Frühschwangerschaft geschädigt, teilt sie sich nicht weiter und nistet sich auch nicht in der Gebärmutter ein. Der Körper stößt sie ab und sie geht mit einer kleinen Blutung, ähnlich einer kurzen Menstruationsblutung, ab. Diese sehr frühe Fehlgeburt passiert oft unbemerkt.

Eine völlig gesunde Eizelle nistet sich zehn bis 14 Tage nach der Befruchtung ein. Von jetzt an ist der Embyro mit dem Blutkreislauf der Mutter verbunden. Aber noch besitzen die Zellen des Embryos keine spezielle Funktion, d.h. wenn eine geschädigt wird, kann sie durch eine andere ersetzt werden. Man spricht hier auch von der "Omnipotenz" der Zellen. Zellgifte richten in dieser Phase allermeist noch keinen Schaden an. Kann der Körper eventuelle Schäden nicht reparieren, wird der Embryo abgehen.

Anders aber, wenn beim Embryo etwa ab der 5. SSW die Organbildung beginnt. Ab jetzt können geschädigte Zellen nicht mehr durch andere ersetzt werden, ein ungesunder Lebenswandel der Mutter hinterlässt jetzt Spuren beim ungeborenen Kind. In der Phase der Organbildung (bis zur 12. SSW) ist das kleine Menschlein besonders empfindlich, was externe Störungen betrifft. Das bedeutet, dass Giftstoffe jetzt nicht nur an das Kind weitergegeben werden, sondern es auch massiv schädigen können. Ab diesem Zeitpunkt gilt: Hören Sie mit Rauchen auf, trinken Sie keinen Alkohol und nehmen Sie Medikamente nur nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Um mögliche Risiken für Ihr Kind auszuschließen, sollten Sie möglichst früh einen Schwangerschaftstest machen – und Ihr Leben entsprechend anpassen.

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