Die Symphyse: Alles über die Symphysenlockerung

Die Symphyse: Kaum eine Frau hat vor der Schwangerschaft jemals von diesem Körperteil gehört. Und doch kann dieses kleine Knorpelgewebe für gemeine Schmerzen verantwortlich sein. Lesen Sie hier alle Infos zur Symphysenlockerung.


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Kleiner Knorpel, großer Schmerz: Symphysenlockerung


Die Symphysenlockerung trifft manche Schwangere eiskalt. Plötzlich geht gar nichts mehr. Laufen, sitzen, stehen: Der Schmerz schränkt den Alltag der Betroffenen extrem ein. Lesen Sie hier nach, was Sie machen können, wenn Sie Probleme mit der Symphyse haben. Plus: Diese Erfahrung habe ich persönlich gemacht.

Die Symphysenlockerung mit eingehenden Schmerzen trifft glücklicherweise nur wenige Schwangere. Die Symphyse ist die knorpelige Verbindung zwischen den Beckenknochen - das so genannte Schambeingefüge.

Illustration: Symphyse


© iStock/VisionNet
In der Schwangerschaft wird die Symphyse gedehnt. Das ist ein ganz normaler Vorgang, zumal sämtliches Gewebe in der Schwangerschaft weicher wird. Schmerzhaft wird es jedoch, wenn die Stabilität des Beckens nachgibt. Die Beckenhälften haben zu viel Spiel, dadurch wird die Symphyse gedehnt und gereizt.
Schmerzhafte Symphysenlockerung: Was hilft?

Frauenärztin Doris Scharrel aus Kiel empfiehlt einen Beckengurt: "Den Gurt gibt es  in verschiedenen Größen mit einem Klettverschluss für die feste Anlage auf den Beckenknochen."

Mich selbst traf die Symphysenlockerung in der Zwillingsschwangerschaft in der 25. Schwangerschaftswoche knallhart. Ein immenser Schmerz durchzog das komplette Becken und legte mich völlig lahm. Ich fühlte mich nicht einmal in der Lage mich aufzurichten und vom Sofa in die Küche zu kriechen, geschweige denn zu gehen. Glücklicherweise ergriff meine Frauenärztin sämtliche Maßnahmen. Ich verzichtete einen Monat lang auf Zucker und Weißmehl (ein nicht verifiziertes Geheimrezept meiner Ärztin) und wurde mehrmals in der Woche von einer Osteopathin behandelt. Langsam ließ der Schmerz tatsächlich nach. Dr. Scharrel dazu: "Die Lockerung der Bänder selbst kann man nicht durch Akupunktur oder physikalische Verfahren behandeln. Aber gegen die Schmerzen können solche Maßnahmen natürlich helfen."

Auch die Reduktion von Zucker macht Sinn. "Jede Aufnahme von Zucker löst ein Ausschüttung von Insulin aus. Das geschieht auch gleichzeitig beim Baby im Mutterleib. Hier kann es zur Überproduktion von insulinbildenden Zellen führen - ein nachhaltiger Effekt, der für das ganze Leben des Kindes ein erhöhtes Risiko für Fettsucht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes nach sich zieht. Makrosome, also schon im Mutterleib übergewichtige Kinder, brauchen mehr Platz im mütterlichen Becken und verstärken den Dehnungsschmerz."
Schwimmen kann vorbeugen

Frauenärztin Doris Scharrel hat einen Tipp, wie eine Schwangere einer Symphysenlockerung vorbeugen kann: "Durch eine mäßige Gewichtszunahme, Schwimmen und isometrische Übungen kann eine Schwangere vorbeugen. Kraftsport, Spagat oder Schneidersitz sollten hingegen vermieden werden."

Schwangere Frau schwimmt im Wasser


© iStock
Übrigens: Schwangere Frauen, die an einer Symphysenlockerung leiden, erkennen Sie auch auf der Straße. Die Schmerzen zwingen die Betroffene meist zu dem typischen breitbeinigen Watschelgang. Nach der Geburt verschwindet die Symphysenlockerung dann für gewöhnlich wie von selbst.

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Autorenbild Hella Brunke

von Hella Brunke




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