Ihr Baby versucht nun, mit aller Macht seinen Weg zu finden. Je tiefer sein Köpfchen dabei Richtung Beckenausgang rutscht, desto stärker weitet sich der Muttermund.
Die Wehen kommen nun etwa regelmäßig alle drei Minuten. Nutzen Sie die Pausen dazwischen, um Kraft zu schöpfen. Um Ihr Baby brauchen Sie sich nicht zu sorgen, die Hebamme wird immer wieder mittels CTG kontrollieren, ob es ihm gut geht.
Wahrscheinlich ist spätestens jetzt die Fruchtblase gesprungen, und das klare Fruchtwasser fließt. Durch den nachlassenden Druck in der Gebärmutter kommt es oft zu einer längeren Wehenpause. Die dann wieder einsetzenden Wehen sind von so großer Kraft, dass Sie glauben, sie nicht mehr aushalten zu können. In diesem Augenblick sind Sie kurz vor dem Ziel - der Geburt Ihres Kindes!
Unabhängig davon, für welche Gebärhaltung Sie sich entschieden haben - das Wichtigste ist jetzt, dass Ihr Körper und Ihr Baby optimal mit Sauerstoff versorgt sind. Verschiedenen Studien zufolge wird eine aufrechte Position als am angenehmsten empfunden.
Wie Sie atmen, bleibt Ihnen selbst überlassen. Hauptsache, Sie holen bei jeder herannahenden Wehenwelle tief Luft und lassen diese auch wieder heraus. Dieser bewusste Atemrhythmus lockert auch die Gebärmuskulatur und mindert so den Schmerz. Das ist wichtig, denn die Kontraktionen treten nun minütlich auf.
Vor dem Finale der Geburt wird es noch einmal richtig anstrengend für Sie, denn kurz bevor Sie Ihr Kleines durch den Geburtskanal schieben, müssen Sie abermals alle Kraftreserven mobilisieren.
Die Geburtswehen treten weiter im Minutentakt auf. Aber vermutlich ist Ihnen diese Zeitangabe ohnehin nicht wichtig. Weil Sie so sehr auf die Geburtsarbeit konzentriert sind, wird Ihnen jegliches Gefühl für Raum und Zeit abhanden kommen.
Sie werden vielleicht denken: „Ich kann nicht mehr, ich will nicht mehr.“ Doch gerade diese Übergangsphase bringt die entscheidende Wende. Sie dauert nur wenige Minuten. Und genau in den Augenblicken, in denen Sie meinen, Ihre physischen Grenzen erreicht zu haben, sorgen die Endorphine dafür, dass Ihr Kopf „ausgeschaltet“ wird und nur diejenigen Gehirnareale aktiv sind, die Ihnen helfen, das Geschehen mitzugestalten.
Wenn Sie glauben, Sie müssten auf die Toilette, denken Sie dran: Sie haben einen Einlauf bekommen, es kann nichts passieren. Aber auch, wenn das nicht der Fall sein sollte, unterdrücken Sie den Drang zum Pressen nicht.
Denn jetzt ist der entscheidende Moment gekommen: Ihr Baby drückt mit seinem Köpfchen auf den Enddarm. Für die Hebamme ein Zeichen, dass es nun die optimale Position für den Start ins Leben gefunden hat. Und für Sie ist es Zeit, die von Ihnen gewünschte Gebärhaltung einzunehmen.

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