
Gibt es auch Risiken bei einer Wassergeburt? Professor Klaus Vetter: „Die Gefährdung für Mutter und Kind ist gering, aber nicht gleich null.“ Schlimmstenfalls könne die Gebärende plötzlich ohnmächtig werden - oder das Baby unter außergewöhnlichen Umständen Wasser schlucken. Vetter: „Wichtig ist, dass immer jemand dabei ist. Und dass sowohl Geburtsverlauf als auch die Werte des CTG vor der Wassergeburt ganz normal sind.“ Warum das Baby bei der Wassergeburt nicht ertrinkt, lesen Sie hier.
Es gibt auch Umstände, bei denen Geburtshelfer von vornherein von der Wassergeburt abraten. Wer sich jedoch mit Zustimmung des Gynäkologen für eine Wassergeburt entscheidet, kann ganz gelassen sein: In vielen Kliniken und Geburtshäusern gehört die Methode schon zur Routine. Die Kosten trägt, wie bei anderen Geburten auch, die Krankenkasse.
Aber müssen sich Schwangere auf eine Wassergeburt speziell vorbereiten? „Nein“, sagt Susanne Kortshagen, Vorsitzende des Hebammen Verbandes Hamburg, „allerdings kann ein Geburtsvorbereitungskurs im Wasser auch nicht schaden, weil die Frauen dadurch schon an die Situation ,mit Bauch im Wasser' gewöhnt sind.“ Mit Aquafit, Aquawellness oder Watsu lässt sich der Kreislauf vorher trainieren.
Aber auch ganz spontan können sich Schwangere noch in den letzten Stunden vor der Geburt für die Wanne entscheiden. Immer vorausgesetzt, dass ein normaler Geburtsverlauf diagnostiziert ist - und natürlich eine Wanne in der Klinik zur Verfügung steht. Anke H.: „Vorher war mir eigentlich klar, dass ich mein Baby auf dem Bett zur Welt bringe. Aber als ich dann das Becken sah, fiel mir wieder ein, dass ich auch sonst bei Stress gern in die Badewanne gehe “
Ganz so heiß wie bei einem Schaumbad darf das Wasser in der Geburtswanne jedoch nicht sein. Susanne Kortshagen: „Die Temperatur sollte die eigene Körperwärme nicht wesentlich übersteigen, also bei etwa 37 Grad liegen. Sonst fühlen sich schwangere Frauen, denen meist ohnehin schon heiß ist, unwohl. Bei zu großer Hitze käme es außerdem zu erhöhter Herzfrequenz von Mutter und Kind.“ Auch der Stoffwechsel, der unter anderem die Wehen steuert, könnte zu sehr durcheinander geraten.
Vom häuslichen Bad unterscheidet sich aber nicht nur die Temperatur: Die Geburtswanne ist größer, hat mehrere Haltegriffe, manchmal auch eine Tür zum bequemen Ein- und Ausstieg und wird regelmäßig desinfiziert. „Sie sollte an drei Seiten frei stehen, damit Hebamme und Arzt ausreichend Zugang zur Gebärenden haben“, sagt Susanne Kortshagen. Eine Überwachung der kindlichen Herztöne per CTG ist auch bei einer Wassergeburt entweder kabellos oder mit wasserdichten Schallköpfen möglich.

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