
Man spricht von einer Steißlage, wenn sich das Baby wenige Wochen vor der Geburt im Mutterleib nicht dreht. Das Wichtigste rund um Steißlage und Geburt und über Techniken, um das Baby noch zum Drehen zu bewegen.
Meisten Babys drehen sich noch vor der Geburt
„Viele Schwangere machen sich bei einer Steiß- oder Beckenendlage zu früh und meist auch völlig unnötig Sorgen“, sagt Eva-Maria Chrzonsz. Zum einen, so die Hebamme aus Fulda, drehen sich viele Babys kurz vor der Geburt – manche alleine, manche mithilfe der Hebamme oder des Arztes. Zum anderen „sind Steißlagengeburten genauso sicher wie solche mit Kopflage“, sagt Frank Louwen von der Universitäts-Frauenklinik Frankfurt/Main. „Und zwar unabhängig davon, ob es das erste oder das dritte Kind ist.“ Vorausgesetzt allerdings, fügt der Gynäkologieprofessor hinzu, „die Entbindung wird von einem Arzt gemacht, der damit wirklich Erfahrung hat.“
Keine Frage: Vaginale Steißgeburten können Probleme mit sich bringen. Sie verlaufen langsamer und führen eher zur Erschöpfung der werdenden Mutter. Das liegt vor allem daran, dass die vorangehenden Körperteile – der Po oder die Knie – weicher und kleiner sind als der Kopf. Das Baby kann den Geburtsweg daher während der ersten Wehenphase nicht so effektiv dehnen. Hinzu kommt: Ist der Schädel bei einer Kopflagengeburt schon draußen, ist das Wichtigste geschafft. Bei einer Steißlage dagegen kommt der größte Kraftakt zuletzt. Heikel werden kann es vor allem dann, wenn das Kind groß und das Becken der Frau eng oder ungünstig geformt ist.
Erfreulicherweise können sich Frauen in der Regel darauf verlassen, dass die Natur für die günstigere Lage sorgt. Rund 95 Prozent aller Babys kommen mit dem Kopf voran auf die Welt. Die meisten von ihnen drehen sich schon zwischen der 28. und 33. Woche in die endgültige Lage. Etliche Nachzügler schaffen es auf den letzten Drücker: In der 32. Schwangerschaftswoche befindet sich noch ein Viertel aller Babys in Steißlage. In der 38. Woche sind es nur noch vier Prozent. Kein Wunder: In der Gebärmutter ist es langsam eng geworden für größere Akrobatikstücke.
„Bis zur 36. Woche ist es völlig in Ordnung, wenn sich das Kind noch nicht gedreht hat“, sagt Chrzonsz. Ab diesem Zeitpunkt – manche Experten raten dazu schon ab der 32. oder der 34. Woche – kann man versuchen, das Kind mit sanften Techniken in Kopflage zu bringen. Doch wagen Sie keinesfalls eigenmächtige Experimente! Wer sein Kind zum Drehen bewegen will, darin sind sich Ärzte und Hebammen einig, sollte das unter fachkundiger Anleitung tun.

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