Wer gerne den sportlichen Weg geht, versucht es am besten mit der „indischen Kehre“ (auch Wende oder Brücke). Dazu legt sich die Schwangere für 15 bis 20 Minuten rücklings und mit hoch gelagertem Becken auf den Boden. Arme und Kopf sollen dabei entspannt sein und die Unterschenkel nach unten hängen. Dem Kind, so die Theorie, soll es dadurch so unbequem werden, dass es sich dreht.
Das funktioniert allerdings nicht immer und nicht sofort. „Zweimal täglich sollte man die Übung machen“, rät Chrzonsz. „Bis sich das Kind eben gewendet hat.“ Das kann nach ein paar Tagen sein. Mitunter dauert es aber bis zu zwei Wochen. „Die meisten Frauen merken selbst, wenn sich das Kind gedreht hat – vor allem diejenigen, die ein gutes Gefühl für ihren Körper haben.“ Sobald sich das Baby zu drehen beginnt, sollte man die Übung nicht fortsetzen, sondern zum Frauenarzt gehen. Per Ultraschall kann er feststellen, ob es geklappt hat.
Ohnehin sollte man die Übung nie alleine machen. Denn manchen Schwangeren wird bei der indischen Kehre schwindelig oder schwarz vor Augen. Dazu kann es kommen, wenn die Gebärmutter, die jetzt bis zu sechs Kilogramm wiegt, kurzfristig die große untere Hohlvene (Vena Cava) abdrückt. Wenn das passiert, muss man die Übung sofort abbrechen und sich umgehend in Seitenlage begeben. Es gibt auch eine Alternative: Statt auf dem Rücken zu liegen, können Schwangere in die Vierfüßler-Stellung gehen und sich auf die Ellenbogen stützen, damit das Becken erhöht ist.
Beim sogenannten Moxen wird an beiden kleinen Zehen je eine Akupunkturnadel gesetzt und mit einer Moxazigarre (Beifußkraut) leicht erhitzt. Angeblich bewirkt die Methode, dass sich die Schwangeren sehr gut entspannen und die Kindsbewegungen zunehmen. „Einen wissenschaftlichen Nachweis für die Wirksamkeit gibt es aber nicht“, sagt Chrzonsz.
Etablierter aber zugleich heikler ist die „äußere Wendung“, die nur von erfahrenen Geburtshelfern in Kliniken angewandt werden sollte. Mit dieser Technik kann der Arzt in der 36. bis 38. Woche versuchen, das Kind mit beiden Händen von außen zu drehen. Wenn das gelingt, macht das Kind in der Gebärmutter einen Rückwärtspurzelbaum. Die Erfolgsrate, schätzt Louwen, liegt in der 38. Woche bei etwa 50 Prozent. Zwischen der 35. und 37. Woche sind die Chancen mit 70 bis 80 Prozent etwas höher, so der Gynäkologe. „Aber wir wissen natürlich nicht, wie viele von diesen Kindern sich auch ohne äußere Hilfe noch gedreht hätten.“ Zudem gilt auch hier: Der jeweilige Arzt muss die Technik beherrschen, sonst kann es zu einer vorzeitigen Ablösung der Plazenta kommen.