
Die Entscheidung für eine Abtreibung fällt keiner Frau leicht. Hier finden Sie die wichtigsten rechtlichen und medizinischen Infos zum Thema.
Eine Abtreibung ist nach heutigem Gesetz bis zur 12. Schwangerschaftswoche (3. Schwangerschaftsmonat) straffrei. Allerdings nur wenn die Schwangere mindestens drei Tage vor der Abtreibung zu einer Schwangerschaftskonfliktberatung gegangen ist. Erfolgt nach der 12. Schwangerschaftswoche eine Abtreibung, drohen dem Arzt bis zu 3 Jahre Haft oder eine Geldstrafe und der Schwangeren bis zu 1 Jahr Freiheitsstrafe.
Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen gibt es zum Beispiel von Pro Familia, Caritas und dem Deutschen Roten Kreuz.
Eine Abtreibung ist auch straffrei, "um eine Gefahr für das Leben oder die Gefahr einer schwerwiegenden Beeinträchtigung des körperlichen oder seelischen Gesundheitszustandes der Schwangeren abzuwenden und die Gefahr nicht auf eine andere für sie zumutbare Weise abgewendet werden kann" ( § 218a Strafgesetzbuch). Außerdem ist eine Abtreibung für die Schwangere straffrei, wenn sie nach Beratung von einem Arzt vorgenommen worden ist und die 22. Schwangerschaftswoche nicht überschritten wurde. Außerdem kann "das Gericht von Strafe nach § 218 absehen, wenn die Schwangere sich zur Zeit des Eingriffs in besonderer Bedrängnis befunden hat".
Grundsätzlich müssen Sie vor bzw. für eine Abtreibung zwei Ärzte besuchen: Sie brauchen ein ärztliches Attest für die Indikation und die Abtreibung selbst muss von einem anderen Arzt durchgeführt werden.
Weitere Informationen finden Sie auf der Seite des Bundesministeriums für Familie.
Es gibt zwei Methoden für eine Abtreibung: Absaugen/Ausschabung oder mit der Pille Mifegyne RU-486.
Eine Abtreibung mit der Pille Mifegyne RU-486 zieht meist keine Komplikationen nach sich. In wenigen Fällen kann eine Ausschabung notwendig werden. Außerdem können Übelkeit, Erbrechen, Blutungen, Durchfall und Schmerzen auftreten.
Bei einer Abtreibung durch Absaugung kommt es ebenfalls selten zu Komplikationen. Allerdings ist nach der OP die Gefahr für eine Eileiterentzündung. Bei starken Blutungen, Fieber oder Schmerzen nach einer Abtreibung sollten Sie zu einem Arzt gehen.
Einige Frauen kämpfen nach einer Abtreibung jedoch mit seelischen Problemen. In diesem Fall sollten Sie sich unbedingt professionelle, psychologische Hilfe holen. Fragen Sie auch Ihren Frauenarzt, er kann Ihnen bestimmt einen Ansprechpartner nennen.
Diese Informationen können den Besuch beim Arzt nicht ersetzen!

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