Offenbar hat Akupunktur in der Schwangerschaft gleich mehrere Effekte. So hemmen sie zum einen den Schmerz und wirken seelisch entspannend. Zum anderen regt die gezielte Stimulation bestimmter Akupunktur-Punkte eine bessere Reifung des Muttermundes und die Wehentätigkeit an. Alles zusammen reduziert den Geburtsstress. Die werdende Mutter bleibt dadurch besser bei Kräften und kann so bei der Entbindung auch aktiver mitarbeiten.
Bislang weiß allerdings niemand, wodurch Akupunktur genau wirkt. Nach den Vorstellungen der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) stellt Akupunktur einen vorübergehend gestörten Fluss der Lebensenergie Qi wieder her. Diese Energie fließt demzufolge in zwölf Hauptbahnen, den Meridianen. Schmerzen entstehen nach der Lehre der TCM dadurch, dass der Energiefluss entlang der Meridiane blockiert ist. Reizt der Therapeut bei der Akupunktur bestimmte Punkte entlang dieser Bahnen, soll dies das natürliche Gleichgewicht wiederherstellen. Pro Sitzung werden dazu bis zu 15 der mehr als 360 Akupunkturpunkte gleichzeitig gestochen.
Aus wissenschaftlicher Sicht gibt es zwar weder Beweise für die Existenz der Meridiane noch für die der Akupunkturpunkte. Dennoch attestieren auch Hirnforscher gekonnt ausgeführter Akupunktur eine gewisse Wirkung: Sie erkannten, dass bestimmte Reize in der Haut über Schmerzfühler ans Gehirn geleitet werden. Dort bewirken sie die Ausschüttung von Nerven-Botenstoffen, darunter körpereigene Schmerzmittel und Stimmungsaufheller wie Endorphin und Serotonin.
Die Akupunktur-Nadeln, die zehnmal dünner als Stecknadeln sind, bleiben normalerweise 20 bis 30 Minuten im Gewebe, manchmal auch länger. Der Einstich ist in der Regel schmerzlos. Anschließend wird die Nadel unter einer schnellen Drehbewegung vorgeschoben, bis das sogenannte De-Qi-Gefühl ausgelöst wird. Das kann sich wie Wärme, Taubheit, Druck oder Kribbeln anfühlen, was von Patientin zu Patientin unterschiedlich ist. Die Stichlänge beid er Akupunktur richtet sich nach der Lage der Punkte und variiert zwischen fünf Millimetern und mehreren Zentimetern. Nach der Akupunktur kann die Stelle leicht gerötet sein oder es kann sich ein kleiner blauer Fleck bilden. Beides ist jedoch harmlos und verschwindet von selbst wieder.

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