
Eine Ausschabung ist ein operativer Routineeingriff. Sie wird bei Blutungsstörungen, aber auch nach einer Fehlgeburt vorgenommen.
Die Ausschabung (Abrasio, Kürettage) der Gebärmutter ist ein operativer Routineeingriff, bei dem die obere Schicht der Gebärmutterschleimhaut im Bereich der Gebärmutterhöhle und des Gebärmutterhalses entfernt wird.
Eine Ausschabung wird aus diagnostischen Gründen bei Blutungsstörungen vorgenommen. Aus therapeutischer Sicht ist eine Ausschabung bei starken oder verlängerten Regelblutungen der Gebärmutter nötig. Durch eine Ausschabung kann man zum einen hormonelle Störungen, gutartige Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut (Myome) oder Polypen der Gebärmutter erkennen. Zum anderen ist die Ausschabung auch ein wichtiges Werkzeug zur Diagnose von bösartigen Erkrankungen wie Gebärmutterkrebs (Endometriumkarzinom). Bei einer Ausschabung kann dafür Gewebe von der Gebärmutter für eine feingewebliche Untersuchung entnommen werden.
Eine Ausschabung der Gebärmutter ist aber auch eine Methode zur Behandlung nach einer Fehlgeburt, im Falle einer gestörten Schwangerschaft oder auch bei einem Schwangerschaftsabbruch. In diesen Fällen müssen die Reste des Embryos und des Mutterkuchens aus der Gebärmutterhöhle ausgeschabt oder abgesaugt werden. Die Ausschabung verhindert Infektionen und Blutungen.
Eine Ausschabung wird in der Regel unter einer kurzen Vollnarkose ausgeführt. Durchschnittlich dauert die Ausschabung nur 5 bis 15 Minuten und kann ambulant in einer gynäkologischen Praxis oder Klinik durchgeführt werden.
Bei der Behandlung wird die Patientin wie bei der Routineuntersuchung auf dem gynäkologischen Stuhl mit gespreizten Beinen platziert. Dann wird der Muttermund als Zugang zur Gebärmutter aufgedehnt. Zur Ausschabung der Gebärmutter verwendet der Arzt entweder einen sogenannten scharfen (Abrasio) oder einen stumpfen Löffel (Kürettage). Damit wird die obere Schicht der Gebärmutterschleimhaut abgeschabt. Diese kann dann im Anschluss an die Ausschabung von einem Pathologen untersucht werden. Eine Abtragung der Gebärmutterschleimhaut ist im Übrigen für den Körper ganz normal, da die Schleimhaut auf natürliche Weise monatlich in Form der Regelblutung abgestoßen und wieder aufgebaut wird.
Grundsätzlich ist eine Ausschabung ein kurzer, komplikationsarmer Eingriff. Nach einer ambulanten Ausschabung bleibt die Patientin solange unter Beobachtung, bis sie sich im Stande fühlt heimzugehen. In den ersten Tagen nach der Ausschabung kommt es für gewöhnlich zu einer leichten Blutung. Bei einer verstärkten Blutung, Fieber und Schmerzen sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. In den ersten drei Wochen nach einer Ausschabung sollte die Patientin auf Schwimmen, Saunabesuche, Geschlechtsverkehr und Tampons verzichten, da der Muttermund noch etwas geöffnet ist. In seltenen Fällen kann es bei der Ausschabung zu einer Verletzung der Gebärmutterwand kommen.
Zirka vier bis acht Wochen nach einer Ausschabung tritt die nächste Regelblutung ein. Allerdings kann schon vor der Regelblutung eine Schwangerschaft eintreten. Eine Schwangerschaft sollte allerdings frühestens drei Monate nach einer Ausschabung in Betracht gezogen werden. Daher sollte auch vor der ersten Regelblutung auf Empfängnisverhütung geachtet werden.

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