Wer sich für pränatale Diagnostik entscheidet, tut dies natürlich in der Hoffnung, dass dabei nichts Besorgniserregendes entdeckt wird. Und so ist es ein Schock, wenn die „gute Hoffnung“ im Sprechzimmer des Gynäkologen zerplatzt oder zumindest jäh gestört wird.
Wichtig ist in dieser Situation, sich das Laborergebnis genau erklären zu lassen. Vieles ist für Laien nicht sofort verständlich. So muss ein auffälliges Untersuchungsergebnis noch nicht bedeuten, dass das Kind wirklich krank oder behindert ist.
Vor allem bei den nicht-invasiven Untersuchungen im ersten Schwangerschaftsdrittel kommt es immer wieder zu falschen Ergebnissen - beim Ersttrimester-Screening in etwa fünf Prozent der Fälle.
Bis weitere Untersuchungen Klarheit bringen, erleben diese Eltern Wochen der Ungewissheit und Unsicherheit.
Ein weiteres Problem: Aus medizinischer Sicht gilt schon die Wahrscheinlichkeit von nur 0,25 Prozent für eine Störung als „auffällig“ - eine niedrige Schwelle, die dazu führt, dass Eltern oft unnötig beunruhigt werden.
Erst wenn sich in weitergehenden Tests der pränatalen Diagnostik der Verdacht auf eine Fehlbildung erhärtet, stehen die werdenden Eltern vor einer zwar seltenen, aber schweren Entscheidung. Doch die sollte niemand allein treffen, sondern psychosoziale Beratung in Anspruch nehmen.

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