Die Kosten einer Fruchtbarkeitsbehandlung
Die Prozeduren der Reproduktionsmedizin sind aufwendig und deshalb teuer. Seit 2004 zahlen die Krankenkassen nur noch drei (statt früher vier) Reproduktionsversuche. Außerdem müssen sich die Paare zur Hälfte an den Kosten einer durchschnittlich 4000 Euro teuren Behandlung beteiligen.
Macht man sich bewusst, dass es in der Regel nicht beim ersten Mal klappt und oft vier oder fünf Versuche nötig sind, so summieren sich die Belastungen leicht zu einem ordentlichen Betrag. Kein Wunder, dass die Zahlen der künstlichen Befruchtungsversuche und folglich der dadurch geborenen Kinder seitdem deutlich zurückgingen. Ein erfüllter Kinderwunsch wird damit auch zu einer Frage des finanziellen Vermögens.
Krankenkasse: Geringe Kostenübernahme einer Fruchtbarkeitsbehandlung
Einfach ist der Weg zum Kind mit medizinischer Hilfe aber bis heute nicht. Ein Problem: die Kosten. „Jeder Mann und jede Frau hat ein Menschenrecht auf die Gründung einer Familie“, sagt die WHO und definiert Kinderlosigkeit als Krankheit. Die deutschen Krankenkassen sehen das aber anders. Sie argumentieren, man könne ja auch ohne Nachwuchs glücklich leben. Das stimmt wohl. Aber nur, wenn man sich aus freien Stücken dazu entscheidet.
Ungewollte Kinderlosigkeit gehört ansonsten zu den stressvollsten Erfahrungen, die ein Mensch machen kann, vergleichbar mit dem Verlust eines Partners, wie amerikanische Studien belegen. Trotzdem wurden die Kassenleistungen für einen Teil der Fertilitätstherapien 2004 drastisch eingeschränkt. Die Anzahl der Befruchtungsversuche ging in der Folge stark zurück.
2003 unterzogen sich nach Angaben des IVF-Registers noch 105854 Frauen einer entsprechenden Therapie, 2005 waren es nur 37220 Frauen, von denen dann 4429 ein oder mehrere Babys auf die Welt brachten. In Deutschland kommen nun jedes Jahr geschätzte 8000 Kinder weniger zu Welt - ungefähr so viele, wie jährlich in einer Stadt wie Köln geboren werden.