Steht durch die Untersuchungen fest, dass beide Partner keine organischen oder hormonellen Störungen haben, sich die Spermien jedoch nur schlecht oder gar nicht durch die Barriere des Gebärmutterhalsschleimes kämpfen können oder ist die Spermaqualität selbst sehr bedenklich, dann wird zum Zeitpunkt des Eisprungs aufbereitetes Sperma in die Gebärmutter gespritzt.
Die Keimzellen beider Partner erhalten auf diese Weise eine Starthilfe, damit sie leichter zueinander finden. Das Sperma des potenziellen Vaters wird „vorsortiert“. Die Frau wird mit einer Hormontherapie begleitet, um ein optimales Wachstum der Eibläschen zu gewährleisten.
Die Insemination findet auch dann statt, wenn auf Spendersamen zurückgegriffen werden muss.
Erfolgsquote: 15 bis 20 Prozent
In-vitro-Fertilisation, IVF: Befruchtung im Reagenzglas
Finden Sperma und Eizelle aufgrund organischer Störungen (verlegte oder verschlossene Ei- bzw. Samenleiter) nicht zueinander oder schlugen mehrere Inseminationsversuche fehl, dann wird die Befruchtung nach draußen, in ein Reagenzglas verlagert. Die Frau erhält dabei Hormone, um innerhalb eines Zyklusses gleich mehrere Eibläschen heranreifen zu lassen. Diese werden über die Scheide abgesaugt und im Reagenzglas mit dem „vorsortierten“ Sperma des Vaters gemischt.
Das erfolgreiche Spermium muss selbstständig in die Eizelle eindringen. Nach drei Tagen werden höchstens drei befruchtete Eizellen in die Gebärmutter eingepflanzt.
Erfolgsquote: 20 bis 30 Prozent (bei drei Eizellen)
ICSI-Methode (Intracytoplasmatische Spermien-Injektion): Nachhilfe für das Spermium
Ist die Spermaqualität sehr schlecht oder gelingt es den Spermien nicht, selbstständig in die Eizelle einzudringen, gehen Experten, oft auch nach zwei erfolglosen IVF-Versuchen einen Schritt weiter. Das Prinzip gleicht dem der IVF-Methode. Der entscheidende Unterschied besteht darin, dass ein einzelnes Spermium mittels einer Pipette direkt in die Eizelle injiziert wird. Maximal drei befruchtete Eizellen werden dann in die Gebärmutter eingebracht.
Da mit dieser Methode auch genetische und Keimzellstörungen des Mannes überbrückt werden, besteht eine höhere Gefahr, diese genetischen Defekte auf das (die) Kind(er) zu übertragen. Eine genetische Untersuchung des Ehepaares ist deshalb zwingend vorgeschrieben.
Erfolgsquote: 50 bis 60 Prozent (nach vier Versuchen)
In Vitro Materation (IVM) - unreif zur Reifung ins Reagenzglas
Im Gegensatz zur IVM-Methode, bei der durch Hormongaben mehrere Eizellen im
Körper der Frau heranreifen und entnommen werden, dosiert man die Hormongabe hier niedriger und kürzer. Die noch unreifen Keimzellen der Frau werden meist direkt aus dem Eierstock entnommen, um sie dann im Reagenzglas innerhalb weniger Stunden reifen zu lassen. Danach werden sie mit dem mit dem Sperma des Vaters gemischt und in die Gebärmutter gepflanzt.
Erfolgsquote: 20 Prozent
Da bei einer künstlichen Befruchtung zumeist mehrere befruchtete Eizellen in die Gebärmutter eingepflanzt werden, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit einer Mehrlingsschwangerschaft auf fünf Prozent.

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