Lanugobehaarung: Babys zarter Flaum

Die Lanugobehaarung hüllt das Ungeborene in einen zarten Flaum. Wozu der Fötus diese Wollhaare braucht und wann das Lanugo wieder verschwindet, erklären wir hier.


(0)

Melden Sie sich in unserer Community an, um Beiträge zu Ihren Favoriten hinzuzufügen.

Jetzt anmelden
Herzlichen Glückwunsch, Ihr Baby ist jetzt am ganzen Körper behaart! Klingt erstmal nicht sonderlich erfreulich. Schließlich erwartet man als werdende Mama, dass ein süßer Wonneproppen in einem heranwächst und kein kleiner Wookiee. Doch tatsächlich ist der Babyflaum für Ihr Ungeborenes ein Etappensieg.


Lanugobehaarung: Wollhaare bei Frühgeburt

Lanugobehaarung bei Frühchen


© Getty Images
Das sogenannte Lanugohaar oder auch die Lanugobehaarung bildet sich etwa in der 15. SSW aus. Also zu einer Phase der Schwangerschaft, in der die Haut des Fetus noch so dünn ist, dass Adern und auch Knochen deutlich durchscheinen. Zusammen mit der sogenannten Käseschmiere, einem wasserundurchlässigem Sekret, bildet die Lanugobehaarung eine schützende Isolierschicht für die empfindliche Haut.

Der Flaum aus Wollhaaren sorgt dafür, dass die Haut des Fetus im Fruchtwasser nicht aufweicht. Man kann sich das vorstellen wie ein zu langes, heißes Bad. Auch bei uns werden Finger und Zehen dann schrumpelig, weil sich zu viel Wasser in der Haut eingelagert hat. Außerdem helfen die Härchen dem Baby bei der Wärmespeicherung.

Lanugobehaarung als Schutzschicht


Mit fortschreitender Schwangerschaft wird das Baby größer und vor allem auch dicker. Das heißt, es hat inzwischen viel gesundes Fettgewebe gebildet – auch unter der Haut. Sie ist jetzt viel dicker und robuster und braucht seine schützende Isolierschicht nicht mehr. Sprich: Auch die Lanugobehaarung wird überflüssig und wird daher vom Körper abgestoßen. Das geschieht in der Regel etwa um die 30. SSW. Und was passiert mit den Härchen? Im Prinzip isst Ihr Baby sie auf. Zusammen mit dem Fruchtwasser nimmt es auch die ausgefallenen Härchen auf. Aber das ist nicht schlimm. Das Lanugo und auch die Käseschmiere werden zusammen mit Darmzellen und Gallenflüssigkeit innerhalb der ersten Lebenstage als Kindspech wieder ausgeschieden.

Bis zur Geburt ist dann auch der größte Teil der Lanugohaare ausgefallen. Nur an den Ohrmuscheln, am oberen Rücken oder an den Schulterpartien bleibt manchmal auch nach der Geburt noch ein kleiner Flaum zurück. Aber keine Angst, auch ihn wird Ihr Baby noch im ersten Lebensmonat komplett verlieren.
Lanugobehaarung bei Frühchen

Ist die Lanugobehaarung nach der Geburt noch deutlich ausgeprägt, so ist das oft ein Indikator dafür, dass das Baby etwas zu früh dran war. So sind Frühchen meist noch am ganzen Körper mit ihrem Flaum bedeckt. Ihnen hilft das Lanugo dabei, Körperwärme besser halten zu können. Babys, die rund um den ET geboren wurden, haben zur Wärmespeicherung ein gutes Fettpolster. Daher brauchen sie die Extra-Härchen nicht. Das heißt: Je weniger Babyflaum und je weniger Käseschmiere bei der Geburt, desto reifer ist Ihr Baby.

 Das könnte Sie interessieren: Frühgeburt - aber nicht zu früh fürs Leben

In Deutschland ist jedes 9. Baby eine Frühgeburt. Die Überlebenschancen sind gut - leider gibt es aber auch Spätfolgen.


Übrigens: Auch bei Erwachsenen kann sich die Lanugobehaarung wieder ausbilden. Vor allem bei Magersüchtigen, die nur noch einen sehr geringen Körperfettanteil haben, kann am Rücken, an den Armen und im Gesicht der Babyflaum wieder wachsen. Wie schon bei den Frühchen sollen die Wollhaare den Körper bei der Wärmespeicherung unterstützen.





mehr zum Thema
Babybauch Schwangerschaftswochen
Artikel kommentieren
Login