Milcheinschuss – die erste Milch fürs Baby

Der Milcheinschuss kommt meist am dritten Tag nach der Geburt. Hier erfahren Sie alles für einen guten Stillstart, warum die Vormilch so wichtig für Ihr Baby ist und wie Sie Milchbildung anregen können.


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Spätestens wenn das Baby auf der Welt ist, stellt sich jede frisch gebackene Mama die Frage: Wie wird das mit dem Stillen wohl klappen? Wie wird es sich anfühlen, wenn mein Baby plötzlich aus meiner Brust Milch trinkt? Und wann kommt eigentlich der Milcheinschuss? Kein Grund zur Sorge, bei den meisten Müttern klappt das Stillen problemlos. Scheuen Sie sich beim Stillstart nicht, sich schon im Krankenhaus mit Ihren Fragen an die Schwestern und Hebammen zu wenden. Die kennen sich bestens aus - und keine Frage ist zu blöd! In der Zeit danach steht Ihnen Ihre Hebamme oder eine Stillberaterin zur Seite.


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Wichtig für einen guten Stillstart: Das erste Anlegen


Schritt eins für einen guten Stillstart für Sie beide: Legen Sie Ihr Baby in den ersten zwei Stunden nach der Geburt das erste Mal an, da ist nämlich der Saugreflex besonders stark. Gehen Sie das Stillen mit Freude, Ruhe – und Gelassenheit an – so finden Sie zusammen mit Ihrem Baby den optimalen Rhythmus, und die Milchbildung wird in Gang gesetzt. Regelmäßiges Anlegen hilft jetzt, dass sich mehr Milch bildet, der Milchspendereflex wird dadurch angeregt.
Wann kommt der Milcheinschuss?
Das ist bei jeder Frau anders: Bei manchen schießt die Milch am zweiten Tag nach der Geburt ein, bei anderen erst am fünften Tag, das ist von Frau zu Frau unterschiedlich.
Woran merkt man den Milcheinschuss?
Manche Frauen klagen über Schmerzen in der Brust beim Milcheinschuss. Das passiert, wenn die Milchbildung sehr plötzlich in Gang kommt. Bei anderen Frauen kommt der Milcheinschuss nicht so schnell – er ist dann teilweise kaum zu spüren. Die Brüste können sich in der Zeit des Milcheinschusses auch leicht röten. Und: Der Umfang der Brüste nimmt deutlich zu. Es kann auch sein, dass einige Tropfen Muttermilch aus der Brust tropfen. Völlig normal! Mit Stilleinlagen können Sie die auslaufende Milch problemlos auffangen.
Was ist nach dem Milcheinschuss wichtig?
Legen Sie Ihr Baby weiterhin häufig und regelmäßig an, damit es zu keinem Milchstau kommt.

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Wie wird das Baby bis zum Milcheinschuss satt?

Machen Sie sich keine Sorgen, wenn der Milcheinschuss ein bisschen auf sich warten lässt: Ihr Baby muss nicht hungern! Wenn Sie Ihr Baby direkt nach der Geburt anlegen, bekommt es die sogenannte Vormilch, auch Erstmilch genannt (Kolostrum). Die leicht gelbliche Vormilch ist besonders wertvoll für Ihr Kind: Sie enthält viele Nährstoffe, Proteine und Antikörper aus Ihrem Immunsystem. Damit ist Ihr Baby in den ersten Tagen aufs Beste versorgt. Die Vormilch liefert Ihrem Kind den für die erste Zeit so wichtigen Infektionsschutz.
Wundern Sie sich nicht: Ihr Körper bildet nur wenig Vormilch – das ist aber völlig ausreichend. Mengenmäßig viel Milch steht Ihrem Kind erst nach dem Milcheinschuss zur Verfügung. Wenn Ihr Baby regelmäßig gestillt wird, kommt der Milcheinschuss ganz von alleine.
Was tun, wenn die Brust beim Milcheinschuss schmerzt?
Wenn Ihre Brust schmerzt, hilft es, wenn Sie die Brust vor dem Stillen wärmen. Zum Beispiel mit warmen Wickeln oder unter der Dusche. Nach dem Stillen sind kalte Auflagen wohltuend! Die Brüste entspannen sich und der Druck lässt nach. Ganz wichtig: Ruhe und Entspannung, dann kommt der Körper am schnellsten mit seiner neuen Aufgabe klar.

Tipps, wenn Sie Angst haben, dass Sie zu wenig Milch für Ihr Baby haben
  • 1 / 11

    Stillen Sie häufig, d.h.  alle zwei Stunden! Denn: Je mehr Milch Ihr Baby trinkt, desto mehr Nachschub produziert Ihr Körper.

  • 2 / 11

    Stillen Sie pro Brust mindestens 15 Minuten.

  • 3 / 11

    Geben Sie Ihrem Kind bei jedem Mal Stillen BEIDE Brüste.

  • 4 / 11

    Auch wenn Sie müde sind: Stillen Sie auch nachts im 3-Stunden-Rhythmus. Im Zweifel müssen Sie Ihr Baby wecken.

  • 5 / 11

    Während der Stillzeit ist es wichtig, dass Sie viel trinken. Wenn Sie zu wenig trinken, wirkt sich das auch auf die Milchmenge aus, sie geht zurück.

  • 6 / 11

    Überprüfen Sie die Stillposition gemeinsam mit Ihrer Hebamme oder einer Stillberaterin.

  • 7 / 11

    Gönnen Sie sich selbst ausreichend Ruhe!

  • 8 / 11

    Sie können täglich bis zu vier Tassen Milchbildungstee (Fenchel-Kümmel-Anis-Mischung) trinken, um die Milchbildung anzuregen.

  • 9 / 11

    Warme Kompressen vor dem Stillen helfen ebenfalls den Milchfluss anzuregen.

  • 10 / 11

    Und noch ein Hebammen-Tipp: Kneten Sie beim Stillen die Fußsohlen Ihres Babys, dann bleibt es wach und aktiv und schläft beim Stillen nicht gleich wieder gemütlich ein.

  • 11 / 11

    Eventuell hilft zusätzliches Abpumpen der Milch. Das sollten Sie mit Ihrer Hebamme oder Ihrer Stillberaterin besprechen.








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