Mitmach-Kaiserschnitt: Mutter holt Kind selbst aus dem Bauch

Es war die Sensation der vergangenen Tage: Eine Mutter assistierte bei ihrer eigenen Kaiserschnitt-OP und hob ihr Baby selbst aus dem Bauch.


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Oxana Kaiser ist zu diesem Zeitpunkt schon Mutter von vier Kindern. Drei davon brachte sie auf natürliche Weise zur Welt, das erste jedoch musste per Notkaiserschnitt geholt werden. Für Oxana Kaiser bedeutete das ein Gefühlschaos. Sie sagt, sie habe von Anfang an Bindungsstörungen und kleine Zweifel gehabt, ob das auch wirklich ihr Kind sei. Ein Gefühl, das viele Frauen nach Kaiserschnitt-Geburten nur allzu gut kennen. Nun war sie wieder schwanger und die Umstände machten erneut einen Kaiserschnitt nötig. Doch noch einmal wollte Oxana Kaiser nicht durch diese unangenehme emotionale Phase. Zusammen mit ihrer Hebamme entschied sie sich für einen „mütterlich assistierten Kaiserschnitt“ – ein Verfahren, das bereits in Australien angewendet wird. In Deutschland sollte ihr „Mitmach-Kaiserschnitt“ der erste seiner Art sein. 


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Im Klinikum Bad Oeynhausen entschloss man sich nach anfänglicher Skepsis für den Versuch. Bei den Planungen des Eingriffs standen immer die Gesundheit von Mutter und Kind im Fokus. Das größte Problem stellte dabei die Keimfreiheit dar. Damit sich Oxana Kaiser beim Herausheben des Kindes nicht selbst mit Keimen infiziert, musste sie OP-Handschuhe tragen und möglichst steril gehalten werden.

Und dann war es soweit. Acht Tage vor dem Geburtstermin erhielt die Schwangere eine rückenmarksnahe Narkose. Die Ärzte bereiteten alles vor und legten das Baby sozusagen frei, sodass Oxana Kaiser es herausheben konnte. "Für mich hat sich das fast angefühlt wie eine normale Geburt" sagte die Mutter später. Sie sei einfach nur glücklich gewesen. Mutter und Sohn, Eric Maximilian heißt er, haben die Geburt sehr gut überstanden.

Auch wenn viele seiner Kollegen dem mütterlich assistierten Kaiserschnitt noch skeptisch gegenüberstehen, ist Dr. Manfred Schmitt, Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe im Krankenhaus Bad Oeynhausen, sicher, das Verfahren in Zukunft öfter anzuwenden. Vorausgesetzt natürlich, die Umstände lassen es zu.

(3. Juni 2015)

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