Mutter bringt ihr Kind im Roten Meer zur Welt? Falschmeldung!

Die Bilder gehen durchs Netz: Angeblich hat eine Russin ihr Kind im Roten Meer entbunden. Es handelt sich um eine Falschmeldung, wie man mittlerweile weiß. Das Neugeborene wurde nur im Meer gebadet - samt Nabelschnur und Plazenta. Ein Gesundheitsrisiko für das Kleine?


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Geburt im Roten Meer?!



Geburt im Meer?!


© iStock
Viele Mütter wünschen sich eine individuelle Geburt, die ihrem Kind den Start ins Leben so angenehm wie möglich macht. Manche entscheiden sich deshalb zum Beispiel für eine Hausgeburt im Kreise ihrer Lieben, andere für spezielle Geburtsrituale. So offenbar auch die Russin, deren Bilder aktuell durchs Netz gehen. Diese stammen schon von 2014, wurde aber erst jetzt von einer Augenzeugin ins Internet gestellt. Darauf zu sehen sind eine Frau, ihr Partner und ein Arzt, die ein Neugeborenes aus dem Meer tragen. Was viele Betrachter der Bilder irritiert, ist, dass das Kind noch über die Nabelschnur mit der Plazenta verbunden ist, die der Vater in einer Schüssel transportiert. So entstand schnell die Annahme, die Mutter hätte das Kind just in diesem Moment im Wasser entbunden.


Mittlerweile hat die Dailymail UK aufgeklärt, dass es sich dabei um ein Missverständnis handelt. Demnach sei das Kind zum Zeitpunkt der Aufnahmen schon einige Tage alt gewesen und wäre von seinen Eltern und dem Arzt nur im Meer gebadet worden. Vermutlich entschied sich die Familie für eine Lotusgeburt, bei der man die Nabelschnur nicht durchtrennt, sondern darauf wartet, bis sich diese Verbindung vom Kind zur Plazenta von selbst löst.

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Die Bilder zeigen damit also keine Wassergeburt der besonderen Art, sondern einen ersten Badeausflug der Familie im Meer. Aber einen wenige Tage alten Säugling im Meer baden, noch dazu, wenn er noch mit der Nabelschnur und Plazenta verbunden ist, ist das wirklich ungefährlich? Ist das Meerwasser nicht viel zu kalt für den empfindlichen Organismus des jungen Kindes und besteht nicht ein hohes Infektionsrisiko durch das Meerwasser? Wir haben bei Dr. med. Hermann Josef Kahl nachgefragt, Kinderarzt und Bundespressesprecher des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte e.V.
Neugeborene sollten nicht im Meer baden!
"Das scheint ein esoterisches Ritual zu sein, was in meinen Augen nicht zu akzeptieren ist. Ein Neugeborenes gehört nicht diesem Stress ausgesetzt", so Dr. Kahl. Und weiter: "Man weiß ja nicht, welche Temperatur das Wasser hat, wie die hygienischen Verhältnisse sind." Er betont, dass gegen das tägliche Baden des Säuglings in sauberem Wasser ohne Zusätze von ärztlicher Seite aus nichts einzuwenden ist, ein Bad im Meer, wie auf den Fotos oben zu sehen, jedoch "strikt abzulehnen sei".

Also liebe Mamas und Papas, auch wenn Sie eine noch so emotionale Bindung zum Meer haben und Ihr Kleines auf diese Weise mit Ihrer Leidenschaft vertraut machen möchten - bitte nicht nachmachen!

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