Plazenta: Der Mutterkuchen für das Ungeborene

Die Plazenta sorgt während der Schwangerschaft dafür, dass das Ungeborene mit Nährstoffen versorgt und vor Schadstoffen geschützt wird. Lesen Sie mehr und staunen Sie, was sich Mutter Natur mit diesem Wunderorgan hat Schlaues einfallen lassen.


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Die Plazenta - Ein Organ auf Zeit


Die Plazenta ernährt das Baby.

Die Nabelschnur ist die Verbindung zwischen Plazenta und Kind.


© Thinkstock

Woher die Bezeichnung „Mutterkuchen“ für die Plazenta stammt, lässt sich leicht erklären. Plazenta kommt aus dem Lateinischen (placenta) und bedeutet soviel wie „Kuchen“. Und dieser ernährt den Fötus und späteren Embryo von Beginn der Schwangerschaft bis zur Abnabelung nach der Geburt.

Und es ist wirklich erstaunlich, wie die Plazenta aufgebaut ist und funktioniert! Die Plazenta ist nämlich ein Organ, welches sich einzig und allein während einer Schwangerschaft bildet. Nach Abschluss der Schwangerschaft, also mit der Geburt des Kindes, verliert sie an Funktion und wird vom Körper ausgestoßen.


➤ Die Plazenta besteht aus mütterlichem und embryonalem Gewebe

Schon in den ersten Schwangerschaftswochen bildet sich die Plazenta aus den sogenannten Trophoblasten, also dem äußeren Teil der Zellkugel nach der Einnistung. Die Zotten (wurzelähnliche Fortsätze) der Trophoblasten dringen ins Gewebe der Gebärmutter ein und die Plazenta wächst dort fest. Nun entwickelt sie sich weiter, bis sie ca. in der 14. SSW ihre endgültige Struktur erreicht hat.

Meistens  ist die Plazenta scheibenförmig und etwa 3 cm dick. Bis zur Geburt wächst sie mit dem Kind und kann am Ende der Schwangerschaft einen Durchmesser von 15 bis 25 cm haben und zwischen 500 bis 600 Gramm wiegen.

Welche Rolle spielt die Plazenta während der Schwangerschaft?

➤ Die Plazenta versorgt und schützt das Kind

Die Plazenta versorgt den Embryo mit wichtigen Nährstoffen, die sein Überleben sichern und seine Entwicklung ermöglichen. Dazu gehören zum Beispiel Sauerstoff, Mineralstoffe, Vitamine, Glukose und Aminosäuren. Auch wichtige Antikörper, die dem Baby nach der Geburt den Nestschutz sichern, werden über die Plazenta von Mutter zu Kind weitergebeben.

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Das alles geschieht über den mütterlichen Blutkreislauf und die Nabelschnur. Aber: Bei einer gesunden Plazenta gibt es keinen direkten Kontakt zwischen dem Blut der Mutter und dem des Kindes. Wie funktioniert die Nährstoffanlieferung dann? Über den Prozess der Diffusion. Dieser Begriff dürfte einigen noch aus dem Biologie-Unterricht bekannt sein. Kurz erklärt: Die Plazentazotten werden von mütterlichem Blut umspült. Dabei gehen die Nährstoffe der Mutter als winzige Moleküle durch die porösen Wände der Blutgefäße in den kindlichen Blutkreislauf über. Die sogenannte Plazentaschranke sorgt dabei dafür, dass nur die winzigen Nährstoff- und Antikörpermoleküle an das Kind weitergegeben werden. Gift- und Schadstoffe, Krankheitserreger und Bakterien werden weitgehend herausgefiltert.

Aber die Plazenta versorgt das Baby nicht nur mit frischen Nährstoffen, sie nimmt auch Abfallprodukte aus dem kindlichen Kreislauf zurück und gibt sie an den mütterlichen Kreislauf weiter. Dort werden sie dann abgebaut oder ausgeschieden.

➤ Die Plazenta erhält die Schwangerschaft

Neben der Versorgung des Embryos produziert die Plazenta auch verschiedene Hormone, die die Schwangerschaft aufrechterhalten. Dazu zählen beispielsweise das Gelbkörperhormon Progesteron, welches die Regelblutung unterdrückt. Auch das sogenannte humane Plazentalaktogen, kurz HPL, wird in der Plazenta gebildet. Es ist etwa ab der 8. SSW im Körper der Mutter nachweisbar und bereitet die mütterliche Brust auf die Produktion der Muttermilch und das Stillen vor. Und weil die Plazenta so wichtig ist für die gesunde Entwicklung des Babys, untersucht sie der Arzt bei jeder Ultraschall-Untersuchung mit. Dabei erkennt er, ob sie richtig arbeitet oder vielleicht eine Plazentainsuffizienz vorliegt.
Die Plazenta nach der Geburt
➤ So wird die Plazenta geboren

Etwa 10 bis 30 Minuten nach der Geburt des Kindes wird die Plazenta als „Nachgeburt“ geboren. Meistens tut das nicht mehr weh. Sollte sich die Plazenta nicht von selbst lösen, helfen zum Beispiel folgende Tricks:

-    Das Kind wird zum Stillen angelegt.
-    Die Hebamme zieht leicht an der Nabelschnur.
-    Die Hebamme massiert die Gebärmutter.

Auch die manuelle Stimulation der Brustwarzen sowie Akupunktur, homöopathische Mittel und Fußreflexzonenmassagen werden hin und wieder zur Plazentalösung eingesetzt.

Ist die Plazenta draußen, wird sie von der Hebamme oder dem Arzt gründlich auf ihre Vollständigkeit untersucht. Keine Rückstände, die sich entzünden können, dürfen im Körper der Mutter  verbleiben. Erst, wenn die Plazenta vollständig aus dem Körper der Mutter entfernt ist, gilt die Geburt als beendet.

➤ Und jetzt?

Wenn Sie das möchten und es der Hebamme rechtzeitig mitteilen, können Sie die Plazenta mit nach Hause nehmen um sie dem Brauch entsprechend im Garten zu vergraben und einen Baum darauf zu pflanzen. Mittlerweile gibt es auch die Möglichkeit, aus dem Gewebe der Plazenta das homöopathische Mittel Nosoden herzustellen, welches später die Selbstheilungskräfte bei Krankheiten in Gang setzen soll.





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