Das Baby kommt!

Das Baby kommt! Gleich haben Sie es geschafft. In der letzten Phase der Geburt ist ein enges Zusammenspiel mit Ihrer Hebamme besonders wichtig. Vertrauen Sie ihr voll und ganz, sie wird Ihnen sagen, was zu tun ist.


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8. Das Baby kommt!


Wenn die Wehenpause vorbei ist, bedeutet das für Sie wieder harte Arbeit. Denn jetzt beginnt die sogenannte Austreibungsphase, in der Sie das Baby Stück für Stück aus dem Geburtskanal pressen. Die Wehen werden jetzt heftiger und kommen in immer kürzeren Abständen. Unabhängig davon, für welche Gebärhaltung Sie sich entschieden haben - das Wichtigste ist jetzt, dass Ihr Körper und Ihr Baby optimal mit Sauerstoff versorgt sind. Wie Sie atmen, bleibt Ihnen selbst überlassen. Hauptsache, Sie holen bei jeder herannahenden Wehenwelle tief Luft und lassen diese auch wieder heraus. Dieser bewusste Atemrhythmus lockert auch die Gebärmuskulatur und mindert so den Schmerz. Das ist wichtig, denn die Kontraktionen treten nun minütlich auf.

Ab einem gewissen Punkt werden Sie auch einen Druck auf den Darm spüren. Das ist der Kopf Ihres Kindes. Das mag sich zunächst unheimlich anhören, doch ist von der Natur genau so gewollt und erleichtert Ihnen sogar die Geburt. Denn durch diese Reizung des Enddarms entsteht im Körper ein natürlicher Drang zu Pressen. Ihre letzten Kraftreserven werden für den Endspurt also ganz automatisch mobilisiert. 

Das Baby kommt: Neugeborenes in der Klinik


© Thinkstock
9. Ich kann das Köpfchen sehen

Die Geburtswehen treten weiter im Minutentakt auf. Aber vermutlich ist Ihnen diese Zeitangabe ohnehin nicht wichtig. Weil Sie so sehr auf die Geburtsarbeit konzentriert sind, wird Ihnen jegliches Gefühl für Raum und Zeit abhandenkommen. Sie werden vielleicht denken: „Ich kann nicht mehr, ich will nicht mehr.“ Aber in diesem Augenblick sind Sie bereits kurz vor dem Ziel - der Geburt Ihres Kindes!

Auch Ihr Kopf hilft Ihnen jetzt dabei, die letzte Phase der Geburt zu überstehen. Endorphine zwingen Ihren Kopf auf „power off“ zu schalten. Es bleiben nur diejenigen Gehirnareale aktiv, die Ihnen helfen, das Geschehen mitzugestalten. Vertrauen Sie jetzt voll und ganz auf Ihre Hebamme. Sie wird Ihnen sagen, was zu tun ist. Sie beobachtet ganz genau ob der Muttermund ganz geöffnet ist und wann das Köpfchen Ihres Babys richtig liegt.

Sobald es sich durch das enge Becken schraubt und genau in der Beckenmitte liegt, genügen wenige Presswehen, um Ihr Kind vorsichtig herauszuschieben. Ihre Hebamme wird Sie dabei unterstützen, möglicherweise auch bremsen, wenn sich das Gewebe beim Herausschieben des Köpfchens zu stark dehnt. Dadurch kann ein Dammriss verhindert werden. Geschieht es dennoch, machen Sie sich keine Sorgen - Sie werden es nicht spüren. Denn die Verletzung entsteht während einer Presswehe. Zu diesem Zeitpunkt ist das Dammgewebe nicht durchblutet, dadurch nimmt Ihr Gehirn den Riss nicht als Schmerz wahr.
10. Noch einmal Pressen
Jetzt schüttet Ihr Körper ein wahres Füllhorn an Hormonen aus, und Sie sind in der Lage, Ihr Kind völlig eigenständig zu gebären. Dabei kommt Ihnen wieder das Adrenalin zu Hilfe. Es mobilisiert Ihre Kraftreserven und unterstützt Sie bei der Stressbewältigung, indem es die Herzfrequenz erhöht und die Bronchien erweitert.
Sobald das Köpfchen ganz zu sehen ist, ist eine kurze Verschnaufpause angesagt. Nun wird die Hebamme es ganz vorsichtig in beide Hände nehmen und sanft drehen, damit der Körper Ihres Kindes leichter „durchrutschen“ wird. Nach einer kurzen Wehenpause schieben Sie die Schultern, Arme und Beine Ihres Babys mit einer großen letzten Wehe hinaus.  Es ist geschafft - der lang ersehnte Moment ist gekommen: die Geburt Ihres Kindes!

Anke Kieltyka vom Bund Deutscher Hebammen erklärt, wie Sie Ihren Damm durch sanfte Massagen auf die Geburt vorbereiten können.