Wie groß werden die Geburtsschmerzen?

Dass die Geburtsschmerzen zu den intensivsten Schmerzen gehört, die man erleben kann, braucht man nicht zu verschweigen. Machen Sie sich dabei bewusst, dass der Schmerz einen wichtigen Sinn erfüllt: Er schützt Sie und Ihr Baby. Lesen Sie hier, was damit gemeint ist.


(0)

Melden Sie sich in unserer Community an, um Beiträge zu Ihren Favoriten hinzuzufügen.

Jetzt anmelden


 Das könnte Sie interessieren: Hypnobirthing

Kann das Konzept der schmerzfreien/schmerzarmen Geburt funktionieren? Hebamme Jana Friedrich über Hypnobirthing.


6. Ja, es wird sehr schmerzhaft …


Haben Sie schon mal beobachtet, dass die meisten Frauen nach der Geburt schöner, reifer und weiblicher wirken? Ein intensives Geburtserlebnis hat auf diese Entwicklung großen Einfluss. Dass der Geburtsschmerz zu den intensivsten Schmerzen gehört, die man erleben kann, braucht man nicht zu verschweigen. Allzu große Angst müssen Sie davor aber nicht haben. Sie dürfen darauf vertrauen, dass Ihr Körper Ihnen nicht mehr zumuten wird, als Sie aushalten können. Machen Sie sich dabei bewusst, dass der Schmerz einen wichtigen Sinn erfüllt: Er schützt Sie und Ihr Baby und führt Sie sicher durch die Geburt hin zu Ihrem Kind und sorgt dafür, dass Sie ihm nach seiner Ankunft die notwendige Geborgenheit geben können. Wie genau das funktioniert?

Geburtsschmerzen


© iStock
Grundsätzlich ist es so: Schmerzen signalisieren dem Körper, „Aufgepasst, hier passiert etwas, das deine ganze Konzentration erfordert.“ Bei einer Geburt übernehmen bestimmte Hormone diese wichtige Rolle und rufen eine Stresssituation hervor. Als sogenannte Botenstoffe stellen sie eine enge Verbindung zwischen dem Gehirn und den Nervenzellen her, sodass der Körper ständig mit Informationen darüber versorgt wird, was in dieser Situation nötig ist.
7. Körpereigenes Betäubungsmittel
Das Oxytocin beispielsweise ist dafür verantwortlich, dass die Geburt eingeleitet wird. Verstärkt ausgeschüttet wird das Hormon durch die spürbaren Kontraktionen des Gebärmutterhalses während der Wehen. Das Oxytocin sorgt aber auch dafür, dass die Produktion von Endorphinen angeheizt wird. Diese wirken wie ein körpereigenes Betäubungsmittel. Sie steuern den Schmerz während der Wehen und in den Pausen so, dass er für Sie erträglich bleibt.

Zudem bewirken Endorphine gegen Ende der Eröffnungsphase eine Art Bewusstseinserweiterung, die Sie in einen tranceähnlichen Zustand und damit in die Lage versetzt, Ihre große Aufgabe bewältigen zu können. Sie werden sehen: Wenn Sie Ihre Grenzen überschreiten, werden Sie ungeahnte Fähigkeiten an sich entdecken. Auf diese werden Sie sicher später gerne zurückgreifen, wenn Sie Ihrem Baby erst einmal auf die Welt geholfen haben.

Und noch etwas: Auch wenn die Wehenschmerzen immer wieder als unglaublich starke Schmerzen beschrieben werden. Kaum ist das Baby da, sind die Schmerzen auch vorbei. Und dank des Zusammenspiels von Hormonen und dem unglaublichen Glücksgefühl, das Baby endlich in den Armen zu halten, sind sie auch schnell wieder vergessen. Ja mehr noch, Sie werden sich später daran sogar positiv erinnern. Die Geburt ist ein besonders intensives Erlebnis und letztedlich hat Sie auch der Schmerz Ihrem Baby auf ganz besondere Art und Weise näher gebracht. Doch noch liegt ein gutes Stück Arbeit vor Ihnen, bis das Baby kommt.

 Das könnte Sie interessieren: Die Wahrheit über Wehenschmerzen

Nirgendwo wird so viel gelogen wie beim Thema Schmerzen während der Geburt. Warum das so ist.



 Das könnte Sie interessieren: Angst vor der Geburt?

Angst vor den Schmerzen, Versagen & Komplikationen. Tipps von Jana Friedrich, die bei der Bewältigung helfen.



mehr zum Thema
Entbindung