Was Sie gegen Schmerzen nach der Geburt tun können

Brennen, Bauchkrämpfe, Probleme beim Wasserlassen: Fünf Tipps, was Sie gegen Schmerzen nach der Geburt unternehmen können.


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Schmerzen nach der Geburt

Die schlechte Nachricht: Nach der (schmerzhaften) Geburt hören die Schmerzen noch nicht auf. Die gute Nachricht: Wir haben Tipps, wie Sie den Schmerzen Linderung verschaffen.


© iStock
In Schweigen gehüllt und trotzdem da: Über Schmerzen nach der Geburt spricht kaum jemand. Der Gedanke ist wohl: Nun ist ja das Baby da und tröstet mit seiner Präsenz über jegliches Unwohlsein hinweg. Und natürlich: Der kleine Schatz erfüllt Mama mit übermäßigen Glück – die Schmerzen nach der Entbindung bleiben aber trotzdem. Wenn Sie überhaupt angesprochen werden, dann mit einem generellen „Ja, nach der Geburt tut es noch ein paar Wochen weh, aber das geht vorbei“. Wir sagen Schluss damit, lasst uns die bösen V-Worte aussprechen:

Ja, wenn Sie eine natürliche Geburt hatten, werden Sie (in den meisten Fällen und unter anderem) Schmerzen in der Vagina und Vulva haben. Ja, Ihre Vagina und Ihr gesamter Intimbereich werden Ihnen wehtun. Nein, das ist kein Grund sich zu schämen, sondern völlig normal. Schließlich haben Sie gerade erst ein kleines Wesen durch eben diese Vagina gepresst.

Und nicht nur Ihr Intimbereich wird wehtun, auch Kopfschmerzen, Brustschmerzen oder Verstopfung können dazukommen. Und auch die Kaiserschnittnarbe ist wahrlich kein Zuckerschlecken. Das Gute: Um die Schmerzen zu bekämpfen, müssen Sie sich nicht nur auf die Endorphine verlassen, die Ihr kleines Wunder in Ihnen auslöst. Denn wir haben fünf Tricks, die die Schmerzen nach der Geburt etwas lindern können.

Schmerzen im Wochenbett – Unsere Tipps


➤ 1. Das Kirschkernkissen und Sitzbäder sind Ihre besten Freunde

Schmerzen im Sitzen gehören wohl zu den häufigsten Schmerzen nach der Geburt, denn schließlich wurde Ihr gesamter Intimbereich sehr in Anspruch genommen und ist nun geschwollen und strapaziert. Linderung verschafft ein kaltes Kirschkernkissen: Das Kissen dafür, in einen Gefrierbeutel verpackt, eine Weile in den Gefrierschrank und danach zwischen die Beine legen – nicht auf die Blase, um keine Blasenentzündung zu riskieren. Die Kühlung hilf beim Abschwellen und betäubt den Schmerz etwas. Auch Sitzbäder helfen gegen Schwellungen und lindern die Schmerzen. Sitzbäder können einmal pro Tag, bei Bedarf auch häufiger, eingesetzt werden. Sprechen Sie am besten Ihre Hebamme darauf an, sie kann Ihnen auch passende Badezusätze empfehlen. Nach dem Bad sollten Sie die Vulva und ggf. vorhandene Nähte gut trocknen (ein Fön auf Kalt-Stufe bietet sich hier an), denn trockene Wunden verheilen besser.
 
➤ 2. Zauberkräfte der Zaubernuss

Viele Mamas schwören auf die Kräfte der Heilpflanze Hamamelis virginiana, die auch den schönen Namen „Zaubernuss“ trägt. Salben mit den Zaubernuss-Bestandteilen sollen gegen juckende Kaiserschnittnarben und schmerzhafte Hämorrhoiden helfen. Außerdem soll die Hamamelis virginiana auch Nässen und Brennen lindern und die Wundheilung fördern – besonders praktisch also, wenn Sie beispielsweise an den Scharmlippen genäht werden mussten. Tipp: Kochen Sie zwei Teelöffel der getrockneten Rinde auf einen halben Liter Wasser, lassen Sie das Ganze eine Viertelstunde ziehen und tränken Sie Tücher mit dem Tee. Die warmen Tücher können Sie anschließend auf die betroffenen Stellen legen. Noch einfacher: Binden mit der Tinktur einsprühen, ggf. eine Weile in den Gefrierschrank legen und dann tragen.
 
➤ 3. Wasser fürs Wasserlassen

Schwellungen im Bereich der Blase können zu Schwierigkeiten beim Wasserlassen führen. Dazu kommen noch eventuelle Risse im Dammbereich, die beim Toilettengang brennen können. Die Angst vor den Schmerzen beim Wasserlassen kann sich so auf die Psyche auswirken, dass Sie Probleme bekomen, Wasser zu lassen. Und das, obwohl Sie nach der Geburt eigentlich besonders häufig müssen. Denn nun versucht der Körper, all das Wasser, das er während der Schwangerschaft eingelagert hat, wieder loszuwerden. Um sich ein bisschen Linderung zu verschaffen und das Wasserlassen zu erleichtern, können Sie, während Sie auf der Toilette sitzen, warmes Wasser über Ihre Vulva laufen lassen. Und: Vergessen Sie die Rückbildungsgymnastik nicht. Die Übungen sind wichtig, um Inkontinenz vorzubeugen bzw. zu behandeln.
 
➤ 4. Endlich wieder auf dem Bauch liegen

Bauchschläfer freuen sich wahrscheinlich schon die ganze Schwangerschaft darauf, sich beim Schlafen wieder auf den Bauch drehen zu können. Aber auch Rückenschläfer sollten diese Position einmal ausprobieren – vor allem, wenn sie unter schmerzhaften Nachwehen leiden. Nachwehen sind normal, denn die Gebärmutter muss sich nach der Geburt wieder zusammenziehen. Das tut manchen Frauen weh, andere merken es gar nicht. Meist dauern die Bauchkrämpfe zwei bis drei Tage und gehen von alleine wieder weg. Stillen kann die Schmerzen allerdings verstärken. Fühlen Sie die Bauchkrämpfe kommen, versuchen Sie einfach mal, sich auf den Bauch zu legen. Der Druck regt die Rückbildung der Gebärmutter an und kann auf Sie beruhigend wirken. Auch Ibuprofen kann gegen den Schmerz helfen und sollte (in gewissen Mengen) auch beim Stillen kein Problem sein.
 
➤ 5. Gleitgel

Wir reden nicht lange um den heißen Brei herum: Investieren Sie in eine Tube Gleitgel, wenn Sie sich nach der Geburt wieder bereit fühlen, Sex zu haben. Vielleicht brauchen Sie es gar nicht. Vielleicht aber schon. Denn: Nach der Geburt und während der Stillzeit ist die Vaginalschleimhaut recht dünn, da Ihr Östrogenspiegel niedrig ist. Das kann zu einer trockenen Scheide führen, was wiederum in schmerzhaften Sex resultieren kann. Gleitgel verschafft hier Abhilfe.
Bei diesen Schmerzen besser einen Arzt aufsuchen
Wie gesagt: Schmerzen nach der Geburt sind normal. Egal, ob es ein Kaiserschnitt oder eine natürliche Geburt war. Dennoch gilt: Bei sehr heftigen Schmerzen bitte Ihren Arzt oder Ihre Hebamme aufsuchen. Merken Sie sich: Sie sollten nicht mehr leiden als Sie müssen. Suchen und nehmen Sie sich Hilfe!
 

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Bei diesen Symptomen sollten Sie (sofort) einen Arzt aufsuchen:

Sie verlieren sehr viel Blut. Etwas Blutverlust ist normal. Müssen Sie die Binde allerdings öfter als einmal pro Stunde wechseln, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Sie verlieren sehr viele, große Blutklumpen. Auch Blutklumpen können nach der Geburt vorkommen. Sind diese aber größer als ein 50-Cent-Stück, sollten Sie besser einen Arzt aufsuchen.

➤ Heftige Kopfschmerzen
, Schwindel, Übelkeit und Sehstörungen können Symptome einer Präeklampsie sein. Diese kann bis zu 14 Tage nach der Entbindung auftreten und muss dringend behandelt werden.

Auch bei Schmerzen im Oberbauch, hohem Fieber und Schmerzen in der Brust sollten Sie einen Arztbesuch nicht scheuen. Das Gleiche gilt, wenn Sie Probleme damit haben, Ihren Stuhlgang zu kontrollieren oder sich Infektionen bilden.

Den sogenannten „Baby Blues“ erfahren viele Frauen. Sollte dieser sich nach ein paar Tagen aber nicht legen, sollten Sie das Gespräch mit Ihrer Hebamme, einem Arzt oder einer Vertrauensperson suchen.

von Nicole Metz




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