Ob nun das Geschlecht des Babys schon während der Schwangerschaft oder erst bei der Geburt bekannt ist: Manchmal entspricht das Ergebnis nicht den Wünschen oder den Erwartungen der Eltern.
Neben dem schon erwähnten „Bauchgefühl“ haben viele werdende Mütter und Väter zumindest eine vage, möglicherweise auch nur unterbewusste Präferenz in die eine oder andere Richtung. Das ist zunächst einmal ganz natürlich und auch legitim, darf aber niemals dazu führen, dass sich ein Kind später abgelehnt fühlt.
„Die Fantasie spielen zu lassen und sich das Leben mit dem Kind vorzustellen, ist eine wunderbare Möglichkeit für werdende Eltern, sich ganz bewusst mit ihrer neuen Rolle auseinanderzusetzen“, sagt die Diplom-Psychologin Saskia zur Nieden. Aber sie gibt auch ganz klar zu bedenken, dass Eltern sich durch solche Gedankenspiele nicht im Vorhinein emotional auf ein Geschlecht festlegen sollten, denn: „Eine Erwartung kann es in dieser Hinsicht gar nicht geben, sondern allenfalls eine Hoffnung.“
Gespräche helfen weiter
Aus den Erfahrungen ihrer Berufspraxis zieht Familientherapeutin Saskia zur Nieden einen eindeutigen Schluss: „Die Wahrscheinlichkeit, ein Mädchen oder einen Jungen zu bekommen, ist gleich groß. Das zu akzeptieren, ist das Wichtigste.“ Sich mit dem Thema erst nach der Geburt zu beschäftigen, hält zur Nieden für bedenklich. Schon wenn die Schwangerschaft bestätigt ist, wird es Zeit, sich auf beide Möglichkeiten einzustellen: „Und das einzige mögliche Ergebnis dieser Überlegungen kann nur sein, dass die Eltern sich sagen: Was es auch wird, wir nehmen unser Kind liebevoll an!“
Sie rät werdenden Eltern: „Genießen Sie schon in der Schwangerschaft die gemeinsame Zeit, zu dritt, um bereits jetzt eine intensive Beziehung zum Kind aufzubauen.“ Das kann bei einem Geburtsvorbereitungskurs sein oder auch einfach beim Kuscheln zu Hause.
Bei aller Vorfreude ist die Schwangerschaft natürlich auch eine Zeit von Sorgen und Ängsten, von denen die meisten die Gesundheit des Babys und die bevorstehende Geburt betreffen. Da das so ist und auch so sein muss, sagt Saskia zur Nieden, sind Gedankenspiele, die sich um das Geschlecht des Kindes drehen, ab einem gewissen Zeitpunkt ohnehin nachrangig. Entscheidend sei allein der positive Blick und die große Freude auf den Nachwuchs.

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