Sturzgeburt: In Rekordgeschwindigkeit auf die Welt

Die Horrorvorstellung jeder Schwangeren: Das Baby hat es so eilig, dass es noch auf dem Weg ins Krankenhaus auf die Welt kommt. Aber wir können Sie beruhigen: Sturzgeburten sind äußerst selten. Hier erfahren Sie alles über die Geburt in Turbo-Geschwindigkeit und was zu tun ist, wenn das Baby unterwegs auf die Welt drängt.


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Wer Geburtsberichte von Müttern hört, die von stundenlangen Wehen und nicht enden wollendem Pressen berichten, wünscht sich, dass die eigene Geburt schnell vorbei ist. Ruckzuck, zwei Mal pressen – und das Baby ist da! Klingt prinzipiell nach einer Traumgeburt. Aber nur, wenn sie genau dort stattfindet, wo sie auch stattfinden soll: Im Geburtshaus oder im Krankenhaus. Oder geplant zu Hause, mit der Wunschhebamme an der Seite. Wenn das Baby es aber so eilig hat, dass es unterwegs auf die Welt kommt, kann eine rasante Geburt schnell zur Extremerfahrung werden. Diese sogenannten Sturzgeburten schaffen es immer wieder in die Nachrichten: „Baby kam auf Standstreifen zur Welt“, „Baby auf Bordtoilette entbunden“ oder „Baby erblickte Licht der Welt auf dem Krankenhausparkplatz“. Wir alle haben diese Headlines schon gelesen und fürchten uns davor, dass unser Baby auch am falschen Ort zur falschen Zeit schnellstmöglich auf die Welt kommen möchte. Zu Ihrer Beruhigung aber eines gleich vorab: Sturzgeburten, wie besonders schnelle Geburten umgangssprachlich genannt werden, sind ein seltenes Ereignis.

Bei einer von 1000 Geburten kommt das Kind in weniger als drei Stunden zur Welt - dann spricht man von einer überstürzten Geburt


© Thinkstock
Nur eins von 1.000 Kindern kommt in Turbogeschwindigkeit auf die Welt. Und die allermeisten dieser Frauen schaffen es in letzter Sekunde dann doch noch ins Krankenhaus. Die Zahl der Kinder, die wirklich auf dem Krankenhausparkplatz, im Taxi oder an noch exotischeren Orten ins Leben starten, ist also verschwindend gering.

Sturzgeburt vs. überstürzte Geburt


Von einer überstürzten Geburt spricht man, wenn eine Geburt von der ersten Wehe an maximal drei Stunden dauert. Im Vergleich: Eine durchschnittliche Geburt einer Erstgebärenden dauert etwa 13 Stunden. Im medizinischen Sprachgebrauch ist eine Sturzgeburt eine Geburt, bei der das Baby tatsächlich aus dem Geburtskanal herausstürzt und nicht mehr gehalten werden kann – völlig egal, wie lange die Wehen davor gedauert haben. Diese echte Sturzgeburt ist aber extrem selten.

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Wie kommt es zu einer überstürzten Geburt?

Überschnelle Geburten gibt es hauptsächlich bei Frauen, die schon ein oder mehrere Kinder entbunden haben: Der Geburtskanal ist dann weicher und lässt das Baby schneller durch. Teilweise ist die Austreibungsphase extrem verkürzt – auch dann ist das Baby schneller da als es eigentlich soll. Wenn Frauen ein schwach ausgeprägtes Schmerzempfinden haben, kann es passieren, dass die Eröffnungswehen von der Schwangeren gar nicht richtig wahrgenommen werden. Wenn sie die Heftigkeit der Wehen nicht in ihrem vollen Ausmaß wahrnimmt, ordnet sie das „leichte Ziehen“ womöglich falsch ein. Auch bei Schwangeren, die ihre Schwangerschaft nicht bemerkt oder geheim gehalten haben, kommt eine sogenannte Sturzgeburt häufiger vor.

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Probleme, die eine überstürzte Geburt mit sich bringt

Größere gesundheitliche Probleme sind bei einer plötzlichen und schnellen Geburt nicht zu erwarten. Manchmal kommt es zu Geburtsverletzungen, zum Beispiel zu Dammrissen. Zu schnell geborene Babys haben in den ersten Tagen oft noch Anpassungsschwierigkeiten, das „Ankommen“ in der Welt dauert damit vielleicht ein bisschen länger als bei anderen Babys. Aber wenn man berücksichtigt, wie schnell der Start ins Leben war, ist das ja auch nicht verwunderlich!
Nicht nur für das Baby ist eine Turbogeburt anstrengend. Auch die Mama braucht erstmal Zeit zu realisieren, was da gerade passiert ist. Mutterwerden ist ein großartiger, aber auch ein einschneidender Moment im Leben – wenn der aber ohne Vorwarnung eintritt, sind viele der „schnellen Mamas“ erstmal total überrumpelt und begreifen gar nicht, dass sie jetzt tatsächlich Mutter eines kleinen, hilfebedürftigen Säuglings sind. 

Die wichtigsten Fakten rund um die Sturzgeburt
  • 1 / 5

    Verhindern lassen sich Sturzgeburten nicht.

  • 2 / 5

    Das Risiko für eine überstürzte Geburt steigt mit jeder Schwangerschaft, weil das Bindegewebe an Festigkeit verliert.

  • 3 / 5

    Bei einer Gebärmutterhalsschwäche (Cervixinsuffizienz) ist die Gefahr besonders groß.

  • 4 / 5

    Viele der überschnell geborenen Kinder sind klein und kommen mit einem eher geringen Geburtsgewicht auf die Welt.

  • 5 / 5

    Eine überstürzte Geburt lässt sich nicht vorhersehen. Weder deuten ein kleines Baby noch ein vorzeitig geöffneter Muttermund auf eine überschnelle Geburt hin.



Was ist eine Toilettengeburt?
Immer wieder ist von Kindern zu lesen, die auf der Toilette auf die Welt gekommen sind. Zu einer Toilettengeburt kommt es, wenn die werdende Mutter die Presswehen falsch deutet. Das Gefühl ähnelt dem Drang, wenn man dringend ein „großes Geschäft“ erledigen muss. Werden die Presswehen falsch eingeordnet, kann es durchaus passieren, dass die Mama in Spe zur Toilette eilt, dort drückt und drückt – und auf dem „stillen Örtchen“ das Baby zur Welt bringt. Wenn es blöd läuft sogar als echte Sturzgeburt. Aber keine Sorge: Ihnen wird das garantiert nicht passieren – denn Sie sind ja jetzt darauf vorbereitet, wie sich Presswehen anfühlen.

➤➤ Was tun, wenn man es nicht mehr in die Klinik schafft? Hier erfahren Sie, wie Sie Ihr Kind im Notfall alleine auf die Welt bringen.

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