Superfötation: 2 x schwanger in 10 Tagen!

Ja, Sie haben richtig gelesen, das gibt es tatsächlich. Wenn eine Frau während einer bestehenden Schwangerschaft erneut schwanger wird, sprechen wir von „Superfötation“. Aber wie kann das überhaupt funktionieren? Wir erklären das medizinische Phänomen.


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"Doppelt" schwanger?


Kate Hill aus Australien staunte nicht schlecht, als ihr Frauenarzt verkündete, sie und ihr Mann bekämen nicht nur eins, sondern zwei Kinder. Doch damit nicht genug! Der Arzt errechnete für beide Föten unterschiedliche Geburtstermine, da die Zeugung der beiden zehn Tage auseinander lag. Kann nicht sein? Beim Menschen wirklich fast unmöglich, denn es gibt weltweit nur zehn bestätigte Fälle. Wie kam es zu dem medizinischen Wunder?

Ultraschalluntersuchung Schwangerschaft


© iStock
Kates Kinder sind keine Zwillinge

Teilt sich eine befruchtete Eizelle und wächst zu zwei Föten heran, spricht man von eineiigen Zwillingen. Werden zwei Eizellen von zwei Spermien befruchtet, wachsen zweieiige Zwillinge heran. Dabei erreicht eine zweite Samenzelle innerhalb der Frist von 24 Stunden die reife Eizelle. Von „Superfekundation“ spricht man, wenn die zweite Befruchtung durch einen zweiten Geschlechtsakt erfolgte. Hier kann es also theoretisch passieren, dass zweieiige Zwillinge von zwei verschiedenen Vätern gezeugt werden, wenn die Frau innerhalb von 24 Stunden Geschlechtsverkehr mit verschiedenen Partnern hat.

Bei Kate Hill trat der seltenste Fall ein: Tatsächlich hatte sie innerhalb von zehn Tagen nur einmal mit ihrem Mann geschlafen – und wurde trotzdem erneut schwanger. Normalerweise ist das 24 Stunden nach einer Befruchtung nicht mehr möglich, da die Hormone verhindern, dass eine zweite Eizelle heranreifen kann. Doch genau das passierte bei Kate. Dazu hielten sich die Spermien der ersten Befruchtung wacker bis zur zweiten Zieleizelle. Dass Spermien mehrere Tage zeugungsfähig bleiben, ist zwar kein Einzelfall, doch die Kombination aus der zweiten reifen Eizelle nach zehn Tagen und dem Spermium des ersten Aktes ist durchaus ein medizinisches Wunder.
Superfötation bei Tieren häufiger
Für die die wundersame Entstehung ihrer Kinder macht Kate eine Hormonbehandlung verantwortlich, da sie zuvor Schwierigkeiten hatte, schwanger zu werden. Was bei uns als sehr unwahrscheinlich gilt, ist in der Tierwelt häufiger: Bei Kaninchen, Hasen und Katzen und einigen anderen Tieren löst eine Überbefruchtung eine Superfötation aus – bei Katzen sogar in zehn Prozent der Fälle. Beim Zwergkärpfling, eine nordamerikanischen Fischart, ist die Superfötation sogar der Normalfall. Durch diesen Kniff der Natur bringt der Zwergkärpfling nahezu genauso viele Nachkommen wie seine größeren verwandten Arten hervor.
Für Kate sind ihre beiden Töchter so oder so ein Wunder – und vor allem das größte Glück.

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Sophia Gesierich

von Sophia Gesierich




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