Vegane Ernährung in der Schwangerschaft

Wer sich in der Schwangerschaft vegan ernähren möchte, hat es schwer: Das Risiko eines Nährstoffmangels - und damit Entwicklungsstörungen beim Baby - sind kaum von der Hand zu weisen. Der Ausweg lautet: Den täglichen Speiseplan mit Hilfe eines Experten sorgfältig zusammenstellen.


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Darf ich mich während der Schwangerschaft vegan ernähren?


So einfach die Antwort auf die Frage „Kann ich mich während der Schwangerschaft vegetarisch ernähren?“ ist, umso komplizierter ist sie, wenn es um vegane Ernährung in der Schwangerschaft geht. Unter veganer Ernährung verstehen wir den kompletten Verzicht auf tierische Produkte, d.h. auch sämtliche Milchprodukte und Eier. Im Grundtenor sind sich Ernährungswissenschaftler (zum Beispiel auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE)) und Mediziner einig: Eine vegane Ernährung in der Schwangerschaft ist schwierig. Und mühsam! Das Risiko einer Mangelversorgung ist hoch. Eine Tatsache, die Sie nicht auf die leichte Schulter nehmen sollten, denn ein eventueller Nährstoffmangel ist gefährlich für das Kind, schwere Behinderungen können die Folge sein.


Vegane Ernährung


© Thinkstock
Wer sich während der Schwangerschaft vegan ernähren möchte, muss sich zwingend ernsthaft mit seiner Ernährung und dem veränderten Nährstoffbedarf auseinandersetzen. Schwangere Veganerinnen sollten ihren Nährstoffstatus schon gleich zu Anfang der Schwangerschaft und im weiteren Verlauf regelmäßig vom Arzt überprüfen lassen. An Nahrungsergänzungsmitteln führt kein Weg vorbei: Die Nährstoffe, die durch den Verzicht auf tierische Produkte fehlen, müssen durch Vitaminpräparate oder angereicherte Lebensmittel ersetzt werden. Konkrete Ernährungstipps für Ihren individuellen Bedarf bekommen Sie von einer qualifizierten Ernährungsberaterin.
Worauf sollten Veganerinnen in der Schwangerschaft achten?

„Für Schwangere, Stillende, Säuglinge, Kinder und Jugendliche wird eine vegane Ernährung von der DGE nicht empfohlen. Wer sich dennoch vegan ernähren möchte, sollte dauerhaft ein Vitamin-B12-Präparat einnehmen, auf eine ausreichende Zufuhr vor allem der kritischen Nährstoffe achten und gegebenenfalls angereicherte Lebensmittel und Nährstoffpräparate verwenden. ...”

von Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE)

Wichtig ist vor allem eine erhöhte Aufnahme von Vitamin B12. Ein Mangel kann zu Komplikationen während der Schwangerschaft und zu schweren neurologischen Schäden führen. Da B12 vor allem in Milchprodukten und Eiern enthalten ist, müssen Schwangere, die sich vegan ernähren, auf Nahrungsergänzungsmittel zurückgreifen. Die Vitamin B12-Versorung lässt sich mittels eines Bluttests überprüfen. Schwangere, die sich vegan ernähren, leiden zudem häufig unter einem Mangel an Eiweiß, langkettigen Omega-3-Fettsäuren, Eisen, Kalzium, Zink, Vitamin B2 und Vitamin D. 

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Die wichtigsten Tipps

➤ Sprechen Sie Ihren Gynäkologen auf die vegane Ernährung an.
➤ Lassen Sie Ihren Nährstoffstatus regelmäßig überprüfen.
➤ Versorgen Sie sich mit Fachliteratur und lassen Sie sich von einer qualifizierten Ernährungsberaterin einen Speiseplan erstellen.
➤ 1 TL Leinöl täglich und Mikroalgenöle helfen, den Bedarf an langkettigen Omega-3-Fettsäuren zu decken
➤ Die Einnahme eines Folsäure-Präparats ist empfehlenswert
➤ Bei der Einnahme von Vitamin D sollten Sie auf ein Präparat mit Vitamin D2 (pflanzliches Vitamin) zurückgreifen.

Last but not least: Denken Sie darüber nach, ob Sie vielleicht Ihrem Baby zuliebe während der Schwangerschaft auf eine vegetarische Ernährung umstellen möchten.

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