Einer von ihnen: Wer ein Kind in die Welt setzt, schenkt der Gesellschaft etwa 77000 Euro. Dies belegt eine Studie des Instituts für Wirtschaftsforschung (Ifo). Ausgerechnet wurde, was ein Kind durchschnittlich durch öffentliche Betreuung, Schule, Kindergeld, kostenfreie Krankenversicherung und andere Zuwendungen des Staates von der Gesellschaft bekommt (391000 Euro) und was dieses Kind als Steuer- und Sozialabgabenzahler eines Tages zurückgibt (467900 Euro).
Ein anderer Grund: Erziehung ist Schwerstarbeit! Von wegen gemütlich auf dem Spielplatz sitzen oder sich zum Kaffee mit anderen Müttern treffen! Das gehört zwar auch dazu. Aber bei kaum einem anderen Job wird so umfassend die ganze Persönlichkeit gefordert.
In fast jedem klugen Ratgeber steht, dass junge Eltern und Paare sich vor lauter Babyglück nicht selbst vergessen sollen. Aber das ist leichter gesagt als getan: Mit der entspannten Freizeit als Paar klappt es nämlich nur selten. Ist das Baby auf der Welt, bleibt es eben nicht wie ein höflicher Gast nur zum Abendbrot, sondern es will Aufmerksamkeit - rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche.
Ein Säugling braucht seine Eltern in den ersten Monaten so intensiv und existenziell wie nie wieder in seinem Leben. Mit diesem Gefühl des Fremdbestimmtseins umzugehen, ist nicht leicht. Plötzlich hört man Reinhard Meys Lied „Keine ruhige Minute“ mit ganz anderen Ohren. Mit einem Mal wird einem klar, dass das wirklich wörtlich gemeint ist. Zeitungen wandern ungelesen ins Altpapier, Telefonate werden unterbrochen und statt ausgefeilter Menüs gibt es jetzt deutlich häufiger Nudeln mit Tomatensauce.
Es ist ein fühlbarer Unterschied, ob man einmal im Monat, wenn Omi netterweise den kleinen Schatz für ein paar Stunden hütet, halbwegs in Ruhe einen Restaurantbesuch genießen kann oder ob man als Kinderlose quasi jeden Tag frei über die Feierabendgestaltung entscheiden konnte. Besonders Mütter, die stillen, empfinden das Angebundensein häufig sehr stark. Das alles ist eine ziemliche Herausforderung.
Eine Mutter sagte mir in einem Rückbildungskurs: „Wenn mir jemand vorher wirklich gesagt hätte, was mich erwartet, hätte ich gesagt: Das kann ich nicht schaffen. Es geht einfach nicht. Aber wunderbarerweise schafft man es doch.“ Vielleicht liegt das daran, dass die Natur es netterweise so eingerichtet hat, dass wir für unsere Anstrengungen umgehend belohnt werden!

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